Kulmbach
Arbeitsleben

Bezirk Oberfranken ist Spitzenreiter: Erfolgreiches Inklusionsprojekt wird fortgesetzt

Menschen mit Behinderung die Teilnahme am Arbeitsleben zu ermöglichen, ist das Ziel eines Inklusionsprojekts des Bayerischen Bezirketags. Oberfranken ist dabei besonders erfolgreich.
Artikel drucken Artikel einbetten
Henry Schramm (links), Bezirkstagspräsident von Oberfranken, und Franz Löffler, Präsident des Bayerischen Bezirketags, vermeldeten in Kulmbach die Fortsetzung eines Inklusionsprojekts für den Arbeitsmarkt. Foto: Bayerischer Bezirketag
Henry Schramm (links), Bezirkstagspräsident von Oberfranken, und Franz Löffler, Präsident des Bayerischen Bezirketags, vermeldeten in Kulmbach die Fortsetzung eines Inklusionsprojekts für den Arbeitsmarkt. Foto: Bayerischer Bezirketag

Auf seiner Sitzung in Kulmbach hat der Hauptausschuss des Bayerischen Bezirketags die Fortsetzung des Inklusionsprojekts Büwa beschlossen. Büwa steht kurz für "Begleiteter Übergang Werkstatt - allgemeiner Arbeitsmarkt". Ziel des Modellvorhabens ist es, Menschen mit Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt einzugliedern. Gestartet wurde das Projekt im Dezember 2014. 2017 erfolgte dann die erste Verlängerung.

Wie der Pressesprecher des Bezirks Oberfranken, Christian Porsch, auf einer Pressekonferenz anlässlich der Sitzung erklärte, haben bayernweit bislang etwa 250 Personen an Büwa teilgenommen. Die Vermittlungsquote liege bei rund 30 Prozent. Besonders erfolgreich sei das Projekt in Oberfranken verlaufen, berichtete Porsch. Hier habe es bei 14 Teilnehmern nur einen Abbrecher gegeben. Damit sei der Bezirk bayernweit Spitzenreiter.

"Die Betreuung ist arbeitsintensiv, aber es lohnt sich", betonte Porsch. 24 bis 33 Monate lang werde eine Begleitung mitfinanziert, um so eine gute Betreuung sowohl für die Person mit Behinderung als auch für das Unternehmen zu gewährleisten. Die Bezirke wenden nach Angaben des Bayerischen Bezirketags zwischen 17 000 und 27 000 Euro pro Teilnehmer für die Qualifizierungs- und Vermittlungsmaßnahmen auf. Hinzu kämen außerdem ein Anteil an Lohnkostenzuschüssen, die die Arbeitgeber erhalten, sowie Vermittlungsprämien.

Lesen Sie auch: Tornado fegt über das Kulmbacher Land

"Diese Ausgaben rechnen sich nicht nur wegen der eingesparten Werkstattkosten, sondern vorrangig wegen der gelungenen Inklusionsleistung im Arbeitsleben", erklärte der Präsident des Bayerischen Bezirketags, Franz Löffler. "Eine Fortführung dieses erfolgreichen Projekts, das Menschen ermöglicht, unabhängig von Leistungen der Eingliederungshilfe am Arbeitsleben teilzuhaben, begrüße ich sehr."

Inklusion als wichtiges Thema

Auch der oberfränkische Bezirkstagspräsident Henry Schramm betonte die Wichtigkeit des Themas Inklusion. Insgesamt kümmere sich der Bezirk Oberfranken um 13 500 Menschen mit Behinderung. "Das Thema ist für die meisten weit weg", erklärte Schramm. Der Bezirk kümmere sich um Menschen, "die nicht immer im Fokus stehen". Da die Betroffenen ohne breite Basis und Interessensvertretung seien, "ist unsere Aufgabe umso wichtiger".

Von 450 Millionen, die dem Bezirk jährlich an Geldern zur Verfügung stehen, fließen, wie Schramm erklärte, 417 Millionen in den sozialen Bereich. Beispielsweise fungiert der Bezirk auch als Träger der psychiatrischen Kliniken. Hier kündigte Schramm unter anderem Investitionen in das Klinikum Kutzenberg an. Weitere Investitionen in Kliniken des Bezirks sollen folgen. Im Pflegebereich stelle vor allem der Mangel an Pflegekräften eine "große Herausforderung" dar, berichtete der Bezirkstagspräsident.

Chance auf gesellschaftliche Teilhabe

Zurück zu Büwa: Projekte wie dieses würden vor allem im Sinne der UN-Behindertenkonvention einen unverzichtbaren Beitrag leisten, so Löffler. Sie ermöglichten die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben. Das habe für viele Betroffene einen sehr hohen Stellenwert und bedeute eine erhebliche Aufwertung für deren berufliche Existenz.

"Wir hoffen, dass weitere Arbeitgeber in Oberfranken, aber auch in allen anderen Bezirken, Menschen mit Behinderung am ersten Arbeitsmarkt eine Chance geben. Denn gerade eine berufliche Perspektive ermöglicht diesen Menschen ein selbstbestimmtes Leben und die Teilhabe an der Gesellschaft."

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren