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Kulmbach
Medizin

Bestnoten für das Kulmbacher Klinikum

Die Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK) hat bundesweit Krankenhäuser verglichen, die Herzkatheterbehandlungen vornehmen. Herausragend schnitt neben Bernau in Brandenburg und Bayreuth nur Kulmbach ab.
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Oberarzt Davor Bojanic setzte am Freitag in einer rund einstündigen Operation einem Patienten einen Herzschrittmacher ein. Fotos: Alexander Müller
Oberarzt Davor Bojanic setzte am Freitag in einer rund einstündigen Operation einem Patienten einen Herzschrittmacher ein. Fotos: Alexander Müller
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540 Mal haben die Ärzte des Klinikums zwischen 2008 und 2010 einen Schlauch bis ans Herz eines Patienten geschoben, um Röntgen-Kontrastmittel in die Blutbahnen zu spritzen oder die Gefäße zu weiten und zu stabilisieren. Das haben sie mit solch großem Erfolg gemacht, dass Kulmbach an der Spitze einer bundesweiten Liste von 443 Kliniken steht.
"Unser Team ist sehr hoch trainiert", erklärt Andreas Brugger, der die zuständige Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Kardiologie/Pulmonologie leitet. "Denn wir haben eine relativ hohe Interventionszahl." Erfahrung macht sich für die Patienten also bezahlt, die auch aus den umliegenden Landkreisen hierher kommen. Keiner der sieben Oberärzte nimmt weniger als 100 Eingriffe im Jahr vor.
Freilich macht auch ein gutes Team etwas aus - die Mediziner arbeiten seit fünf Jahren zusammen und sind auch privat befreundet, wie ihr Chef festhält.
"Ihr Wissen und ihre Erfahrung sind nicht mit Geld zu bezahlen", betont Brugger.

Neueste medizinische Technik

Dennoch braucht es auch die Unterstützung durch die neueste medizinische Technik. "Da sind wir extrem gut aufgestellt", attestiert der leitende Arzt dem Klinikum. Geschäftsführer Herbert Schmidt ergänzt, dass diese Philosophie in allen Abteilungen gelte. "Wir versuchen, überall vorne mit dabei zu sein."
Dazu gehört für Andreas Brugger aber auch, dass seine Kollegen und er regelmäßig weltweit medizinische Kongresse besuchen, um ihr Wissen zu erweitern und auf dem aktuellsten Stand zu sein. "Da höre ich dann oft: Was - das macht ihr auch in Kulmbach?", erzählt er - und nennt eine weitere Komponente, die für ihn den Erfolg ausmachen: Mut. "Wir machen auch schwierige Interventionen. Ich habe gelernt, dass man sich den Herausforderungen stellen muss und die Verantwortung nicht auf andere abschieben sollte." Und fügt hinzu: "Natürlich muss man dabei aber seine Grenzen kennen."
In Blutgefäßen Ultraschall-Untersuchungen zu machen - oder sie mit Hilfe von Minibohrern aufzufräsen, das machen viele Kliniken nicht. Überhaupt sagt er: "Eine Kardiologie von diesem Rang hat ein Krankenhaus dieser Größe normalerweise nicht nicht."
Und weil das Katheterlabor mit seiner 24-Stunden-Bereitschaft - übrigens das einzige im Landkreis - so gut ausgelastet ist, wird noch heuer ein zweites entstehen. Es wird sich der elektrophysiologischen Untersuchung von Patienten mit Herzrhythmusstörungen widmen. Seit zwei Jahren werden die jetzt schon in Erlangen durchgeführt, ein Kulmbacher Oberarzt ist dazu einmal pro Woche dort.

Stolz auf Spezialisten

Für Geschäftsführer Schmidt ist das ein weiterer Mosaikstein, auf dem man bauen kann. Zunächst aber ist er stolz auf seine Herzspezialisten und deren hervorragende Arbeit. Einen Spitzenplatz auf einer bundesweiten Übersicht hat das Klinikum schließlich nicht jeden Tag.
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