Kulmbach
Monatsgemüse

"Besser als alles, was man kaufen kann"

Michaela Dörnhöfer baut ihre Tomaten selbst an. Die Kulmbacherin bevorzugt alte, samenfeste Sorten und liebt die Vielfalt der Farben, Formen und Aromen.
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Die Ernte ist prächtig: Schüsselweise pflückt Michaela Dörnhöfer die Tomaten von ihren Stauden. Die Auswahl an Farben und Formen ist verlockend, die ganze Familie ist begeistert von den vielfältigen Aromen: Black Cherry, Banana Cream, Ananas-Tomate und Indigo Rose finden sich ebenso im Erntekorb wie Russische Eiszäpfchen und Schlesische Himbeeren. Rund 30 Sorten hat die Tomatenliebhaberin dieses Jahr aus Samen gezogen und stolze 70 Kilogramm Tomaten geerntet. Allen gemeinsam ist, dass es sich um alte, traditionsreiche Sorten handelt.

Dass Firmen sich ein Monopol auf modernes Saatgut sichern können, gefällt Michaela Dörnhöfer gar nicht. Von den einschlägigen Firmen kauft sie deshalb möglichst keine Samen. Gerade bei Tomaten klappt es mit der Vermehrung der alten Sorten nämlich auch im privaten Garten problemlos: "Im Gegensatz zu den Hybriden sind diese samenfest. Das bedeutet, die Pflanzen der nächsten Generation haben die gleichen Eigenschaften wie die Mutterpflanze."

Michaela Dörnhöfer baut alle Tomaten in großen Eimern an. "Damit habe ich die besten Erfahrungen." Die Eimer stehen im Gewächshaus und an geschützten Standorten rund ums Haus. Gemulcht werden die Pflanzen mit ihrem eigenen Überschuss an Blättern. "Mit Tomatenkrankheiten habe ich nie Probleme."

Das Tomatenjahr begann schon im März mit der Aussaat und der Pflege der Sämlinge. Die kräftigsten Exemplare wurden dann in kleinen Töpfern weiterkultiviert. Die Mühe der Hobbygärtnerin wurde reich belohnt: Kiloweise pflückt sie die Früchte, die "wunderbar tomatig" schmecken und jede Supermarkt-Ware um Längen schlägt.

Von der reichen Ernte werden die Dörnhöfers auch im Winter noch etwas haben: Eingelegt, eingekocht, zu hausgemachtem Ketchup und Pasta-Saucen verarbeitet füllen sie die Vorratsregale. Tomaten, die faule Stellen haben, und Reste, die beim Verarbeiten anfallen, muss Michaela Dörnhöfer nicht wegwerfen: Darüber freuen sich ihre Hühner. 17 Tiere von sieben verschiedenen alten Rassen gackern im Garten und legen leckere Eier, die fast genauso bunt sind wie die Tomaten. Ob Tomate oder Ei - für Michaela Dörnhöfer ist klar: "Was man im eigenen Garten hat, schmeckt einfach am besten!"

Gesunde Früchte aus eigenem Anbau

Wenn es um Gemüse aus eigenem Anbau geht, kennt sich unser Gartenexperte Jupp Schröder bestens aus. Hier sind seine Tipps zu unserer Gemüsepflanze des Monats August:

Pflanze Die Tomate ist eine Pflanzenart aus der Familie der Nachtschattengewächse. Damit ist sie eng mit anderen Speisegewächsen wie Kartoffel, Paprika und Aubergine verwandt.

Herkunft Das Ursprungsgebiet der Tomate ist Mittel- und Südamerika.

Inhaltsstoffe Tomaten sind reich an den Vitaminen A, B1, B2, C, E, Niacin, sekundären Pflanzenstoffe sowie Mineralstoffen und Spurenelementen.

Anzucht Die Kultivierung der Jungpflanzen sollte nicht zu früh erfolgen. Zum Pflanztermin im Mai kommt es nicht auf die Länge der Pflanzen an. Es ist sehr wichtig, dass sie kräftig und gedrungen sind. Erst Mitte März ist es genügend hell für gute Wachstumsbedingungen. Mit genügend Wärme und Licht dauert es von der Aussaat bis zur pflanzfertigen Jungpflanze nicht länger als acht Wochen. Bei einem Pflanztermin Mitte Mai genügt deshalb die Aussaat am 10. bis 15. März.

Sortenwahl Es gibt noch keine wirklich resistenten Tomaten gegen die gefürchtete Kraut- und Braunfäule, auch wenn das oft behauptet wird. Als robust kann man die Sorte Vanessa bezeichnen. Auch zu empfehlen sind die italienische Fleischtomate Country Taste sowie Phantasia und Philovita. Ein Regenschutz ist wichtig. Tomaten, die mit Rasenschnitt gemulcht sind, gedeihen besonders gut und bleiben viel gesünder. PflegeTomaten gehören laufend aufgebunden. Alle Geiztriebe, die aus dem Blattachseln kommen, sind auszubrechen. Die Tomaten brauchen einen nährstoffreichen Boden und den sonnigsten Standort im Garten. Der Wasserbedarf ist höher als meistens angenommen wird. Eine altbewährte Methode ist das Eingraben von Tontöpfen neben der Pflanze bis knapp unter dem oberen Topfrand. Dadurch wird ein Trichter gebildet, der das Gießwasser aufnimmt.



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