Stadtsteinach
Immobilie

Benno Dressel kauft Teile des Salem-Komplexes

Der Unternehmer Benno Dressel hat große Teile des Salem-Komplexes übernommen. Er hat auch schon konkrete Pläne für die künftige Nutzung der Gebäude.
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Benno Dressel vor den Reihenhäusern des Salem-Komplexesprivat
Benno Dressel vor den Reihenhäusern des Salem-Komplexesprivat
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Sie sind ortsbildprägend: Die ehemaligen Postbauten an den westlichen Ausläufern des Frankenwalds liegen hoch über den Dächern Stadtsteinachs. Die Gebäude sind seit den frühen 1970-er Jahren im Eigentum der damaligen Bruderschaft Salem gewesen. Doch nun wird in der Geschichte der Anlage ein neues Kapitel aufgeschlagen. Die Salem International gemeinnützige GmbH trennt sich von einem Teil ihres Eigentums an der Alten Pressecker Straße. Neuer Hausherr wird der Deckenreuther Unternehmer Benno Dressel, der schon konkrete Pläne hat mit seinem Neuerwerb.

Benno Dressel hat in den letzten Jahren etliche Immobilien gekauft. In Stadtsteinach erwarb der Unternehmer (Bau und Wartung von Swimmingpools und Hauskläranlagen) gleich mehrere Grundstücke und Häuser. So zum Beispiel das Anwesen des ehemaligen Ladengeschäfts "Seifen-Ott" an der Hauptstraße, die ehemalige Gaststätte Hümmer am Marktplatz oder auch Wohnhäuser in der Alten Pressecker Straße.

Jetzt wächst das Immobilien-Portfolio des Geschäftsmannes um ein beträchtliches Stück. Vor wenigen Tagen hat der 65-Jährige den Kaufvertrag unterzeichnet, mit dem er wesentliche Teile aus der Salem-Liegenschaft erwirbt. Es geht um eine etwa 1,5 Hektar große Fläche im südlichen Teil des Gebäudekomplexes. Dazu gehört zum Beispielder sogenannte "Lindenhof", ein bis vor zwei Jahren gastronomisch genutztes Haus, das 1972 errichtet worden war. Außerdem der unterste Block der Postbauten, in dem erst kürzlich die Kindertagesstätte "Wölkchengruppe" ihre Pforten geöffnet hat. Und darüber hinaus ein Schwimmbad, eine Kläranlage und fünf Reihenhäuser, in denen sich Appartements und Behandlungszimmer befunden haben.

Zum Neuerwerb zählen auch die Wiesen, der Kräutergarten und die Freianlagen in Richtung der Walleite, wo derzeit die Ortsumgehung entsteht. Sie wird künftig die südliche Grenze des Flurstücks bilden. Der Bau der neuen Trasse wirkt sich unmittelbar auf die Pläne des 65-jährigen Unternehmers aus. "Ich nutze die Zeit des Umgehungsbaus, um mein Projekt umzusetzen", erklärt Benno Dressel.

Doch was hat er vor? Dem neuen Eigentümer schwebt ein Hotelbetrieb vor. Bürgermeister Roland Wolfrum würde sich über eine derartige Initiative freuen. Schließlich ist Stadtsteinach eine Fremdenverkehrsgemeinde, die jedoch ein Manko hat: Bislang konnte hier keine Bus-Reisegesellschaft unter einem Dach untergebracht werden.

Das soll sich nun ändern. Benno Dressel weist darauf hin, dass dafür umfangreiche Räumlichkeiten zur Verfügung stehen. "Salem konnte ja schon jetzt 60 Gäste-Betten vorhalten." Diese Zahl soll sich nun weiter erhöhen. In den fünf Reihenhäusern können viele Zimmer umgenutzt werden, die zuvor als Behandlungsräume dienten. Zudem stehen dort Appartements und Einzelzimmer bereit, die Salem an Gäste und Patienten vermietete.

Zusammen mit dem "Lindenhof" ergibt sich eine schlüssige Einheit für touristische Zwecke. Dieses Gebäude hält im Hochparterre einen großen Gastraum mit Theke vor. Im Untergeschoss liegt der "Fuchsbau", eine weitere Gastrofläche mit Bar. Anheimelndes Ambiente strahlt das Kaminzimmer aus. Auch eine großzügig angelegte Küche gibt es.

Nun sucht der neue Eigentümer nach einem Pächter mit entsprechender Erfahrung. Denn eines ist klar: "Selbst betreiben werde ich das Hotel und das Restaurant sicher nicht." Schon bald aber können die Räumlichkeiten für Feiern wie Geburtstage oder Jubiläen angemietet werden.

Keine Änderung ergibt sich für den südlichsten Block der ehemaligen Postbauten. Dort ist erst vor wenigen Wochen die Kindertagesstätte "Wölkchengruppe" eingezogen. Am Mietverhältnis mit der Stadt werde sich nichts ändern, versichert Benno Dressel. Im Obergeschoss des gleichen Hauses liegen Räume, die zu Wohnzwecken genutzt werden können."Vielleicht auch für Studenten oder Arbeiter während der Bauphase der Ortsumgehung."

Einig ist sich Benno Dressel mit den Geschäftsführern der gemeinnützigen GmbH im Bereich der Haustechnik: Er bezieht via Hackschnitzelwerk Wärme von Salem, das auch in Zukunft seine Abwässer in der eigenen Kläranlage reinigen kann. Sie hat der neue Eigentümer ebenso übernommen wie den Swimming-Pool des Vorbesitzers.

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