Laden...
Kulmbach
Gericht

Beleidigung: Kulmbacher muss 100 Stunden arbeiten

Wegen Beleidigungen vor einer Bayreuther Diskothek musste sich am Mittwoch ein junger Mann vor dem Amtsgericht Kulmbach verantworten.
Artikel drucken Artikel einbetten
Das Symbolbild zeigt junge Menschen in einer Disco. Foto: Archiv/Martin Schutt, dpa
Das Symbolbild zeigt junge Menschen in einer Disco. Foto: Archiv/Martin Schutt, dpa
Im März vergangenen Jahres beleidigte ein damals 20-jähriger Mann aus dem Kreis Kulmbach vor einer Diskothek in Bayreuth den diensthabenden Security-Mann unter anderem mit den Worten "dummer Glatzkopf". Anschließend beschimpfte er auch eine Polizeistreife. Dafür musste er sich am Mittwoch vor dem Amtsgericht Kulmbach verantworten.

Anlass für den Vorfall war, dass der Kulmbacher und ein Freund zuvor von der Security aus der Disco entfernt worden waren. Die hinzukommende Zivilstreife der Polizei, die einen Platzverweis erteilte, beschimpfte der junge Mann, der zu diesem Zeitpunkt alkoholisiert war, ebenfalls unflätig.

Die Zivilstreife war nach Aussage des Angeklagten von ihm als solche nicht erkannt worden. Sein Freund hatte zu diesem Zeitpunkt schon räumlichen Abstand von ihm genommen, während der Angeklagte weiterschimpfte.

Der junge Mann gab an, schon vor dem Discobesuch bei seinem Freund Alkohol getrunken zu haben. Im Lokal hatte er offenbar weiter getrunken. Vor Gericht bezeichnete er seinen damaligen Zustand als "betrunken".

Halbes Jahr in Australien
Seine Aggressionen erklärte er damit, dass er zuvor ein halbes Jahr in Australien gelebt habe und nach seiner Rückkehr, die unmittelbar vor der Tat erfolgt sei, mit dem deutschen Lebensstil nicht mehr zurecht gekommen sei. Seinen Frust über die Eingewöhnungsschwierigkeiten habe er daraufhin an seiner Umgebung ausgelassen.
Vorsitzender Richter Christoph Berner sprach von "unreifem Verhalten" und einer "unnötigen Tat". Die nach Angaben des Angeklagten in Australien gelebte Lässigkeit hätte er doch auf diese Situation anwenden können. So hätte man über den Grund des Rausschmisses aus der Disco diskutieren können statt zu pöbeln. Nach Angaben des Angeklagten hatte die Security beanstandet, dass er ein dunkles Käppi in den Räumen der Diskothek aufgesetzt gehabt hatte.

Unter Bewährung
Richter Berner wertete das volle Geständnis und die Entschuldigungen, die der Mann teilweise kurz nach der Tat an die Betroffenen ausgesprochen habe, als positiv. Ebenso wurden die inzwischen veränderte Lebenssituation, die von Stefan Fürst von der Jugendgerichtshilfe Kulmbach ausführlich dargelegt wurde, und ein freiwilliges Suchtberatungsgespräch, das des 21-Jährigen absolviert hatte, zu Gunsten des jungen Mannes bewertet. Negativ fiel dagegen ins Gewicht, dass er schon mehrfach Straftaten begangen habe und die aktuellen Taten aus nichtigem Anlass begangen wurden. Zudem stehe derzeit noch eine Bewährungsstrafe aus.

Da der Angeklagte zum Tatzeitpunkt jedoch noch nicht 21 war, kam das Jugendstrafrecht zur Anwendung. Staatsanwältin Katharina Roggenbrod plädierte auf 100 Arbeitsstunden, während Verteidiger Ralph Pittroff sich für 50 Stunden aussprach.

Das Gericht verurteilte den Mann zu 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Mit Rücksicht auf das inzwischen begonnene Studium des Beschuldigten wurden sie aber auf sechs Monate verteilt. Der Angeklagte verzichtete darauf, Rechtsmittel gegen das Urteil einzulegen, das damit rechtskräftig ist.
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren