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Kunst

Beim Symposium auf der Plassenburg entstehen faszinierende Kunstwerke

Der Bund Fränkischer Künstler stellte sein neuntes Symposium auf der Plassenburg unter das Motto "Die Stunde flieht, die Taten bleiben".
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Helga Hopfe bereitet sich beim Symposium mit ihren "Märchen"-Bildern auf ihre Einzelausstellung im Badhaus vor.Sonny Adam
Helga Hopfe bereitet sich beim Symposium mit ihren "Märchen"-Bildern auf ihre Einzelausstellung im Badhaus vor.Sonny Adam
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"Meine Bilder zeigen, wie Dinge aus der Balance geraten - sie sind so wie das Leben", erklärt Angelika Kandler-Seegy. Die Ehrenvorsitzende des Bundes Fränkischer Künstler fertigte beim neunten Symposium auf der Plassenburg eine Serie in leuchtendem Blau. Wichtig sei es dann nur, einen Punkt zu setzen. Und diesen Punkt könne jeder Besucher selbst auf ihren Bildern positionieren. Jeder Mensch setze ihn an eine andere Stelle.

Viele Altbekannte und drei Neue

Beim Symposium auf der Plassenburg sind viele altbekannte Künstler dabei. Rose Meerwein ist mit 86 Jahren eine der ältesten Teilnehmerinnen, sie kreiert Collagen mit politischen Inhalten. Karin Dietel aus Gefress spielt mit leuchtenden Farben. Sie überlässt vieles dem Zufall. Christel Gollner aus Bayreuth hat abstrahierte Landschaften in ihrem Repertoire, und Iris Hetz, die an der Uni Bayreuth im Bereich Wissenschaftsmanagement arbeitet, nutzt das Symposium für eine kreative Auszeit.

In diesem Jahr gibt es aber auch drei neue Gesichter, die zum ersten Mal die Atmosphäre der Plassenburg auf sich wirken lassen und in den alten Mauern ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Steffi Rodigas, eine gebürtige Thüringerin, arbeitet erst seit Juni als freischaffende Künstlerin. "Ich habe schon 2013 gemerkt, dass ich mich von der Arbeit trennen muss", erzählt die ehemalige Grundschullehrerin über ihre Leben. Jetzt - mit 60 Jahren - hat sie es gewagt.

Ideen aus der Natur

Steffi Rodigas nimmt ihre Ideen aus der Natur. Sie integriert 3-D-Elemente in ihre Bilder. Manchmal möchte sie Zeichen setzen, mit einem Werk will sie die Menschen gegen die grausame Praxis des Küken-Schredderns aufrütteln. "Ich habe auch schon Bilder zu den Themen Verschmutzung der Meere oder Klimawandel gemacht", erkärt Rodigas. "Besonders gefällt mir am Symposium, dass es unter den Künstler kein Konkurrenzdenken gibt", sagt sie. Sie habe viele gute Gespräche geführt, Zusammenhalt habe sie beflügelt.

"Wir haben in diesem Jahr einmal pro Woche ein Kunstgespräch geführt - von der Inspiration zur Tat", meint Ehrenvorsitzende Angelika Kandler-Seegy. Zudem hätten die Künstler die Aufgabe bekommen, Haikus zu ihren Werken zu verfassen, ultrakurze Gedichte mit genau 17 Silben.

Geheimnisvolle Netze

Mit "Sommernachtsleuchten, Träume zu Netzen gewebt. Sehnsuchtsflüstern weit" umschreibt Doris Bocka, die zweite Neue beim Symposium, ihren abstrakten Sommerzyklus. Auf spezielles Papier hat die Bindlacherin geheimnisvolle Netze gewebt. Reduktion auf das Wesentliche ist das, was ihre Kunst ausmacht. "Ich bin durchs Tangotanzen zur Malerei gekommen. Ich wollte die Emotionen des Tanzes auch bildnerisch darstellen", erklärt Doris Bocka. Beeindruckend sind vor allem ihre abstrahierten gegenständlichen Menschenbilder. Bocka konzentriert sich auf Details, setzt beeindruckende Schatten und weckt auf diese Art tatsächlich Gefühle beim Betrachter.

Wieder einer ganz andere Art der Kunst hat sich Brigitte Böhler verschrieben. Böhler ist Kunsterzieherin. Sie schwankte bei der Kreation ihrer Bilder zwischen Gegenständlichem und Abstrakten. Ihr Lieblingswerk, das auf der Plassenburg entstanden ist, heißt "Paradiesvogel". "Ich habe das Bild einfach gemalt - und plötzlich war der Vogel da", erklärt sie.

Am Symposium nahmen 16 Künstler aus ganz Deutschland mit. Die Palette der Kunstschaffenden ist vielfältig. Jeder hat eine andere Intention: Einige Malen zur Entspannung, andere, um kreativ zu sein, und wieerum andere andere wollen eine Botschaft vermitteln. "Ich war im Leben zu wenig politisch. Jetzt bin ich es mit meinen Collagen", sagt etwa Rose Meerwein aus Berlin.

Vernissage am 6. Oktober

Am Samstag, 6. Oktober, um 11.15 Uhr beginnt die Vernissage auf der Plassenburg. Die Ausstellung mit Bildern, die während des Symposiums entstanden sind, ist bis 27. Oktober in der Großen Hofstube zu sehen. Öffnungszeiten sind täglich von 9 bis 18 Uhr.

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