Thurnau

Bei Thurnau fallen 18 Hektar Wald für die A 70

Bei Thurnau wird die Autobahn verlegt, weil der Hang entlang der jetzigen Trasse rutscht. Mit der Rodung für die neue Streckenführung wurde begonnen - obwohl der Planfeststellungsbeschluss noch nicht erfolgt ist.
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Wo ein großer Wald war, liegen  jetzt  Bäume. Für den Bau der neuen Autobahntrasse wird bei Thurnau in großem Umfang gerodet.Alexander Hartmann
Wo ein großer Wald war, liegen jetzt Bäume. Für den Bau der neuen Autobahntrasse wird bei Thurnau in großem Umfang gerodet.Alexander Hartmann
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Es ist eine gewaltige Rodungsmaßnahme, die seit einigen Wochen entlang der A 70 zwischen der Anschlussstelle bei Unterbrücklein und Thurnau-Ost stattfindet. Hunderte Bäume fallen für die neue Autobahntrasse, die bei Thurnau auf 4,2 Kilometern Länge entstehen soll. Wo große Harvester die Stämme gekappt haben, ist jetzt kein Wald mehr, sondern nur noch eine schätzungsweise 100 Meter breite Schneise zu sehen, in der Stümpfe aus dem Boden ragen.

Es gibt einen Ausgleich

Bis dato wurden acht Hektar unter der Regie der Bayerischen Staatsforsten eingeschlagen - am Ende werden es 18 Hektar sein, die anhand eines Ausgleichs- und Ersatzkonzeptes durch entsprechende Ersatzpflanzungen ausgeglichen werden, wie der Leiter der Dienststelle Bayreuth der Autobahndirektion Nordbayern, Thomas Pfeifer, im Gespräch mit der BR erläutert.

"Es sind nur Vorarbeiten"

Warum die Autobahn in einem Teilstück neu gebaut? Weil der Hang entlang der jetzigen Trasse rutscht, die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet werden kann. Warum aber schon jetzt mit den Arbeiten begonnen wurde, obwohl der Planfeststellungsbeschluss, der einer Baugenehmigung gleichkommt, noch gar nicht erfolgt ist? "Wir bauen nichts, gehen nur in Vorarbeit", sagt dazu Thomas Pfeifer, der weiß, dass es auch noch Einwände gegen die Trassenführung gibt.

Einwände gegen die Trasse

So hat der Zweite Thurnauer Bürgermeister Veit Pöhlmann (FDP/ÜWG) nicht nur die mangelhafte Anbindung der Ortschaft Hörlinreuth, sondern auch die Streckenführung kritisiert und eine Alternativlösung präsentiert. Wie Pfeifer mitteilt, werden die Einwände, die Pöhlmann, die aber auch die Gemeinde vorgebracht hat, von der Regierung bewertet. "Wir warten die Entscheidung ab", so der Sprecher der Autobahndirektion, der anführt: "Wir haben eine Vielzahl an möglichen Trassenführungen untersucht. Die jetzt vorliegende ist die nach Ansicht aller Experten sinnvollste."

Vor der Vegetationsphase

Die Rodung des Waldes tangiere die zur Diskussion stehenden Punkte nicht. Die Bäume müssten vor dem Beginn der Vegetationsphase gefällt werden, erläutert Pfeifer - um nach einem Planfeststellungsbeschluss zeitnah mit dem 65-Millionen-Euro-Projekt beginnen zu können. Wie er deutlich macht, drängt die Zeit, da es im Böschungsbereich der jetzigen A 70 enorme Risse gibt.

Strecke soll 2023 befahrbar sein

Der eigentliche Straßenbau wird 2020 noch nicht erfolgen. Starten wird das Projekt mit dem Bau einer Brücke an der geplanten neuen Anschlussstelle Thurnau-Ost. Wie der Brückenbau werde auch der Trassenbau den Verkehrsfluss auf der A 70 nur wenig beeinträchtigen, weil es ein kompletter Neubau entlang der jetzigen Trasse werde, so Pfeifer. 2023 soll die neue Strecke befahrbar sein.

Zu spüren bekommen werden das Projekt in der kommenden Woche die Autofahrer, die auf der Staatsstraße 2189 zwischen Neuenreuth am Main und Thurnau unterwegs sind. Dort kann es bis Freitag bei Neuenwirtshaus wegen Baumfällarbeiten auf 450 Metern Länge zu Verkehrsbehinderungen kommen. Der Verkehr wird durch eine Ampelanlage geregelt, um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer nicht zu gefährden.

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