Sport, Tradition und Geselligkeit - das sind die drei Säulen, auf denen die Königlich Privilegiert Schützengilde Kulmbach von 1511 ruht. Die Hauptversammlung war eine ganz besondere. 40 Jahre lang hatte Hans-Peter Gäbelein als Schützenmeister die Geschicke des Traditionsvereins gelenkt, jetzt sah er die Zeit gekommen, die Zügel in jüngere Hände zu übergeben.

Rückblick auf eine "bewegte Zeit"

"Die 40 Jahre waren eine bewegte Zeit", sagte der scheidende Schützenmeister, der einen umfangreichen Rückblick auf die Ereignisse der letzten vier Jahrzehnte gab. Einer der Höhepunkte in der Vereinsgeschichte sei der Bau des 1989 eingeweihten Schützenheims in der Karl-Jung-Straße gewesen. Stolze 914 000 Mark habe das Projekt damals verschlungen, die fleißigen Mitgliedern hätten knapp 390 000 Mark an Eigenleistung erbracht. "Eine stolze Leistung", lobte Gäbelein, ein Zeugnis für den starken Zusammenhalt im Verein.

Der sei auch nötig gewesen, denn schon im Sommer 1990 seien binnen weniger Tage zentimeterbreite Risse im Gebäude entstanden. Grund dafür waren laut Gäbelein Abbrucharbeiten für die Neuerrichtung des Parkhauses in der Basteigasse gewesen. "Damit begann eine Phas, die unserer Gilde fast die Existenz gekostet hätte."

Die meisten Mitglieder sind unter 40

Heute übergebe er einen erfolgreichen Verein mit 212 Mitgliedern, darunter sei ein Viertel weiblich. Der Altersdurchschnitt liege deutlich unter dem Landesdurchschnitt: "Die meisten unserer Mitglieder sind zwischen 20 und 40 Jahre alt."

Zum neuen Ersten Schützenmeister wurde Christian Sembach gewählt. Er will das Bestehende weiterführen, das Sportliche noch weiter ausbauen und versuchen, noch mehr Jugendliche und Damen für den Schützensport zu begeistern.

Zum Ehrenschützenmeister ernannt

Ihm zur Seite stehen künftig Samuel Schneider als Zweiter und Mario Reinhard als Dritter Schützenmeister. Hans-Peter Gäbelein geht dem neuen Team nicht ganz verloren, wurde er doch noch in der gleichen Versammlung zum Ehrenschützenmeister gewählt.

Darüber hinaus hatte sich das neue Führungstrio eine besondere Überraschung für ihn ausgedacht. "Wir sind der Ansicht, dass keine unserer bestehenden Ehrungen jemandem wie dir, der sich über seine Pflichten hinaus für den Verein und das Schützenwesen eingesetzt hat, gerecht wird", sagte Christian Sembach. Aus diesem Grund wurde Gäbelein der neu geschaffene Vereinsorden mit Eichenlaub in Gold am Bande verliehen. Sichtlich gerührt bedankte sich dieser für diese Anerkennung und beschenkte selbst wiederum den Verein. Mit seiner Frau Helene überreichte er eine handgemalte Schützenscheibe der Malerin Gruber-Böhm aus Wörthsee in Oberbayern.

"Ich kann meine Amtsgeschäfte guten Gewissens übergeben", sagte Gäbelein. Vor Jahren habe er sich bereits um den Aufbau seiner Nachfolge gekümmert, denn ihm liege am Herzen, dass der Schützensport weiter Bestand hat. "Früher gab es so viele Sportverbände auf der Wies'n, von denen alleine die Schützen übrig geblieben seien . Diese Gemeinschaft und dieses Kulturgut gelte es, weiter in die Zukunft zu tragen. "Wir dürfen in unserer Gesellschaft nicht zum Einzelkämpfer mutieren", so der scheidende Funktionär. Nachfolgend die Ehrungen:

Sportschützenbund

Zehn Jahre Christine Konrad

25 Jahre Peter Winkler, Harald Grüner

40 Jahre Ulrike Heidl, Britta Frankenberger

50 Jahre Hans-Peter Gäbelein

Gaunadeln Jans Niklas, Sandra Preiß, Harald Grüner, Markus Heidl, Christian Sembach

Vereinsehrungen Silbernes Abzeichen Stefan Mederer, Ulf Müller

Bronzenes Ehrenkreuz Patric Waldmann

Ehrenmitglied Helene Gäbelein

Ehrenschützenmeister und Vereinsorden in Gold mit

Eichenlaub Hans-Peter Gäbelein