Untersteinach
Sitzung

Beendet Kombilösung den Untersteinacher Wasserstreit?

Der Gemeinderat Untersteinach hat einstimmig beschlossen, die Versorgung mit Trinkwasser über den eigenen Brunnen und eine neue FWO-Leitung sicherzustellen.
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Der Untersteinacher Wasserstreit scheint beigelegt. Symbolfoto: Patrick Pleul/dpa
Der Untersteinacher Wasserstreit scheint beigelegt. Symbolfoto: Patrick Pleul/dpa

Der Streit über die künftige Wasserversorgung Untersteinachs scheint beigelegt. Einstimmig und in Harmonie haben die Mitglieder des Gemeinderats am Mittwochabend einen überraschenden Grundsatzbeschluss gefasst und damit die wohl wichtigste Entscheidung der letzten Jahre getroffen. Das Gremium beschloss, den Brunnen "Pressecklein" zu erhalten. Allerdings soll künftig nicht ganz Untersteinach mit eigenem Brunnenwasser versorgt, die Hochzone soll vielmehr von der Fernwasserversorgung Oberfranken beliefert werden. Diese Variante "Brunnen und Zuleitung durch die Fernwasserversorgung" hatte Bürgermeister Volker Schmiechen (SPD) zum ersten Mal präsentiert. Sie hat zudem den Vorteil, dass sie die kostengünstigste ist.

Neue Lösung ist die günstigste

Schmiechen stellte dem Gremium drei Lösungswege vor: den Erhalt des Brunnens mit Sanierung der Hochbehälter (Investitionskosten: 2,26 Millionen Euro), den Vollanschluss an die FWO (718 300 Euro) sowie die neue Kombi-Lösung (620 500 Euro). Beim Vollanschluss an die FWO und bei der Mischlösung könne die Gemeinde mit einer Zuwendung von 160 000 Euro rechnen, so der Bürgermeister.

Bei der "neuen" Variante wird laut Schmiechen der obere Hochbehälter "Kernshölzla" aufgelassen. Er müsse nicht aufwändig saniert werden, sondern könne vom Netz genommen und als Löschwasservorrat verwendet werden.

Kein neuer Hochbehälter mehr nötig

Die Tiefzone werde weiterhin mit eigenem Brunnenwasser versorgt, erläuterte der Bürgermeister. Der Rest der Gemeinde, also die Hochzone am Eichberg und Melm, würde an die FWO angeschlossen. Allerdings müsste dann eine neue Leitung von Hummendorf nach Untersteinach verlegt werden. Der Bau würde nach Mitteilung des Wasserwirtschaftsamts Hof mit mindestens 50 Prozent bezuschusst.

"Wir könnten mit dieser Lösung zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Der Neubau eines Hochbehälters würde entfallen und die Löschwasserbevorratung wäre auch gesichert. Wenn das so geht, müssen alle zufrieden sein", erklärte Reiner Seiffert (CSU).

"Die Entscheidung, die wir heute treffen, ist die wichtigste der nächsten zwei bis drei Jahrzehnte. Es ist wichtig, den eigenen Brunnen zu erhalten. Aber wir wissen auch nicht, wie lange die Schüttung noch anhält. Deshalb ist diese Lösung auch mit Blick auf den Klimawandel gut", konstatierte Alfred Vießmann (UBG).

Die Fördermöglichkeit der Leitung sei neu. Bis Ende 2021 müsse diese gebaut sein, erklärte Andrea Künzl vom Wasserwirtschaftsamt Hof.

"Wunderbare Fügung"

"Diese Lösung ist eine wunderbare Fügung. Wir können den eigenen Brunnen erhalten, wir haben unser Löschwasserproblem gelöst und wirtschaftlich ist sie auch noch die günstigste", sagte Cornelia Wehner (SPD).

Lediglich Markus Weigel (FW) zeigte sich skeptisch. "Die FWO konnte mir keine Antwort geben, ob die Preise stabil bleiben. Wir wissen nicht, was passiert, wenn es zu einer Krise kommt. Wir begeben uns in eine Abhängigkeit und setzen uns Wasserpreissteigerungen aus", erklärte er. "Aber uns kann auch keiner garantierten, dass der Brunnen in 20 Jahren noch Wasser liefert", entkräftete Jürgen Seifferth (SPD) die Einwände Weigels. "Wir sind doch nicht die Einzigen, die Wasser von der FWO beziehen", wandte Cornelia Wehner (SPD) ein. "Wir hätten schon 2017 entscheiden können. Jetzt hat sich durch die neue Förderung alles zum Guten gewandt", ergänzte Christa Müller (SPD).

"Es ist gut, dass wir ein zweites Standbein haben. Unser Ziel war es, den eigenen Brunnen zu erhalten. Und ein Teil der Wasserversorgung wird über die FWO abgedeckt", fasste Zweiter Bürgermeister Hans-Peter Röhrlein (CSU) die Situation zusammen.

Ringschlüsse kommen

Schließlich votierten alle Räte für die Kombilösung und stellten damit endgültig die Weichen für die zukünftige Wasserversorgung Untersteinachs.

Die neue Verwaltungsleiterin Christiane Schuck regte außerdem an, einen Grundsatzbeschluss zu fassen, das Untersteinacher Leitungsnetz durch Ringschlüsse zu optimieren. Dies sei nötig, um die Druckverhältnisse zu verbessern und um die Löschwasserversorgung sicherzustellen. Auch diesem Zusatz stimmten die Räte zu.

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