Kulmbach
Empfang

Bayerischer Landtag fest in Narrenhand

Die SPD-Landtagsfraktion hatte Faschingsaktivisten aus dem gesamten Freistaat ins Maximilianeum eingeladen. Die Franken stellten die größte Gruppe.
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MdL Kaus Adelt (rechts) mit seinen Landtagskolleginnen und - kollegen weiter nach links Helga Schmitt-Bussinger, Inge Aures, Diana Stachowitz und Reinhold Strobl sowie Kommandant Robert Neugirg von der "Altneihauser Feierwehrkapell'n. Fotos: Werner Reißaus
MdL Kaus Adelt (rechts) mit seinen Landtagskolleginnen und - kollegen weiter nach links Helga Schmitt-Bussinger, Inge Aures, Diana Stachowitz und Reinhold Strobl sowie Kommandant Robert Neugirg von der "Altneihauser Feierwehrkapell'n. Fotos: Werner Reißaus
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Ungewöhnlich: Der Bayerische Landtag war am Samstag fest in der Hand von rund 500 Faschingsgästen und 59 ausgelassenen und närrischen Gruppen. Mittendrin die "Altneihauser Feierwehrkapell'n" mit ihrem Kommandanten Robert Neugirg, die als Stargast die Besucher begeisterte.

Eingeladen zu dem Faschingsempfang hatte die Landtagsfraktion der SPD. Im Senatssaal des Maximilianeums wurde dabei deutlich, dass die närrische Jahreszeit in Bayern besonders bunt und fröhlich gefeiert wird. Das war auch das Ziel der Genossen: Sie wollten die vielfältigen Traditionen und Bräuche zusammenführen, und so wurde zwei Stunden ein bunter Querschnitt durch das närrische Treiben in Altbayern und Franken geboten.

Landtagsvizepräsidentin Inge Aures aus Kulmbach übergab offiziell die Macht: "Liebe Leut', es ist bekannt, der Landtag ist heut' in Narrenhand! Von weit her seid ihr gekommen, so heiß ich euch alle willkommen.
Ihr Narren kommt nur, strömt nur herbei, ich hoffe, ihr habt gute Laune dabei. So grüß' ich euch ihr lieben Leut', im Namen meiner Kollegen voller Freud', im Namen von Markus Rinderspacher, das ist unser Boss, ein echter Kracher." Der oberfränkische Abgeordnete Klaus Adelt konnte gleich die Besatzung von zwei Reisebussen begrüßen - alles Faschingsaktivisten aus seiner Heimat. Und er machte Vizepräsidentin Aures unter dem Jubel der Anwesenden gleich noch zur Prinzessin. Stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Helga Schmitt-Bussinger freute sich besonders, dass die Franken an diesem Tag die Mehrheit im Bayerischen Landtag stellten.

Peter Steinberger, der Präsident des Landesverbands Oberbayern im Bund Deutscher Karneval, war der ranghöchste Gast unter den "Narren". Die Oberbayern stellten 16 Gruppen, Niederbayern sieben, Oberfranken 15, Mittelfranken neun und Unterfranken eine. Bei den Schwaben war die Einladung offenbar nicht angekommen, denn sie fehlten bei dem Empfang.


Gedicht aus Kulmbach

Das Prinzenpaar vom Faschingsclub München-Neuhausen eröffnete die Bühnenshow im ehrwürdigen Senatssaal und gleich im Anschluss setzte die "Narhalla" aus Hof mit einem fetzigen Gardetanz den ersten Glanzpunkt. Es folgten die "Flecklasmänner" aus Hilpoltstein und das Kinderprinzenpaar der "Kulmbacher Showtanzgarde", Annamarie I. und Denis I. leiteten mit einem Gedichtvortrag über zum Prinzenwalzer. Sie hatten für Inge Aures auch eine Torte mitgebracht und stellten fest: "Inge lud uns ein, hier im Landtag mit dabei zu sein. Von der Bierstadt Kulmbach kommen wir her und freuen uns hier in München über den Aufritt sehr. Unsere frühere Oberbürgermeisterin Aures Inge vollbrachte in Kulmbach tolle Dinge. Sie trägt fast immer Klamotten in Rot und passt bei der SPD ganz gut ins Boot." Im Saal schunkelten und jubelten die Gäste in ihren phantasievollen Kostümen, historischen Uniformen und prächtigen Roben.

Zum Abschluss und als Höhepunkt des närrischen Treibens im Maximilianeum trat dann die "Altneihauser Feierwehrkapell"n" auf. Die Oberpfälzer Musiker scherzten über den Gastgeber: "Weil die SPD in Bayerns Parlament, so gut wie keinen Frohsinn kennt, da sie ja zu den Parteien zählt, die in Bayern niemand wählt und - eingekreist von schwarzem Mist - seit jeher ohne Einfluss ist, zeigt die Partei in dem Gebäude nur sehr selten Lebensfreude, doch ihr ist die Kunst gegeben, allen Frust zu überleben, indem sie, in sich selbst verliebt, ab und zu Empfänge gibt, um sich kollektiv im Haufen ihr tristes Dasein schön zu saufen."

Bernd Neidhardt, Vorsitzender der Showtanzgarde Kulmbach: "Wir waren überrascht und haben uns sehr über die Einladung gefreut." Landtagsvizepräsidentin Inge Aures zeigte sich von der Resonanz angetan: "Es war schon gigantisch, dass sich so viele Faschingsnarren aus ganz Bayern auf den Weg gemacht haben, um bei dem Empfang dabei zu sein. Die Altneihauser Feuerwehrkapell'n war ja echt der Kracher. Das sind Publikumslieblinge." und die Menschen mögen auch den derben Humor. Ich fand es auch grandios, wie sie auch die SPD auf die Schippe genommen haben."

Werner Reißaus
Die "Altneihauser Feierwehrkapell`n" mit Kommandant Robert Neugirg (links)

Die oberfränkischen Faschingsgesellschaften waren besonders zahlreich vertreten.
Landtagsvizepräsidentin Inge Aures nahm die Begrüßung der Gäste im Senatssaal vor.

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