Kulmbach
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Bauprojekt Burghaig: Pläne bereiten Bauchschmerzen

Der Kulmbacher Stadtrat genehmigt mehrheitlich ein Wohngebäude in Burghaig, das nach Ansicht der Kritiker den dörflichen Charakter zerstören wird.
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Das leere Grundstück in der Theodor-Heublein-Straße 15 in Burghaig - gegenüber der Schule - wird wieder bebaut. Das geplante Gebäude mit elf Wohnungen war im Stadtrat umstritten. Eine Visualisierung gab es von der Stadtverwaltung nicht.  Footo: Stephan Tiroch
Das leere Grundstück in der Theodor-Heublein-Straße 15 in Burghaig - gegenüber der Schule - wird wieder bebaut. Das geplante Gebäude mit elf Wohnungen war im Stadtrat umstritten. Eine Visualisierung gab es von der Stadtverwaltung nicht. Footo: Stephan Tiroch
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Schon wieder bereitet ein Bauprojekt Bauchschmerzen: Diesmal ist es ein Projekt in Burghaig. Der Stadtrat genehmigte gestern das Gebäude mit elf Wohnungen, das nach Ansicht der Kritiker den dörflichen Charakter zerstörten wird. Es dürfte in seiner Bauweise dem Schwanenhof im Spiegel ähneln sowie dem geplanten Gebäude in der Luitpoldstraße, wo die Villa von Ursula Wolf weggerissen wurde.

Maximilian Fießmann will den viergeschossigen Neubau in der Theodor-Heublein-Straße 15 - gegenüber der Schule - auf einer ehemaligen Hofstelle errichten. Die landwirtschaftlich genutzten Gebäude sind bereits abgebrochen.

"Städtebaulich vertretbar"

Die Bebauung im Umfeld des 3000 Quadratmeter großen Grundstücks ist laut Verwaltung uneinheitlich. Ältere Gebäude und Neubauten ergeben eine gemischte Struktur. Am Dorfberg und entlang der Theodor-Heublein-Straße lasse sich der dörfliche Charakter Burghaigs noch erkennen. "Das geplante Gebäude hebt sich aufgrund seiner Kubatur und der Ausbildung der Dachzone als Staffelgeschoss deutlich von seinem Umfeld ab. Es repräsentiert eine eher städtische Bauweise, die es hier in dieser Art noch nicht gibt", stellt das Bauamt fest. Dennoch sei das Vorhaben gemessen an den örtlichen Rahmenbedingungen "städtebaulich vertretbar" und planungsrechtlich zulässig.

Das sehen die Kritiker anders. Ingo Lehmann (SPD) warf die Frage auf, "ob der massive Bau in die dörfliche Umgebung reinpasst". Es sei zwar wichtig, dass Wohnraum entsteht. Der SPD-Fraktionsvorsitzende hätte sich jedoch gewünscht, dass der Bauherr seine Pläne modifiziert.

Noch eine Bausünde

Hans Werther (SPD) verwies darauf, dass es in Kulmbach immer wieder Bausünden wie KDM oder Woolworth gegeben habe. Vielleicht sei der Sündenfall in Burghaig nicht so groß, aber, so meinte er: "Das ist der Tod des Dorfcharakters. Wollen wir das wirklich?" Es könne nicht im Sinne der Allgemeinheit sein, wenn nur die Interessen des Investors gesehen werden.

Laut OB Henry Schramm (CSU) wird in Kulmbach Wohnraum gebraucht. Und hier werde ein leeres Grundstück bebaut. Es erfolge also einen Verdichtung im Innenbereich.

Keine Glaubensfrage

Er räumte ein, dass man über die Bauweise geteilter Meinung sein könne. Allerdings wäre es übertrieben, daraus eine Glaubensfrage zu machen. Die Nachbarn hätten auch unterschrieben.

Er habe, so der Oberbürgermeister, mit dem Bauherrn verhandelt, der nicht von seiner Planung abrücken will. Die Größenordnung sei notwendig, um die Kosten im Griff zu behalten. Denn das Gebäude bekomme einen Aufzug und werde somit barrierefrei.

Die Stadtratsmehrheit (7 CSU, 7 WGK, 1 SPD, 1 FDP und OB) stimmte für das Projekt. Dagegen waren: 7 SPD und 1 Grüne.

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