Neufang
Pilzbefall

Baumfällung: Straße bei Neufang zeitweise gesperrt

Der aggressive Brandkrustenpilz hat die Rotbuche am Ortseingang von Neufang befallen. Der 27 Meter hohe Baum wird am Donnerstag gefällt. Die Kreisstraße muss deshalb zeitweise für den Verkehr gesperrt werden.
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Kreisfachberater Friedhelm Haun (links) erläutert Bürgermeister Hermann Anselstetter, wie die Neufanger Rotbuche am Wurzelhals vom Brandkrustenpilz geschädigt worden ist. Fotos: Werner Reißaus
Kreisfachberater Friedhelm Haun (links) erläutert Bürgermeister Hermann Anselstetter, wie die Neufanger Rotbuche am Wurzelhals vom Brandkrustenpilz geschädigt worden ist. Fotos: Werner Reißaus
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Der 27 Meter hohen Rotbuche am Ortseingang von Neufang geht es am Donnerstag an den "Kragen": Das Naturdenkmal wird von einem Baumpfleger aus Hollfeld gefällt. Der Grund: Die Buche leidet an dem aggressiven Pilz Brandkrustenpilz. Er ist zwar nicht so auffällig wie andere Pilzarten an Bäumen, aber in diesem Fall befindet sich der Fruchtkörper des Pilzes am Wurzelhals. "Pilze im Stamm können überhaupt nicht bekämpft werden. Im Astbereich könnte ich das alles aussägen, aber nicht im Holzbereich", erläutert Kreisfachberater Friedhelm Haun die Unabwendbarkeit dieser Maßnahme.

23 Bäume unter Naturschutz

Nicht weniger als 22 Eichen und eine Rotbuche stehen entlang der Ortsdurchfahrt in Neufang unter Naturschutz.
Kreisfachberater Friedhelm Haun: "Diese Bäume sind vor gut 30 Jahren unter Schutz gestellt worden, und sie werden seit diesem Zeitpunkt immer wieder gepflegt und auf ihre Verkehrssicherheit vom Landratsamt untersucht." Das Naturdenkmal heißt offiziell: "23 Eichen mit Rotbuche". Eine Eiche wurde in der Vergangenheit bereits gefällt, so der Kreisfachberater, dem es weh tut, dass die Rotbuche jetzt doch der Motorsäge zum Opfer fällt: "Es ist natürlich ein wunderschöner, Ortsbild bestimmender Baum, der höher als die Eichen ist. Ich würde sagen, der Baum ist etwa 150 bis 200 Jahre alt. Wir können ja dann einmal nachzählen, wenn er abgenommen ist."

Vom Landratsamt Kulmbach wurde ein öffentlicher Gutachter für Baumgesundheit und Baumsicherheit eingeschaltet. Der Experte hat die Fällung für dringend notwendig erachtet. Haun: "Man hätte zwar den Baum von den Ästen her noch etwas zurücknehmen können, aber ein zurückgenommener Baum ist auch keine Schönheit mehr. Und deswegen ist die Rotbuche dran, denn ihre Standsicherheit wird durch den Pilz wesentlich beeinträchtigt."

"Es geht um Sachwerte"

Der Kreisfachberater verwies auf die erhebliche Verkehrssicherungspflicht, denn immerhin befindet sich die Buche unmittelbar im Fallbereich von drei Häusern und einer Scheune: "Wenn der Baum bricht, geht es um erhebliche Sachwerte, und es geht außerdem um die Verkehrsgefährdung in diesem Bereich."

Die Fällung wird nicht einfach vonstatten gehen. Der Baumfäller wird mittels eines Hubsteigers die Äste schrittweise zurücknehmen, der gesamte Baum wird dann mit einem Kran herausgezogen und sein Stamm grob zerkleinert. Das Holz wird dann dem Eigentümer Ottmar Opel zur Verfügung gestellt.

Bürgermeister Hermann Anselstetter gab sich überzeugt, dass die Anlieger über die beabsichtigte Fällung der Rotbuche glücklich sind: "Auch wenn die Neufanger sehr baumfreundlich sind, aber die Rotbuche steht schon seit 1981 im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Da hat es viele Diskussionen und schon viele Beschwerden der Anlieger gegeben."

Anselstetter erinnerte daran, dass der damalige Besitzer Georg Opel bereits 1981 darauf verwiesen hat, dass diese Baumreihe in Neufang nicht schützenswert ist. Das ist aber dann vom Landratsamt Kulmbach widerlegt worden - nach Meinung des Bürgermeisters zu Recht: "So gesehen ist es ein jahrzehntelanger Kampf vor allem um den Holzwert der Eichen gewesen. Es gab dann viele Ortstermine mit den Juristen des Landratsamts, mit dem Vermessungsamt und der Naturschutzbehörde. Dabei ging es immer darum, wem die Bäume überhaupt gehören. Bei der Rotbuche wurde festgestellt, dass diese damals zu zwei Dritteln der Gemeinde und jetzt dem Landkreis und zu einem Drittel dem Landwirt Georg Opel gehört. Aber man hat der Bitte des Landwirts entsprochen, dass er das Holz bekommt."

Immer wieder Beschwerden

Die unmittelbaren Anlieger hatten sich aber immer wieder bei der Gemeindeverwaltung beschwert, dass von der Buche eine erhebliche Gefahr ausgehe. Bürgermeister Anselstetter: "Es waren alles berechtigte Einwände, und der Landkreis hat hier immer sehr verantwortungsbewusst abgewogen zwischen den Interessen der Bürger und dem eindrucksvollen Naturdenkmal." 1986 wurde aber auch festgestellt, dass die Buche nicht mehr sanierungsfähig ist, die Schutzwürdigkeit wurde aufgehoben. Wenig später erfolgte aber erneut die Unterschutzstellung des Baumes, an dem 1992 umfangreiche Sanierungsarbeiten vorgenommen wurden. "Irgendwann war dann aber doch der Punkt gekommen, an dem es für die Rotbuche keine Rettung mehr gab", so Anselstetter.

Die Baumfällung am Donnerstag wird den ganzen Tag über dauern. "Es wird auch zu leichten Verkehrsbehinderungen kommen, denn die Kreisstraße wird nicht gänzlich gesperrt, sondern nur zeitweise", erläutert Kreisfachberater Friedhelm Haun.
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