Rugendorf
Gemeinderat

Baumfällung in Rugendorf sorgt für Unmut

Brigitte Radtke kann nicht verstehen, warum an der Bundesstraße 303 bei Rugendorf gesunde Bäume umgemacht wurden.
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Brigitte Radtke hat kein Verständnis dafür, dass neben der Bundesstraße 303 gesunde Bäume gefällt wurden.Klaus Klaschka
Brigitte Radtke hat kein Verständnis dafür, dass neben der Bundesstraße 303 gesunde Bäume gefällt wurden.Klaus Klaschka
Darüber, dass dieser Tage neben der Bundesstraße 303 von Arbeitern des Staatlichen Bauamts "ohne Not" Bäume gefällt wurden, regte sich Brigitte Radtke in der Bürgersprechstunde vor der Sitzung des Rugendorfer Gemeinderats am Montagabend auf. Dass die Bäume marode gewesen seien, sei nicht erkennbar. Vielmehr mutmaßte Radtke, dass sie nur umgemacht wurden, um damit die Häckselanlage des Bauamts in Bayreuth zu füttern.

Außerdem wollte die Rugendorferin wissen, ob es in der Gemeinde eine Baumschutzverordnung gibt.


Gegen Baumschutzverordnung


Die Bundesstraße und deren Randbereiche seien Eigentum des Bauamts und damit des Staats. Die Behörde kündige Abholzungen weder an, noch bitte sie die Gemeinde um Erlaubnis, erläuterte Bürgermeister Ralf Holzmann. Über eine Baumschutzverordnung in Rugendorf sei schon mehrfach diskutiert worden, der Gemeinderat sei jedoch stets mehrheitlich gegen einen Erlass gewesen.

Man habe nie Baumschutz und Eigentum gegeneinander abwägen wollen, ergänzte Gemeinderat Martin Hohlweg, und Herbert Schmidt, "seit Geburt in Rugendorf," wies darauf hin, dass es in Rugendorf noch nie so viele Bäume gab wie heute. Dem pflichtete auch Elisabeth Schmidt-Hofmann bei. Dass Natur mit Eigentum in Verbindung gebracht werde, mochte Brigitte Radtke dennoch nicht akzeptieren.


Hebesätze bleiben gleich


Als Konsolidierungsgemeinde ist Rugendorf gehalten, die erhobenen Sätze für Grund- und Gewerbesteuer jeweils an den durchschnittlichen Satz vergleichbarer Gemeinden in Bayern anzupassen. Vor einem Jahr hatte der Gemeinderat deshalb beschlossen, die Grundsteuer A und B von 290 auf 330 Punkte anzuheben. Inzwischen liegt dieser neue Satz wieder unterhalb des Landesdurchschnitts, der für die Grundsteuer A nun bei 364,2 und für die Grundsteuer B bei 345,8 Punkte liegt. Dennoch beschloss das Gremium ohne Diskussion, die Grundsteuersätze nicht schon wieder anzuheben.

Das gleiche beschloss der Gemeinderat auch für die Gewerbesteuer, die seit den 1970er Jahren unverändert bei 310 Punkten liegt; der Landdurchschnitt beträgt nun 322,6.

Aus diesen Steuern nahm Rugendorf im vergangenen Jahr 18 594,62 Euro (Grundsteuer A), 83 360,11 Euro (Grundsteuer B) und 333 771,16 Euro (Gewerbesteuer) ein. Bei der Grundsteuer bedeutete dies eine Erhöhung zum Vorjahr um 13 000 Euro, die Gewerbesteuer sank hingegen um 24 000 Euro.
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