Ködnitz
Gemeinderat

Bauen in Tennach: Ja oder nein?

Das Bauen im Außenbereich von Tennach wird im Gemeinderat Ködnitz nach wie vor sehr konträr gesehen. Das wurde in der Sitzung am Montagabend deutlich.
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Foto: Werner Reißaus
Foto: Werner Reißaus
Das Gremium konnte sich auch nach einer Ortseinsicht durch den Bauausschuss am Montagabend noch zu keiner abschließenden Entscheidung durchringen. Wie Bürgermeister Stephan Heckel-Michel (CSU) berichtete, hat der letzte Bauwerber zwar sein Interesse, am Ortsrand von Tennach ein Wohnhaus zu errichten, wieder zurückgezogen, aber der Grundstückseigentümer will dennoch generell geklärt wissen, ob dort ein Baurecht möglich ist, zumal sich der Gemeinderat schon einmal mit dem Erlass einer Einbeziehungssatzung mehrheitlich für eine Bebauung ausgesprochen hatte. Damals ging es freilich um den Sohn des Grundstückseigentümers.
Bürgermeister Stephan Heckel-Michel zeigte auf, dass die Verwaltung hinsichtlich der Anschlussbeiträge für die Wasserversorgung und der Abwasserbeseitigung für ein Wohnhaus mit einer Grundstücksgröße von 1000 Quadratmetern und einer Geschossfläche von 260 Quadratmetern eine "Pro-Forma-Berechnung" erstellt hat. Danach würden sich Einnahmen für die Gemeinde Ködnitz von rund 7000 Euro ergeben. Der Bürgermeister rechnet damit, dass die gleiche Summe für die Herstellung der Anschlüsse anfällt. Ein weiterer Wasseranschluss werde allerdings vom gemeindlichen Wasserwart kritisch gesehen, weil die Druckerhöhungsanlage in Tennach bereits am Limit arbeite.
Gemeinderat Bernd Müller (CSU) sah mit einer möglichen Nachrüstung der Druckerhöhungsanlage in Tennach Kosten auf die Gemeinde Ködnitz und damit auf die Wasserabnehmer zukommen. Michael Heisinger ("Rangen") verwies darauf, dass das Gremium bei der damaligen Entscheidung, eine Einbeziehungssatzung zu erlassen, von ganz anderen Voraussetzungen ausgegangen war. Was jetzt "laufe", hielt Heisinger nicht für legitim. Der Großteil der Tennacher ist nach seinen Worten gegen eine weitere Besiedelung: "Wir wollen uns den dörflichen und klein strukturierten Charakter von Tennach erhalten." Bürgermeister Heckel-Michel sprach hingegen von einem ganz normalen Verfahren, das vom Grundstückseigentümer nunmehr erneut angestoßen wurde und auch legitim sei.
Gemeinderat Reinhold Dippold (WGK) lehnte eine bauliche Erweiterung am oberen Ortsrand von Tennach ab und sah vielmehr in der Ortsmitte direkt neben der Straße eine Riesenfläche für eine Wohnbebauung: "Die Abrundung ist hier von Vorteil, dort oben ist sie allerdings problematisch, weil dann eine totale Zersiedelung erfolgt." Mit dem Erlass einer Einbeziehungssatzung werde nach den Worten von Dippold auch auf finanzielle Vorteile spekuliert. Bürgermeister Heckel-Michel hielt allerdings dagegen, dass es mit dem Antrag um Fakten gehe und nicht um finanzielle Vorteile.
Gemeinderat Reinhard Kortschack (FW) sah einen Einwohnerzuwachs für Tennach grundsätzlich als positiv für die Gemeinde an. Eine blanke Bevorratung eines Bauplatzes gibt es aber für ihn nicht: "Ich will konkret wissen, um was es geht!" Willi Kolb (SPD) hielt ebenso wie Anita Sack (FW) und 2. Bürgermeister Hermann Popp (FW) eine Überprüfung der Druckverhältnisse der dortigen Wasserversorgung für notwendig, bevor eine abschließende Entscheidung im Gremium getroffen wird. Auf Vorschlag von Bürgermeister Stephan Heckel-Michel wird das zuständige Ingenieur-Büro für die Wasserversorgung eingeschaltet, um eine fundierte Aussage darüber zu bekommen, welche Leistungsreserven in Tennach noch vorhanden sind.
Bürgermeister Stephan Heckel-Michael verwies auf das Endurteil eines Rechtsstreites, das den Rückbau eines Wendehammers in der Weinleite zur Folge hat. Der jetzige Zustand des Wendehammers werde allerdings - was die örtlichen Verhältnisse angeht - als richtig angesehen. Die Grundstückseigentümerin wurde nochmals angeschrieben. Bevor man zum Rückbau schreitet, soll deren Stellungnahme abgewartet werden.
Einen Sachstand gab der Bürgermeister auch zur Förderoffensive Nordostbayern mit den angemeldeten Projekten "Areal Hupfer" in Ködnitz und "Altes Schulhaus" in Kauerndorf. Eine Förderung durch das Amt für Ländliche Entwicklung ist nach den Worten von Bürgermeister Heckel-Michel grundsätzlich "eingetütet".
Zur Sitzung der Gemeinschaftsversammlung der VG Trebgast gab der Bürgermeister noch das Schreiben des Landratsamtes Kulmbach zur Beschwerde des Gemeinderates Willi Kolb bekannt. Kolb hatte kritisiert, dass den Gemeinderäten vor der Verabschiedung des VG-Haushaltes kein Entwurf vorgelegen habe. Laut Landratsamt sei kein rechtsaufsichtliches Einschreiten geboten. Die VG habe angekündigt, künftig einen Entwurf des Haushaltsplanes vor dem Beschluss des Haushaltplanes an die Mitgliedsgemeinden förmlich zu übermitteln.
Der Bürgermeister berichtete noch über die erste Sitzung der Koordinierungsgruppe "Ortsumfahrung Kauerndorf". Dort kommt es Ende Mai zu ersten Erkundungen der Bodenverhältnisse. Dabei sollen 60 Bohrungen vorgenommen werden. In Kürze wird vom Staatlichen Bauamt Bayreuth auch eine Informationsveranstaltung mit den Grundstückseigentümern durchgeführt. Es geht um eine vorübergehende Inanspruchnahme oder einen möglichen Kauf von Grundstücken.
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