An dieser Kreuzung haben sich viele Autofahrer unsicher gefühlt. Das mulmige Gefühl, wenn man die B 289 beim Knotenpunkt Mainleus-Mitte überqueren musste, gehört bald der Vergangenheit an. Denn seit Montag hat das Staatliche Bauamt Bayreuth die Bundesstraße gesperrt, um die Kreuzung zu entschärfen. Durch eine Ampel wird die Sicherheit für Autos, Radfahrer und Fußgänger verbessert.

Die Lichtzeichenanlage ist nach dem tödlichen Unfall im Mai 2016, als ein Motorradfahrer starb, vielfach gefordert worden. Denn: Tote sollte es hier nicht mehr geben. Im Februar entschied die Verkehrsbehörde am Landratsamt Kulmbach in Abstimmung mit der Gemeinde Mainleus und dem Staatlichen Bauamt, die Ampel zu bauen.

Bis Anfang November fließt der Verkehr nun durch den Ort. Wegen der Umleitung wurden Tempo 30 und durchgehend absolutes Halteverbot angeordnet.

Anwohner und Geschäftsleute bestätigen, dass die Umleitung "erstaunlich gut" funktioniert. Ein paar Raser seien dabei, und der Schwerlastverkehr sei "nicht schön", aber die Belastung "erträglich". Positiv wird beim katholischen Kindergarten der zusätzliche Haltestreifen bewertet, und für die Kunden oder Patienten von Apotheke, Friseur und Zahnarzt gibt es Ersatzparkplätze in der Bahnhofstraße und Spinnereistraße.


Gemeinde plant Ampelfest

"Aus unserer Sicht läuft der Verkehr reibungslos", sagt auch Bürgermeister Robert Bosch. "Die Maßnahmen, die getroffen wurden, fruchten." Für die Sicherheit der Kinder auf dem Schulweg habe die Gemeinde für die Anfangszeit überdies zwei Bauhofmitarbeiter an der Hauptstraße platziert. Bosch, der schon die Weichen für das geplante Ampelfest im November gestellt hat, betont: "Die Ampel ist für uns ein Glücksfall."

Diskutiert wird in der Öffentlichkeit aber darüber, warum man keinen Kreisel baut. Dafür, so Abteilungsleiter Siegfried Beck vom Staatlichen Bauamt, gibt es eine einfache Erklärung: Es liegt an der Topographie. "Ein Kreisverkehr braucht Raum und ist aufgrund des Anstiegs nach Wernstein mit den Zufahrten zu den beiden Siedlungen und wegen des dort verlaufenden Radwegs schwer zu realisieren", erklärt der Baudirektor. "Hier passen die Rahmenbedingungen nicht."


11.000 Autos täglich

Der Verkehr- gezählt wurden 11.000 Autos täglich - kann nach Becks Worten mit der Ampel sinnvoll abgewickelt werden. Dafür werde wie bei Mainleus-West eine "intelligente" Anlage installiert. "Die Ampel wird von den Verkehrsströmen gesteuert. Je nach Verkehrsmenge, die in allen Richtungen von Sensoren erfasst wird, gibt es mehr Grünphasen." Man werde auch bei Mainleus-Mitte Erfahrungen aus dem laufenden Betrieb sammeln und, wenn nötig, nachsteuern. "Es ist ein variables System. Das ist ein Vorteil gegenüber dem Kreisverkehr."

Laut Beck waren sich alle Fachbehörden einig, dass die Sicherheit der Kreuzung erhöht werden muss. "Dabei lassen wir auch die schwächeren Verkehrsteilnehmer nicht außer acht." Man habe bei der Verkehrszählung festgestellt, dass trotz der benachbarten Brücke Fußgänger und Radfahrer hier die Bundesstraße überqueren. Deshalb werde eine Bedarfsampel installiert, die per Druckknopf zu bedienen ist.

Bleibt noch eine Frage: Was passiert im Bereich Mainleus-Ost? Es wurde überlegt, eventuell eine weitere Ampel zu bauen. Dazu wurde bei einem externen Büro ein Gutachten in Auftrag gegeben. "Die Simulation und die Bewertung haben ergeben, dass die Leistungsfähigkeit des Knotenpunkts höher und der Verkehrsfluss besser ist, wenn keine Ampel kommt", erläutert Beck.


Zwei Fliegen mit einer Klappe

Von den Gesamtkosten in Höhe von 660.000 Euro entfallen 310.000 Euro auf den Umbau des Knotenpunkts, der Rest auf die Fahrbahnsanierung bis zur Abzweigung Mainleus-West. Das Bauamt schlägt also zwei Fliegen mit einer Klappe: Wenn eh schon gesperrt ist... Dann hält die Straße wieder für zwölf bis 15 Jahre.


Geldstrafe für Autofahrer

Juristisch ist der Fall des getöteten Motorradfahrers (79) abgeschlossen. Fahrlässige Tötung lautete der Vorwurf gegen den Autofahrer, der den Unfall am 10. Mai 2016 verursacht hatte. Laut Staatsanwaltschaft Bayreuth wurde der Angeklagte mit Strafbefehl des Amtsgerichts Kulmbach zu einer Geldstrafe von 3600 Euro (120 Tagessätze x 30 Euro) verurteilt. Der Strafbefehl ist rechtskräftig.



Weitere Straßenbaustellen im Landkreis Kulmbach


Mainleus Die Kreisstraße KU 6 - Richtung Willmersreuth - ist bis Ende November gesperrt, weil die Mainbrücke saniert wird; Umleitung über Kulmbach, Krumme Fohre, Peesten und Buchau.

Thurnau Wegen Bauarbeiten auf der A 70 ist in Fahrtrichtung Bamberg zwischen Thurnau-West und Schirradorf nur die linke Spur befahrbar; Sperrung bis 20. Oktober.

Himmelkron Die B 303 zwischen Himmelkron und Bad Berneck ist wegen Fahrbahnsanierung bis Mitte Oktober komplett gesperrt; Umleitung über die A 9.