Untersteinach

"Balkonszene" zum Totlachen

Die Zuschauer im "Kulmbacher Kleinkunst-Brettla" in Untersteinach strapazierten kurz vor dem Jahreswechsel noch einmal ordentlich ihre Lachmuskeln.
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Graf von Pappelberg (Eberhard Einwag) nimmt seine Rolle sehr wichtig. Konstanze Kaiser (Carolin Wagner) versucht zu beschwichtigen. - Szenenfoto des neuen "Buschklopfer"-Stücks "Balkonszene", mit dem das Ensemble eine umjubelte Premiere feierte. Fotos: Uschi Prawitz
Graf von Pappelberg (Eberhard Einwag) nimmt seine Rolle sehr wichtig. Konstanze Kaiser (Carolin Wagner) versucht zu beschwichtigen. - Szenenfoto des neuen "Buschklopfer"-Stücks "Balkonszene", mit dem das Ensemble eine umjubelte Premiere feierte. Fotos: Uschi Prawitz
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Im jeweils ausverkauften Saal entführten die Buschklopfer in der "Balkonszene" ihre Besucher am Premierenabend, dem 30. Dezember, sowie an Silvester in die exklusive Heiratsvermittlungsagentur von Konstanze Kaiser (Carolin Wagner). Klar, dass sich an einem solchen Ort die unterschiedlichsten Personen mit den unterschiedlichsten Wünschen und Vorlieben die Klinke in die Hand geben und, wie in diesem Fall, mächtig für Verwirrungen und Wirbel sorgen.
Der Nerd und Hobbydichter Daniel Vogel, köstlich gemimt von Frank Walther, ist so ein Exemplar. Er scheint unvermittelbar und hegt irgendwann den Verdacht, Konstanze Kaiser persönlich habe es auf ihn abgesehen, wurden doch die Absagebriefe aus der Agentur immer persönlicher und netter formuliert. Köstlich überzeichnet lässt sich in dem Stück selbst ein wahrhaftiger Stalker ertragen, man fühlt sogar beinahe mit ihm, während er um seine Angebetete buhlt.
An der Wand des Bühnenbilds hängt eine Uhr, auf der es fünf vor zwölf ist, und das nicht nur für Daniel Vogel, sondern für die meisten Personen in dem Stück. Was ist man bereit, für die wahre Liebe zu versuchen? "Verliebte verdienen mildernde Umstände", sagt Graf von Pappelberg (Eberhard Einwag) in Bezug auf den ungestümen Daniel Vogel. Selbst leidet der steife Graf unter seiner strengen Gattin Sibille (Andrea Sack) und macht irgendwann einen kompletten Narren aus sich.
In der zügellosen und teils pikanten Komödie konnten die neun Darsteller unter der Regie von Georg Mädl alles aus ihrer Aufgabe herausholen, und das taten sie auch. Da wären die engagierte Assistentin Diana Raab (Silvia Canola-Haußner), der Pfarrer Kanonikus Lappe (Thomas Lindner), dem sein Bischof eine Heirat empfohlen hat, Frau Müller (Andrea Vießmann), die der Agentur bereits ein zweites Mal vertraut oder der skeptische Kommissar Hartmann (Georg Rebhan), der hinter der Heiratsvermittlung ein Etablissement der etwas anderen Art vermutet.
Sie alle sind mehr oder minder freiwillig Teil des Verwirrspiels. Da kann das frisch eingeflogene Hausmädchen aus Barcelona (Annika Ködel) irgendwann nicht mehr folgen und spielt sich mit ihrem putzigen spanischen Akzent in die Herzen der Zuschauer.


"Wie ein knallbunter Comic"

"Das Stück ist wie ein knallbunter Comic", sagte Georg Mädl, und so wollte er das auch. Als Regisseur des Stücks übernahm er viele Rollen, doch die zentralste war die Arbeit mit den Schauspielern. "Der erste wichtige Teil ist das ,mise en scène', also die Leute im Raum zu inszenieren, von A nach B zu schicken", sagte er. Das sei bei einer Boulevardkomödie besonders wichtig. "Da muss es zackzack gehen, da ist Tempo angesagt."
Dann gibt es natürlich noch den schauspielerischen Aspekt, und da versucht Georg Mädl, seine Erfahrungen aus 20 Jahren einfließen zu lassen. Um die "Balkonszene" für das hiesige Publikum greifbarer zu machen, hat er die Handlung in die oberfränkische Heimat verlegt, was bei vielen Zuschauern für zusätzliches Amüsement sorgte. "Als ich auf der Suche nach einem Stück war, habe ich bereits beim Lesen lachen müssen."
Diesen Spaß verstand auch das gesamte Ensemble zu transportieren - zwar durchweg Laienschauspieler, aber absolut überzeugend. Und einsatzbereit, wie Frank Walther betonte: "Ich bin wie Tom Cruise: Ich mache alle Stunts selbst."


Nur noch wenige Karten

Welche Wagnisse er dabei eingeht, finden interessierte Zuschauer am besten selbst heraus. Für die nächsten zehn Spieltermine gibt es noch Restkarten zu kaufen, und wer Freude an einer rasanten, unterhaltsamen Boulevardkomödie in bester Buschklopfer-Manier hat, sollte schnell sein. Tickets im Vorverkauf gibt es über Schreibwaren Hofmann, die Bayerische Rundschau oder die Tourist-Info Kulmbach unter der Rufnummer 09221-95 88 0. Weitere Informationen sind zu finden auf der Homepage unter www.buschklopfer.de. Die weiteren Aufführungstermine im "KKB" in Untersteinach: im Januar am 6., 7., 12., 13., 20., 21., 26., 27. und 28. sowie am 3. Februar. Sonntags beginnen die Aufführungen um 17 Uhr, sonst um 20 Uhr.
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