Kauerndorf
Umgehung

B 289 bei Kauerndorf: Bäume müssen weichen

Seit Montag laufen Fällarbeiten entlang der Bundesstraße zwischen Kauerndorf und Untersteinach. Immer wieder kommt es zu einer halbseitigen Sperrung.
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Derzeit laufen Rodungsarbeiten zwischen Kauerndorf und Untersteinach. Foto: Jürgen Gärtner
Derzeit laufen Rodungsarbeiten zwischen Kauerndorf und Untersteinach. Foto: Jürgen Gärtner
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Das Kreischen der Kettensäge ist weithin zu hören. Späne vom großen Häcksler fliegen durch die kalte Luft. Wie Schneeflocken legen sie sich auf Mantel und Mütze. Mit Polier Andy Well von der Firma Holz Prell aus Gundlitz (Gemeinde Stammbach) begeben wir uns auf einen Rundgang entlang der B 289. Seit Montag laufen dort großflächig Rodungsarbeiten zwischen Kauerndorf und Untersteinach.

Auf circa 700 Metern Länge werden zwischen Bundesstraße und Bahnlinie die Büsche und Bäume entfernt. Etwa 500 Meter sind es auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

"Wir versuchen, die Baustelle möglichst kurz zu halten", erklärt Andy Well. Damit die Behinderungen auf der vielbefahrenen Bundesstraße nicht zu groß sind. Morgens und abends kann der Berufsverkehr fließen. Von 8.30 bis 15.30 Uhr gilt aber eine Ampelregelung. Denn wegen der Baumfällungen wird die Strecke in dieser Zeit halbseitig gesperrt. "Tagsüber ist der Rückstau überschaubar. Ab 15 Uhr merkt man, dass es mehr Autos werden", sagt der Polier.

Die Baumfällungen zählen zu den vorbereitenden Maßnahmen zum Neubau der Ortsumfahrung Kauerndorf und sind vom Staatlichen Bauamt Bayreuth veranlasst worden.

Bei entsprechender Witterung sollen die Rodungsarbeiten innerhalb von drei Wochen abgeschlossen sein, wobei die halbseitigen Sperren nicht für den gesamten Zeitraum erforderlich sind, erklärt Fritz Baumgärtel, der Projektleiter des Umgehungsbaus beim Bauamt.

Die Bäume müssen aus zwei Gründen weg: So soll zum einen zwischen der Bundesstraße 289 und der Bahnlinie ein Regenrückhaltebecken entstehen. Zum anderen müssen auf der gegenüberliegenden Straßenseite - dort befindet sich später der Tunnelbereich - jahrzehntealte Hausmüll-Ablagerungen ausgebaggert und auf einer Deponie entsorgt werden. Beim Rundgang über die Baustelle sieht man immer wieder, was sich dort angesammelt hat. So schaut ein alter Autoreifen aus dem Boden, auch auf Ziegeln und Betonbrocken sind die Arbeiter schon gestoßen.

Sieben Mann sind entlang der Bundesstraße im Einsatz. Sie arbeiten mit Kettensäge, Holzhacker und Rückezug. Allein für die beiden Bagger und den Rückezug fallen täglich 3000 Euro Kosten an. Kein Wunder: Wenn der Häcksler auf vollen Touren läuft, verbraucht er 700 Liter Diesel am Tag.

"Wir arbeiten möglichst viel maschinell", erklärt Andy Well. Nicht nur, weil das schneller geht, sondern auch aus Sicherheitsgründen: "Wer im Bagger sitzt, dem kann nichts auf dem Kopf fallen."

Eine Herausforderung ist der Abschnitt zwischen Straße und Gleisen. Wegen des vorgeschriebenen Sicherheitsabstands und der Gelände-Neigung. "Wir haben die Stümpfe extra stehen lassen, damit die Maschine nicht abrutschen kann", sagt Well und zeigt auf die Überreste der Bäume, die etwa 30 bis 40 Zentimeter hoch aus dem gefrorenen Boden ragen (großes Foto oben). Später werden die noch tiefer abgesägt.

Während der Fällungen läuft der Zugverkehr übrigens wie gewohnt weiter. In dieser und in der nächsten Woche soll der Hauptteil der Arbeiten erledigt sein, heißt es seitens des Straßenbauamts.

Noch einige Tage wird die Kettensäge kreischen. Doch für uns ist der Rundgang mit Andy Well nach einer halben Stunde beendet. Während wir die Heimfahrt antreten, geht es für Well weiter an der B 289 - immer noch im Wirbel der Späne.



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