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Mainleus
Kabarett

Avantgardinen mussten mehrere Zugaben geben

Sie präsentierten sich pfiffig, einfallsreich und verschmitzt - beim Gastspiel der "Avantgardinen" in der sehr gut besuchten Fahrzeughalle der Mainleuser Feuerwehr am Freitagabend wurden die sechs Kabarettistinnen erst nach mehreren Zugaben von der Bühne gelassen.
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Begeisterten in Mainleus (von links): Ann-Kathrein Kirchhoff-Jordan (Klavier), Christel Opp (Cello, Saxophon), Christine Truchseß-Sudermann, Christel Betz, Kathi Schiller und Cordelia Viebig. Foto: Rainer Unger
Begeisterten in Mainleus (von links): Ann-Kathrein Kirchhoff-Jordan (Klavier), Christel Opp (Cello, Saxophon), Christine Truchseß-Sudermann, Christel Betz, Kathi Schiller und Cordelia Viebig. Foto: Rainer Unger
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"Heute früh war schon der ganze Kindergarten mit 80 Leuten zum Singen da. Ich dachte, das ist nicht mehr zu toppen, aber ich muss gestehen, Sie waren noch besser", meinte im Anschluss an ein Ständchen zu Beginn des Abends, das er von den 160 Besuchern unter der Federführung der "Avantgardinen" bekommen hatte, Pfarrer Michael Schäfer, der just an dem Tag seinen 50. Geburtstag feierte. Er erinnerte danach an einen Auftritt des Frauenkabaretts vor einigen Jahren. Weil die Formation dieses Mal das Martinsheim zu sprengen drohte, entschlossen sich die Verantwortlichen der evangelischen Kirchengemeinde, ins Feuerwehrhaus umzuziehen. Und hatten damit die richtige Entscheidung getroffen.

In der von vielen freiwilligen Helfern geschmückten Halle herrschte von Beginn an tolle Stimmung, denn gleich mit einer der ersten Nummer, einer Parodie auf den Hit "So ein Mann" von Margot Werner, kamen die sechs Frauen super an.
Ihre eigenwilligen Textänderungen gefielen sogar den männlichen Besuchern, auch wenn diese doch etwas in der Unterzahl waren. "...dieser Wuchs, diese Kraft, weckt in mir die Mutterschaft", heißt es etwa bei den "Avantgardinen", während im Original bei Margot Werner noch die Leidenschaft geweckt wurde.

Darf man Schnecken umbringen?

Unter der Regie der Moderatorin Kathi Schiller präsentierten sich Ann-Kathrein Kirchhoff-Jordan (Klavier), Christel Opp (Cello, Saxophon), Christine Truchseß-Sudermann, Christel Betz und Cordelia Viebig in Bestform. Pfiffig, einfallsreich und verschmitzt brachte das Sextett seine Stück auf die Bühne. Die Frauen sprachen sich für ein spirituelles Geldbewusstsein aus: "Öffne dich für Wohlstand und Überfluss!" Sie machten sich aber auch Gedanken über das Verhältnis zum Tier: "Darf ich Schnecken im Garten umbringen und wenn, wie? Stehen sie dann eines Tages mit klagenden Augen vor mir?"

Eine Lanze brach das Frauenkabarett für das Ehrenamt, gerade in der Kirche, durch das vor allem die Frauen "weg von der Straße" sind. Zum Dank für alle geleisteten Stunden ist der Landesbischof in der Zeitung.
Einen weiteren Programmblock widmeten die Künstlerinnen der älteren Generation. "Es geht dabei ums Klima", verriet Kathi Schiller, um nach einer kunstvoll inszenierten Pause den Satz zu vollenden: "-kterium!"

Auch das "intelligente Wohnen" mit Totalvernetzung und Rundumüberwachung nahmen die "Avantgardinen" auf die Schippe. Ob es um die richtige Kinderziehung ging, um Schönheitsstudios, Lebensmittelskandale, um Deutschland als Land der Schnäppchenjäger, das richtige Putzen einer Toilette - die Kabarettistinnen gingen alle Themen mit Köpfchen und einer kräftigen Prise Humor an.

Exzellente Musik

Exzellent war die musikalische Verpackung, die sie sich für ihre Beiträge ausgesucht hatten: Die reichte von klassischen Werken über Schlager bis hin zum Rap. Dabei zeigten sich die Künstlerinnen auch gesanglich topp.
Wenn Kathi Schiller anfangs auch gedroht hatte, richtig über die Männer herzuziehen, die kamen nicht schlechter weg als andere.

So schwärmte anschließend nicht nur Pfarrer Michael Schäfer vom wundervollen Programm. "Ich fand's schön. Es war witzig und von der Musik wunderbar", so Feuerwehrmann Thomas Haß begeistert.
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