Trebgast
Autofreier Sonntag

Autofreier Sonntag: Trotz der Kälte radelten viele

Der "Autofreie Sonntag" lockte wieder ins Weißmaintal. An der Strecke zwischen Kauerndorf und Trebgast wurde den Teilnehmern viel geboten.
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Viele nutzten den "Autofreien Sonntag" zu einem Familienausflug. Foto: Dieter Hübner
Viele nutzten den "Autofreien Sonntag" zu einem Familienausflug. Foto: Dieter Hübner
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Der "Autofreie Sonntag im Weißmaintal" hat sich als Marke etabliert, auch wenn die Bedingungen halt nicht immer so optimal ausfallen können wie 2017, als sich Tausende von Menschen auf der Staatsstraße zwischen Kauerndorf und Trebgast wie im siebten Radler-Himmel vorkommen mussten.

Zu wünschen wäre es den vielen Freiwilligen auch in diesem Jahr gewesen, die überall auf der Strecke nichts unversucht gelassen haben, ein umfangreiches und abwechslungsreiches Programm anzubieten. Denn es gab doch Radler mit und ohne Akkus, Skater und gelegentlich auch Fußgänger, die der für diese Jahreszeit relativ kühlen Temperatur noch etwas Positives abgewinnen konnten und dem Motto des 6. Autofreien Sonntags "Beweg Dich mal - im Weißmaintal" folgten.

Die offene Theaterprobe

Wenigstens sorgte Petrus dafür, dass von oben die Schotten dicht blieben. Eine größere Gruppe ist sogar gewandert. "Die Wanderhure", die am 7. Juni auf der Naturbühne zur Premiere erwartet wird, machte mit Gefolge in Waizendorf Station und verleitete manche Vorbeiradelnde dazu, abzusteigen, um bei einer offenen Probe zu verweilen. Bei einem Abstecher nach Feuln lohnten sich ein Halt beim Feuerwehrhaus und eine Weinprobe beim Sahrhof. Und im Trebgaster Rathaus - dem höchsten Punkt des Streckenverlaufs - zeigte VG-Vorsitzender Günther Hübner interessierten Besuchern nach Abschluss umfangreicher Sanierungsarbeiten beim "Tag der offenen Tür" persönlich die neuen Räumlichkeiten.

Musik am Marktplatz

Am Trebgaster Marktplatz animierte der Landfrauenchor mit Gesangseinlagen zu einem musikalischen Kaffeekränzchen. Da wollten die Bläserinnen von "Weibsblech" nicht nachstehen und boten an der Einmündung zur Schulstraße ein Konzert. Auf dem letzten Stück zum Endpunkt am Badesee konnte gleich hinter dem Bahnhof noch die Gastfreundschaft der Siedlergemeinschaft in Anspruch genommen werden. Dann war es aber auch schon Zeit, um den Start zum "Lauf fürs Klima um den See" nicht zu verpassen.

Attraktionen am Badesee

Ein Anziehungspunkt auf dem See-Parkplatz waren wieder die Spaßräder am Stand des ADFC Bayreuth. Überhaupt war der Badesee wieder so etwas wie der zentrale Punkt, den jeder an diesem Tag anstrebte. Das zeigte sich auch daran, dass sowohl die Fahrrad-Clubs Bayreuth und Hof als auch der Radsportclub Leuchau für ihre Mitglieder wieder Touren mit Zieleinfahrt am Badesee organisiert hatten. Passend dazu gab es hier wieder viele Infostände der Schreiner-, Zimmerer-, Sanitär- und Heizungs-Innungen und der Energieagentur Oberfranken, die über ihre Produkte und Angebote Auskunft gaben.

Landrat war zufrieden

In einem ersten Fazit zeigte sich Landrat Klaus Peter Söllner am Nachmittag mit dem Verlauf und der Besucherresonanz sehr zufrieden. Der Krisenstab am Landratsamt hatte, wie er mitteilte, am Samstag sogar in Anbetracht der schlechten Wetterprognosen darüber nachgedacht, die Veranstaltung ganz abzusagen, doch Söllner zeigte sich gestern erleichtert, dass das Wetter trotzdem zumindest einigermaßen mitgespielt hat.

Zwei Unfälle

Der Tag verlief nahezu reibungslos. Nur zwei Unfälle hatte das BRK zu versorgen. Ein Mädchen hat sich bei der Fahrt mit einem B-Bike auf dem Testcenter an der SKC-Sportstätte den Arm gebrochen. Glücklicher lief ein Sturz vom Fahrrad ab, und das, obwohl der Radfahrer keinen Helm getragen hatte.

Moderner Kraftstoff

Angetan war Söllner vor allem von den Infos über regenerative Energien und der Erlebnis-Werkstatt rund um das Holz. Sogar Kraftstoffe zur nachhaltigen Mobilität wurden in Fölschnitz vom Technologietransferzentrum Automotive der Hochschule Coburg vorgestellt.

"Ich finde, dass es ein tolles Zukunftsprojekt ist. Man sieht daran, an, was bei uns in Oberfranken mit den Firmen, die daran beteiligt sind, alles möglich ist." Söller machte deutlich, dass es eine Klimaschutzveranstaltung im Weißmaintal ist und deshalb auch solche Informationen gegeben werden. Wie Martin Kortschack erklärte, führt die Hochschule vor einer möglichen Markteinführung des neuen hochwertigen Kraftstoffes Diesel R 33 über öffentliche Tankstellen ein zweijähriges Projekt mit rund 280 Fahrzeugen unterschiedlicher Hersteller durch. Gefördert wird das Projekt durch das Umweltministerium.

Radweg wird gefordert

Wie vor zwei Jahren waren auch gestern Mitglieder des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs an der Staatsstraße zwischen Kauerndorf und Fölschnitz mit zwei großen Bannern und der Aufschrift "Wir wollen einen Radweg im Weißmaintal" postiert. "Wir haben vor zwei Jahren unserem Landrat über 200 Unterschriften mit der Forderung nach einem Radweg im Weißmaintal gegeben. Wir haben nichts mehr gehört. Die Anlieger sind enttäuscht, dass sich nichts tut", sagte Astrid Pfister.

Der "Autofreie Sonntag" war in Ebersbach mit einem Gottesdienst eröffnet worden, den Pfarrer Hermann Thamm von der Auferstehungskirche hielt. Für die musikalische Ausgestaltung sorgten Posaunenchöre aus der Blaich und aus Trebgast.



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