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Kulmbach
Kommunalwahl

Aussage des Kulmbacher AfD-Kandidaten sorgt für Empörung

Beim Aufeinandertreffen der OB-Kandidaten wurde auch über den Wohnungsbau diskutiert. Ein Vorschlag des AfD-Kandidaten sorgte für große Empörung.
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AfD-OB-Kandidat Hagen Hartmann wurde mit Buhrufen bedacht. Foto: Jürgen Gärtner
AfD-OB-Kandidat Hagen Hartmann wurde mit Buhrufen bedacht. Foto: Jürgen Gärtner
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Was nicht verwunderte: Bei der Podiumsdiskussion der vier Kulmbacher OB-Kandidaten am Montagabend im Gasthof Geuther, zu der Radio Plassenburg und Bayerische Rundschau eingeladen hatten (siehe dazu auch Seite 9), waren die Grundstücksaffäre und die gegen Oberbürgermeister Henry Schramm gerichteten Anzeigen das beherrschende Thema.

Buhrufe gegen Hartmann

Doch auch die Stadtpolitik stand im Fokus - unter anderem der Wohnungsbau. Mit Buhrufen aus dem Publikum wurde da gleich zu Beginn der Redebeitrag von Hagen Hartmann (AfD) bedacht. Seine Partei setze nicht nur auf den Aus- und Umbau bestehender Häuser, sagte Hartmann, der sich eine seniorengerechte Wohnanlage auf dem Kaufplatz-Areal vorstellen kann. Empörung machte sich breit, als Hartmann erklärte, dass abgelehnte Asylbewerber unverzüglich "zurückgeführt" werden müssten, um Wohnraum für die deutschstämmige Bevölkerung zu schaffen. OB Schramm entgegnete, dass die ausländischen Mitbürger zu Kulmbach gehörten, sie sich in der Stadt wohlfühlen sollten. Schramm erhielt lang anhaltenden Applaus, ebenso wie die Grünen-Kandidaten Dagmar Keis-Lechner, die später einschritt, als Hartmann über "kriminelle" Zuwanderer sprach. "Da schwillt mir der Kamm." Es sei unerträglich, "Schutzsuchende so zu diffamieren", stellte sie fest.

Wohin geht die Reise?

Doch es wurde auch sachlich diskutiert. Ingo Lehmann (SPD) bedauerte, dass der von seiner Partei 2018 angeregte "Wohnungsgipfel" "vom Tisch gewischt" worden sei. Man hätte in Sachen Wohnraum eine Bestandsaufnahme machen können, einen Überblick erhalten, "wohin die Reise geht". Widerstand gegen Projekte wie etwa in Burghaig oder Unterpurbach hätte es dann möglicherweise nicht gegeben, so Lehmann. Fraglich sei nun nach wie vor, vor welchen Herausforderungen die Stadt stehe, zumal man nicht abschätzen könne, wie sich die Wohnungsnachfrage durch den Uni-Campus entwickeln werde.

"Das wird es mit mir nicht geben"

Auch die Städtebau sprach der SPD-Kandidat an. Lehmann sieht deren Aufgabe nicht darin, eine "Grundstücks-Verschiebegesellschaft zu sein" ("Das wird es mit mir als OB nicht geben"), die Städtebau müsse vor allen sozialen Wohnraum schaffen. Der letzte Neubau, an den er sich erinnern könne, sei 1995 erfolgt. "Das ist viel zu lange her."

Projekt liegt auf Halde

Henry Schramm erwiderte zur Städtebau, dass 1996 der Beschluss gefasst worden sei, sich von unrentablen Häuern zu trennen und stattdessen alte Häuser zu sanieren. Seitdem sei viel passiert, und es sei noch vieles in der Planung. Auch ein großes Bauprojekt in Petzmannsberg, das seit zweieinhalb Jahren auf Halde liege, weil sich eine Mieterin weigere, aus einem Gebäude auszuziehen.

Zum "Wohnungsgipfel" stellte Schramm fest, dass dessen Durchführung 2018 nicht sinnvoll gewesen wäre, weil es da noch zu viele Unbekannte gegeben habe. Man könne ja auch heut nicht sagen, wie dynamisch die Entwicklung des Uni-Campus vonstatten gehen wird.

Schramm, der sich Wohnraum für Jung und Alt, Arm und Reich auf dem Kaufplatz-Areal vorstellen kann, stellte auch die Bedeutung neuer Baugebiete für junge Familien heraus. Die Parzellen in Melkendorf, Höferänger und Forstlahm seien schnell verkauft gewesen.

Für eine "Oase" am Main

Was sich Dagmar Keis-Lechner auf dem Kaufplatz-Areal vorstellen kann? Sie wünscht sich eine "Oase mit Zugang zum Weißen Main", sagte die Grünen-Kandidatin. Jede Stadt brauche mit Blick auf den Klimawandel Frischluftzufuhr und Verschattung, "damit es sich gut leben lässt". Sollte auf der über 9000 Quadratmeter großen Fläche Wohnraum geschaffen werden, so hofft Keis-Lechner, dass nicht auf das Baumaterial Beton, sondern auf die ökologische Alternative Holz gesetzt wird.

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