Himmelkron

Aus für die "Asphaltwüste"

Der Himmelkroner Dorfplatz "Bauhof" erhält ein neues Gesicht. Kernpunkt ist die Tieferlegung der Wiese am früheren Marienheim. Das Projekt wird rund eine halbe Million Euro kosten. Die Gemeinde bemüht sich um Fördergelder.
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So sieht die Planung von Landschaftsarchitekt Wolfgang Sack für die Neugestaltung des Himmelkroner Dorfplatzes "Bauhof" aus.
So sieht die Planung von Landschaftsarchitekt Wolfgang Sack für die Neugestaltung des Himmelkroner Dorfplatzes "Bauhof" aus.
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Die Neugestaltung des Dorfplatzes "Bauhof", inmitten von Himmelkron, nimmt allmählich Konturen an. Der Gemeinderat Himmelkron hat sich bereits auf eine Variante festgelegt, die Landschaftsarchitekt Wolfgang Sack entworfen hat. Sack, der in Bayreuth ein eigenes Planungsbüro betreibt und in Himmelkron wohnt, hatte nicht weniger als fünf Plan-Varianten vorgestellt und zusammen mit dem Gremium diskutiert.

Die Variante, auf die sich die Ratsmitglieder am Ende festlegten, beschreibt der Landschaftsarchitekt so: "Das wesentliche Merkmal ist die Tieferlegung der Wiese am früheren Marienheim. Das sind etwa 70 bis 90 Zentimeter, und damit wird die Fläche künftig ebenerdig begehbar und kann auch besser genutzt werden."

Erklärtes Ziel ist jetzt, dass die Gemeinde mit dem Projekt, dessen Kosten auf rund eine halbe Million Euro geschätzt werden, in eine Fördermaßnahme der Dorferneuerung kommt und diese im kommenden Jahr mit
Blick auf die Landesgartenschau in Bayreuth auch umsetzt. Von der Landesgartenschau erhofft sich die Gemeinde als Außenstelle auch einen Impuls für Himmelkron, zumal die räumliche Nähe zur Markgrafenstadt Bayreuth gegeben ist ist.


Bezug zur Kirchweih

Die Festwiese hat natürlich einen unmittelbaren Bezug zur Kirchweih im früheren Klosterdorf. Hier werden beim Straßenfest an Pfingstmontag immer die Kerwa-Gäste bewirtet. Was die Gestaltung des riesigen Dorfplatzes angeht, wählte Wolfgang Sack organische Formen: "Der Platz soll strukturiert und wieder belebt werden. Durch die Pflasterflächen soll er halt etwas einladender wirken, denn momentan ist es ja eine Asphaltwüste." Hinzu kommen Grünflächen, vereinzelt werden auch Hochstammbäume gepflanzt.

Handlungsbedarf wurde für den Dorfplatz "Bauhof" vor allem deshalb gesehen, weil die Gemeinde in unmittelbarer Nähe einen wunderschönen Partnerschaftsplatz mit angrenzenden Parkplätzen geschaffen hat. Der Bereich um den Dorfplatz wurde aber um die Anliegerstraßen erweitert, und an der Einmündung in die Markgrafenstraße sollen noch weitere Parkplätze mit einer Grünfläche geschaffen werden. Die Verkehrsflächen werden auf ein Mindestmaß zurückgeführt, in einem Teilbereich soll auch ein Gehweg angelegt werden.

Jetzt wird die Antragstellung beim Amt für Ländliche Entwicklung in Bamberg erfolgen. Die Gemeinde gibt sich zuversichtlich, dass man eine Förderung erwirken kann. Bürgermeister Gerhard Schneider (CSU) räumt ein, dass der Gemeinderat dem Landschaftsarchitekten zunächst relativ freie Hand ließ, was die Gestaltung des Platzes mit dem Umfeld anging. Schneider: "In der November-Sitzung des Gemeinderates haben wir uns dann festgelegt. Uns war wichtig, die asphaltierte Verkehrsfläche auf ein Minimum zu reduzieren und den gesamten Platzbereich aufzulockern und auch mehr Grün reinzubringen. Hinzu kommt eine sichere Verkehrsführung für die Fußgänger und die ebenerdige Öffnung des Platzes in den Wiesenbereich."


Gemeinde rechnet mit 50 Prozent

Die letzten Details sollen jetzt im Rahmen des Dorferneuerungsverfahrens eingeleitet werden, denn vom Amt für Ländliche Entwicklung wurde der Gemeinde ein einfaches Dorferneuerungsverfahren in Aussicht gestellt. Dafür steht ein Kostenvolumen von rund einer halben Million zur Verfügung. Die Gemeinde geht derzeit von einer 50-prozentigen Förderung aus. Bürgermeister Schneider: "Es sind also 250 000 Euro möglich, und wir wollen jetzt mit dem Dorferneuerungsverfahren den zentralen Platz von Himmelkron neu gestalten. Der Bauhof ist der alte historische Ortskern, wenn man das so sagen darf, und es bietet sich natürlich mit der Verbindung zum Partnerschaftsplatz ideal an, die Ortsmitte aufzuwerten."

Schneider machte keinen Hehl daraus, dass es der erklärte Wunsch der Gemeinde Himmelkron ist, die Dorferneuerungsmaßnahme noch im Jahr 2015 durchzuführen: "Wir sind ja mit der Baille-Maille-Lindenallee Außenstelle der Landesgartenschau in Bayreuth, und es würde keinen guten Eindruck machen, wenn wir gerade zu der Zeit mitten in den Baumaßnahmen stecken würden."

Bürgermeister Schneider hofft, dass die Gemeinde mit der Landesgartenschau beim Amt für Ländliche Entwicklung punkten kann: "Wir haben schon die Hoffnung, dass wir diese Maßnahme mit Unterstützung des Amtes im nächsten Jahr durchführen können. Es ist für uns eine Chance, die Ortsmitte von Himmelkron funktionell wie optisch aufzuwerten, und wir versprechen uns von der Landesgartenschau in Bayreuth auch eine verstärkte Wahrnehmung der Ortschaft."

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