Kulmbach
BBV

Auch Kulmbacher Bauern kämpfen um ihr Image

Kulmbacher Landwirte werden zu Öffentlichkeitsarbeitern in eigener Sache. Das wurde bei der BBV-Kreisversammlung deutlich.
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Die Kulmbacher Bauern wollen ihr Image aufpolieren. Symbolfoto: Archiv
Die Kulmbacher Bauern wollen ihr Image aufpolieren. Symbolfoto: Archiv
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Da ist noch Luft nach oben. Guido Winter vom Amt für Landwirtschaft in Kulmbach machte am Ende deutlich, wie er die Öffentlichkeitsarbeit in der Landwirtschaft bewertet. Bei der Kreisversammlung des BBV ging es vor allem um das Image der Bauern. Das soll der 2016 gegründete Verein "Unsere bayerischen Bauern" aufpolieren.


Mit Fakten und mit Sympathie


Geschäftsführerin Eva-Maria Haas zog dabei ein überaus positives Fazit der bisherigen Arbeit. Sie sprach von über 1,3 Millionen Aufrufen der Internetseite www.unsere-bauern.de, von gut 61 000 Likes bei Facebook, von rund 600 Facebook-Beiträgen, von zahlreichen Kurzfilmen, auch zu kritischen Themen, einem neuen Newsletter, Plakaten und Radiospots bis hin zu Rezepten und Veranstaltungshinweisen. "Wir wollen aber nicht nur mit Fakten, sondern auch mit Sympathie überzeugen", sagte Eva-Maria Haas. Dazu sei es wichtig, die Realität darzustellen und nicht eine romantisierte Landwirtschaft.

Eine derartige Imagekampagne kostet freilich auch Geld. Bislang wurde die Arbeit von allen beteiligten Mitgliedsorganisationen aus den Bereichen Land- und Forstwirtschaft, Fischerei und vielen benachbarten Zusammenschlüssen finanziert. Neu sind Sponsoren aus der Wirtschaft.


Auf freiwilliger Basis


Um den angestrebten Wunschetat von drei bis 3,5 Millionen Euro zu erreichen, seien nun aber auch Branchenbeiträge der Landwirte notwendig. "Auf freiwilliger Basis, orientiert am Umsatz und an der vermarkteten Menge", so Eva Maria Haas. Konkret geht es um 0,45 Promille vom Umsatz, also um 45 Cent pro 1000 Euro. "Nur so können wir nachhaltig und langfristig zum Verbraucher durchdringen", sagte die Geschäftsführerin. Nur wenn sich möglichst viele Landwirte an der Finanzierung beteiligen, könne die Image-Kampagne fortgesetzt werden.

Zuvor hatte Kreisobmann Wilfried Löwinger bereits von einer Erfolgsgeschichte gesprochen. Löwinger appellierte an seine Berufskollegen, den Verein zu unterstützen. "Wenn es diesmal nicht klappt, dann funktioniert es nie wieder", sagte er und erinnerte an die 2009 vor allem wegen der Finanzierung heftig kritisierten Auflösung der Centralen Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA).

Auch Löwinger rückte das Image der Bauern in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. "Wir sind keine Giftmischer oder Tierquäler", sagte er. Löwinger kritisierte insbesondere "Phantomdiskussionen", in der jeder seinen Senf dazu gebe, egal ob er eine Ahnung von der Sache hat, oder nicht. Der Kreisobmann forderte etwas mehr Vernunft und weniger ideologisch geprägtes Gedankengut.
Das sah Landtagsabgeordneter Martin Schöffel (CSU) ähnlich. Die Darstellung der modernen Landwirtschaft werde eine der wichtigsten Aufgaben der Zukunft sein, sagte er.


Hochwertige Lebensmittel

Die heimische Landwirtschaft genieße das Vertrauen der Bevölkerung. Noch nie habe es so hochwertige Nahrungsmittel gegeben, noch nie sei das Tierwohl von so großer Bedeutung gewesen. Trotzdem gebe es in vielen Medien immer wieder Beiträge, die mit der Realität nichts zu tun haben, in denen Fakten vermischt oder verdreht werden. Schöffel: "Da müssen wir dagegenhalten."
Egal, ob die Erzeugung hochwertiger Nahrungsmittel, die Pflege der Kulturlandschaft oder die Bereitstellung von Energie: die Landwirtschaft genieße im Landkreis Kulmbach einen hohen Stellenwert, sagte stellvertretender Landrat Jörg Kunstmann.

Zweiter Bürgermeister Stefan Schaffranek stellte den neuen Studiengang "Life Science - Food and Health" vor, den die Universität Bayreuth am Standort Kulmbach realisieren möchte. Damit bekomme Kulmbach eine eigenständige Fakultät für Lebensmittel und Gesundheit. Bereits im Wintersemester 2020/2021 sollen die ersten Studenten am neuen Campus studieren können.
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