Kulmbach

Armageddon für Arme

Silvesterfeuerwerk scheidet die Geister. Wenn man schon kracht, könnte man aber wenigstens seinen Dreck wegräumen.
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Leben und leben lassen - ein schönes Motto für das begrenzte Dasein auf Erden. Deshalb gönnen wir allen Zeitgenossen den maximalen Spaß - auch an Silvester. In der Nacht des Jahreswechsels kamen ein paar Jungs, die in der Nachbarschaft feierten, auf unser Grundstück. Da könne man es doch klasse krachen lassen, dachten sie sich. Die Parkplätze vor unserem Haus waren schließlich frei und direkt davor eine große Kreuzung.

Im Gepäck hatten die Burschen nebst weiblichem Anhang alles, was die Feuerwerks-Industrie so zu bieten hat. Von China-Böllern über Vulkan-Feuerwerk oder großen Blöcken, aus denen man eine ganze Batterie an Raketen abfeuern kann, bis hin zu klassischen Raketen. Letztere ließen die Kerle natürlich aus der Hand steigen - megagefährlich, aber megacool. Man will ja den Mädels imponieren.

Die Straße wurde zum Cape Canaveral der Himmelsgeschosse umfunktioniert. Vorbeifahrende Autos hatten zu warten. Einer der Halbstarken wollte besonders aufkrachen, zielte auf das Dach des Nachbarhauses, um die Photovoltaik-Anlage als Bande zu nutzen. Krass. Dass das zischende Ding erst auf einer Terrasse nebenan explodierte - ein Kollateralschaden. Glück nur, dass dort gerade keiner stand.

So gegen 0.45 Uhr hatte unser Party-Grüppchen sein Pulver verschossen, das Armageddon für Arme war beendet. Die Jungs und Mädels sammelten auf ihrem Schlachtfeld den gröbsten Müll ein und zogen von dannen. Die nicht unerhebliche Restmenge an Dreck würden sie sicher aufkehren, wenn der Silvesterkater verscheucht ist, hoffte man. Denkste. Das Lebensmotto der Feuer-Teufel lautet scheinbar: leben und kehren lassen.

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