Trebgast
Gemeinderat

Anwohner der Lindauer Straße fordern Tempo 30

39 Anlieger der Lindauer Straße in Trebgast klagen über Raser, Lärm und Abgase und haben einen entsprechenden Antrag gestellt.
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Die Anwohner wollen Tempo 30 in der Lindauer Straße. Dieter Hübner
Die Anwohner wollen Tempo 30 in der Lindauer Straße. Dieter Hübner

Die 39 Anwohner der Lindauer Straße wurden bereits im Herbst letzten Jahres im Landratsamt vorstellig und überreichten eine Petition, in der sie ab Einmündung der Gartenstraße bis zum Ortsende eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h forderten. Sie begründeten ihren Antrag mit wachsendem Verkehrsaufkommen und damit verbundener Lärmbelastung von 4.30 Uhr bis spätabends. Abgase, Feinstaub der teilweise rasende Autos, Schwerlaster, Busse und landwirtschaftliche Maschinen seien unerträglich. Die Lebensqualität sei stark beeinträchtigt.

Ein weiterer Antrag zielte darauf ab, zur Entlastung der Lindauer Straße den neben den Bahngleisen verlaufenden Fuß- und Radweg vom Badeseeparkplatz bis zum Bahnübergang auf die Staatsstraße 2183 freizugeben. Zum letzten Punkt erbat das Landratsamt jetzt eine Stellungnahme der Gemeinde. Fakt ist, dass dieser Weg derzeit offiziell gesperrt ist, von vielen aber trotzdem als Abkürzung genutzt wird. Die Einstellung des Bürgermeisters dazu ist eindeutig: "Diesen Weg aufzumachen, halte ich für falsch. Ich werde diesen Freizeitweg vom Steinhauerplatz bis zum Badesee vor dem Verkehr schützen."

Angesichts der Tatsache, dass dieser Weg gerade vom Frühjahr bis zum Herbst sehr intensiv von Fußgängern und Radfahrern genutzt wird, war der mehrheitliche Tenor gegen eine Öffnung. Einige Räte sprachen sich sogar dafür aus, die Durchfahrt mit einem Pfosten zusätzlich zu verhindern. Bei zwei Gegenstimmen wurde beschlossen, dass eine Öffnung des Weiherwegs für den Fahrzeugverkehr nicht gewünscht wird.

Als Entscheidungshilfe zur Einführung einer Beschränkung der Geschwindigkeit in der Lindauer Straße als Kreisstraße hatte das Landratsamt zwei Messungen durchführen lassen, bei der eine Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp über 50 km/h ermittelt wurde. Zwar gab es einige Ausreißer zwischen 65 und 85 km/h, aber die Mehrheit der Räte ist überzeugt, dass diese Zeitgenossen ihr Verhalten auch bei einem 30er-Schild nicht ändern würden. Für wesentlich sinnvoller werden wöchentliche Polizeikontrollen gehalten. Ein Sicherheitsproblem gebe es eigentlich nur an einer Engstelle. Und an der gelte bereits Tempo 30. Fazit bei vier Gegenstimmen: Der Gemeinderat würde eine 30er-Zone zwar befürworten, zuständig ist aber letztendlich das Landratsamt.

Zum aktuellen Sachstand beim Bahnhofsumbau konnte Bürgermeister Werner Diersch (SPD/WG) die Fertigstellung der Außenanlagen mit einem Mehrgenerationenspielplatz vermelden. Der soll künftig auch für die Bevölkerung zugänglich werden. Der Zeitplan sieht vor, dass die Awo am 1. Juli einziehen kann. Ein entsprechender Mietvertrag wurde inzwischen geschlossen. Interessenten für die Nutzung der sechs künftigen Kleinwohnungen, die sich im Ober- und Dachgeschoss befinden, können mit der Awo Kontakt aufnehmen.

Während der Umbau des ehemaligen Bahnhofs zur Senioren-Tagespflegestätte langsam auf die Zielgerade einbiegt, laufen bereits die Planungen für den Umbau der Grundschule und den Anbau eines Horts. Der Bürgermeister wies noch einmal auf die Wichtigkeit dieses Vorhabens hin. "Das gesamte Schulensemble mit Krippe, Kindergarten, Grundschule und Hort hat zu einem idealen Umfeld für Kinder und Eltern geführt. Der Standort entwickelt sich gut, so dass der Platz hinten und vorne nicht mehr reicht."

Nachdem das ursprüngliche Vorhaben der Gemeinde - Anbau von zwei Klassenzimmern und Verlegung des Horts in das Untergeschoss des Schulgebäudes - von der Regierung mit Verweis auf eine bereits vorhandene flächenmäßige Überkapazität abgelehnt wurde, musste die Gemeinde schnell reagieren. Die neue Planung - Anbau des Horts an die Westseite der Schule - zieht jetzt zusätzliche Umbaumaßnahmen im Bestandgebäude der Schule nach sich. Der Barrierefreiheit geschuldet sind der Bau eines Aufzugs, Umrüstung bestehender WC-Anlagen zu behindertengerechten WCs, ebenerdiger Zugang zum Haupteingang mittels einer neuen Rampe, und Anpassungen an die Feuerschutzrichtlinien. Dadurch erhöhen sich die Kosten von ursprünglich 740 000 Euro auf 2,1 Millionen Euro.

"Fördertechnisch ist das höchst kompliziert", bemerkte der Bürgermeister, da die für das erste Vorhaben bereits genehmigten KIP-S-Mittel (Kommunalinvestitionsprogramm Schulinfrastruktur) auf die Kosten für das erste Vorhaben gedeckelt sind. Für den Rest muss versucht werden, eine Förderungen nach dem Finanzausgleich (FAG) zu bekommen. Die Frage für den Gemeinderat lautet jetzt: Nehmen wir alles gleichzeitig in Angriff oder teilen wir die Arbeiten auf?

Fest steht, dass der Hort mit künftig 50 Plätzen oberste Priorität hat. Derzeit liegen bereits 40 Anmeldungen für den Hort vor. Das Gremium einigte sich darauf, Fördermittel für alle Maßnahmen zu beantragen. "Wir müssen deswegen ja nicht alles auf einmal bauen", so Zweiter Bürgermeister Albert Kolb (SPD/WG). Werner Diersch: "Wir investieren richtig Geld für die Familien. Das kommt vielleicht nicht immer so richtig rüber."

Viele Besucher der Theater-Vorstellungen auf dem Wehlitzer Berg kennen die Situation: Vor allem, wenn mehrere Busse anreisen, sind die vorhandenen Parkflächen der Naturbühne regelmäßig überfüllt und die Fahrzeuge müssen an der Kreisstraße geparkt werden. Die Verantwortlichen der Bühne kennen das Problem und suchen schon länger nach einer Lösung. Jetzt nahmen sie die Gelegenheit wahr, ein angrenzendes, bisher landwirtschaftlich genutztes, Grundstück zu erwerben und reichten einen Antrag auf Errichtung eines Parkplatzes ein. Die Räte erteilten das gemeindliche Einvernehmen. Nach Auskunft des Vorsitzenden soll das Vorhaben so schnell wie möglich realisiert werden, um die Fläche vielleicht schon für diese Saison nutzen zu können.

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