Peesten
Kabarett

Andrea Limmer: Urbayerische Unterhaltung in Peesten

Stark, witzig, ur-bayerisch und alles hochkonzentriert - so lässt sich die Kabarettistin Andra Limmer am treffendsten charakterisieren.
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Andrea Limmer ist erst 34 Jahre alt. Um ein Haar wäre sie Verwaltungsbeamtin geworden, doch noch während der Ausbildung merkte sie, dass die "Liebe zum Freistaat" nicht zum Beruf taugte, wurde Redakteurin. Und dann spürte die Niederbayerin den Ruf der Bühne und wurde Kabarettistin. Foto: Sonny Adam
Andrea Limmer ist erst 34 Jahre alt. Um ein Haar wäre sie Verwaltungsbeamtin geworden, doch noch während der Ausbildung merkte sie, dass die "Liebe zum Freistaat" nicht zum Beruf taugte, wurde Redakteurin. Und dann spürte die Niederbayerin den Ruf der Bühne und wurde Kabarettistin. Foto: Sonny Adam
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Wenn Andrea Limmer in kurzen, zerrissenen Jeans auf die Bühne hüpft, dann ist eins von der ersten Minute klar: Die 34-Jährige ist ein Energiebündel. Sie kann den Mund nicht halten, muss alles aussprechen - auch das, worüber Frau besser nicht sprechen würde.

"Ich bin 1,95 Meter - also postfaktisch betrachtet", unkt die Niederbayerin im breiten Dialekt. Und zwangsläufig muss wohl jeder an die Politikerreden denken, in denen der Begriff "postfaktisch" zum Trendwort hochstilisiert wird. Es ist nichts anderes gemeint, als dass bei Entscheidungen das Bauchgefühl über den Verstand siegt.

"Willkommen zum betreuten Freuen", beginnt die 34-Jährige ihr Programm. Die Frauen im Publikum nennt sie locker "Zuckermäuschen" - und gleich zu Beginn des Programmes "Das Schweigen der Limmer" referiert sie über das "Wurzelchakra", über "Body-Talk" und dem Prinzip, dass nur die besten überleben.

Um ein Haar wäre die 34-jährige Niederbayerin Verwaltungsbeamtin geworden. Sie begann ein Studium zum höheren nicht-technischen Dienst. Doch dann merkte sie, dass die Liebe zum Freistaat nicht ausreichen würde. Andrea Limmer wurde Redakteurin und hatte offenbar auch viel Spaß an diesem Job. "Ihr dürft alles machen - ihr dürft fotografieren, wann ihr wollt. Aber nicht, wenn ich singe", schickte sie voraus und warteten nicht lange mit der Antwort: "Denn dann sehe ich aus wie eine Kröte mit spastischen Anfällen."

Mit dem Programm "Das Schweigen der Limmer" tourt Andrea Limmer - oder die "Limmerin", wie sie sich selbst nennt, durchs ganze Land. Der besondere Charme ihres Vortrags liegt in der Kombination aus urtümlichem Dialekt, weiblichem Charme und Nachdenklichkeit. Im Nu hatte sie die Herzen der Zuschauer in Peesten erobert - trotz des starken Dialektes.

Die Kabarettistin erzählte von ihrer WG mit dem "Obsti", einen "klassischen Deppen", der ihr aber viel lieber sei als ein neumodischer Depp. Denn neumodische Deppen sind "nicht mal mehr Waschlappen, sondern nur Waschlappenhalter", konstatierte die Niederbayerin. Ebenfalls in der WG leben ihre Freundin und die Oma Zilly. "Sie hat zu mir gesagt: Chill mal dein Leben", erzählte Andrea Limmer und unkte, dass dies, angesichts der Tatsache, dass heute jeder Goldfisch einen Therapeuten hat, doch wirklich eine außergewöhnliche Idee sei.

Ein echte Besonderheit waren die Lieder, die die Niederbayerin in ihre unterhaltsames Programm mischte: Songs im Stile von Reinhard Mey. Es waren Lieder, die nicht den vordergründigen Klamauk suchten, sondern zum Nachdenken anregten. Andrea Limmer begleitete sich bei den Songs übrigens selbst mit ihrer Ukulele.

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