Oberauhof
Kieswäsch

An der Kulmbacher Kieswäsch gibt es in diesem Sommer keine Blaualgen

Trotz des heißen Sommers gibt es an der Kulmbacher Kieswäsch keine Blaualgen - stattdessen ungetrübtes Badevergnügen.
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An den letzten trüben Tagen menschenleer - am Wochenende vermutlich wieder proppenvoll: Das Naherholungsgebiet Mainaue.Foto: Sonja Adam
An den letzten trüben Tagen menschenleer - am Wochenende vermutlich wieder proppenvoll: Das Naherholungsgebiet Mainaue.Foto: Sonja Adam
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Baden in der Kieswäsch? Kein Problem. Trotz der anhaltenden Hitzeperiode im Super-Sommer 2018 weist das Naherholungsgebiet Mainaue eine erstaunlich gute Wasserqualität auf. In den letzten Tagen vor dem Wochenende entspannte sich die Situation sogar.
In den vergangenen Jahren hatte es an dem nicht nur bei den Kulmbachern überaus beliebten Badesee immer wieder Probleme wegen Cyanobakterien, gemeinhin als "Blaualgen" bekannt, gegeben. Das Staatliche Gesundheitsamt und die Stadt hatten immer wieder Badeverbote ausgesprochen. In diesem Jahr ist alles in Ordnung - angesichts der langen Hitzeperiode fast eine kleine Sensation.

"Wir untersuchen natürlich regelmäßig, unsere Experten sind fast täglich vor Ort", erklärt die Leiterin des Staatlichen Gesundheitsamtes Kulmbach Camelia Sancu. "Die Badegäste müssen sich im Moment keinen Grund zur Sorge machen. Die Sichttiefe der Kieswäsch liegt bei sechzig Zentimetern. Das ist völlig in Ordnung." Erst ab einer Sichttiefe von weniger als fünfzig Zentimetern werde die Lage kritisch.

Auch die Belastung mit Bakterien liege im Normbereich. "Natürlich sind die Normen in Badegewässern nicht so streng wie im Trinkwasser, aber wir liegen bei der Belastung mit E. coli und Enterokokken weit unterhalb der Grenzwerte. Wir haben keinen Grund, irgend etwas zu beanstanden", heißt es aus dem Gesundheitsamt.

Durch die leichte Abkühlung in den letzten Tagen habe sich die Situation sogar ein bisschen gebessert. "Die grünen Trübungen, die es im See in den letzten Tagen gegeben hat, gehen zurück", erklärt Camelia Sancu. Dabei handle es sich im übrigen um ganz normale Grünalgen, wie sie in jedem See vorkommen. "Die Chance, dass jetzt noch etwas passiert, ist gering", so die Ärztin und fügt hinzu, dass die Maßnahmen, die die Stadt zur Bekämpfung der Blaualgen eingeleitet hat, offenbar erfolgreich war.

Die Stadt Kulmbach hatte beim letzten massiven Blaualgen-Vorkommen die Algen abrechen und entfernen lassen. Die Zahl der Kanadagänse, die in Scharen an der Kieswäsch heimisch waren, wurde reduziert, denn der Eintrag von Gänsekot war nach Experten-Ansicht wesentlich mit verantwortlich für das starke Algen-Wachstum. Als außerordentlich erfolgreich hat sich dabei der Zaun am Ufer erwiesen: Den Gänsen wird es so erheblich erschwert, an Land zu gehen und sie bleiben dem Gewässer fern. Aktuell lassen sich nur einige wenige Enten auf dem Wasser treiben: Eine verträgliche Anzahl, die offenbar nicht zu Problemen auf dem 26 Hektar großen See führt.

Ein wachsames Auge auf den See haben aber nicht nur die offiziellen Stellen, sondern vor allem die Angler. "Wir stellen derzeit einen etwas erhöhten pH-Wert fest. Das ist noch kein großes Problem. Aber was wirklich besorgniserregend ist, ist die Temperatur im See", sagt der Vorsitzende des Fischereivereins, Frank Podhorn. Schon bei Temperaturen von 28 Grad wird die Lage für Fische gefährlich. In der Kieswäsch werden an der aufgestellten Dauermessstation im Schonbereich derzeit Temperaturen von dreißig Grad gemessen. Das ist fast Badewannentemperatur.

"Das einzig Gute ist, dass es im See auch Stellen gibt, die tiefer sind, die schattig sind. Da sind die Temperaturen sicher nicht so hoch und die Fische können sich dorthin zurückziehen", hofft Podhorn. "Ein bisschen Lufterfrischung wäre jetzt schon wirklich mal nötig", sagt der Fischexperte. Dass aktuell eine leichte Temperaturabkühlung erfolgt ist, hat sich auf die Wassertemperatur bislang noch nicht ausgewirkt. "Gegen die Temperatur könnten wir sowieso nichts machen. Wir können ja den See nicht kühlen", sagt Podhorn. Die Fischer beobachten die Lage und hoffen darauf, dass die Wettervorhersagen recht haben und dass es am Wochenende merklich abkühlen wird.
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