Mainleus
Kommunalwahl 2020

Am Samstag wird nominiert: Er will ins Mainleuser Rathaus

Marco Oettinghaus von der Werte Partei sagt, es ist mehr Transparenz in der politischen Arbeit nötig. Deshalb tritt er als Bürgermeister-Kandidat an.
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Marco Oettinghaus möchte für die Werte Partei als Bürgermeister ins Mainleuser Rathaus einziehen. Foto: Jürgen Gärtner
Marco Oettinghaus möchte für die Werte Partei als Bürgermeister ins Mainleuser Rathaus einziehen. Foto: Jürgen Gärtner

Der kommende Januar ist ein wichtiger Monat für Marco Oettinghaus. Denn damit er als Bürgermeister-Kandidat mit seiner Werte Partei bei den Kommunalwahlen antreten kann, sind die Unterschriften von 120 wahlberechtigten Mainleusern nötig. Zwischen 19. Dezember und 3. Februar müssen sie im Rathaus für die Liste unterschreiben. Natürlich hofft Oettinghaus, dass die ausreichende Zahl zusammenkommt. Wir haben mit dem 47-Jährigen aus Schwarzach gesprochen. Politisch sind Sie bisher nicht in Erscheinung getreten. Was hat Sie bewogen, jetzt aktiv zu werden? Marco Oettinghaus: Ich hätte zwar einer renommierten Partei beitreten können, aber ich könnte hinter keiner zu 100 Prozent stehen. Deshalb habe ich mit Frank Weiche und anderen Personen eine eigene Partei, die Werte Partei, vor rund zwei Jahren in Kulmbach gegründet. Den großen Parteien fehlt es an Moral und Wahrhaftigkeit, die für mich sehr wichtig sind. Als politischer Neuling bewerben Sie sich gleich um das Bürgermeisteramt. Auf die Idee zu kandidieren, bin ich nach vielen Gesprächen gekommen, in denen mir gesagt wurde: ,Du wärst der Richtige'. Ich bin Handwerker, jemand aus der Bevölkerung und bewerbe mich aus der Überzeugung heraus, dass ich die Bürger ordentlich vertreten und etwas positiv gestalten kann. Natürlich ist es schwer, bekannt zu werden - auch, weil unsere Webseite und der Stammtisch der Werte Partei noch relativ unbekannt sind. Ich bin auch nur im VdK Mitglied und leider nicht mehr beim Fußball aktiv. Rechnen Sie sich eine Chance gegen Amtsinhaber Robert Bosch aus? Chancen gibt es immer. Robert Bosch hat Unterstützer, aber auch Kritiker. Ich kämpfe auch nicht gegen ihn, sondern stelle mich als alternativer Kandidat zur Wahl. Wir treten mit einer Liste an, ich bin sowohl Bürgermeister- als auch Gemeinderats-Kandidat. Es wird sowieso schwer für uns, weil noch 120 Bürger für die Liste unterschreiben müssen, damit wir überhaupt zur Wahl zugelassen sind. Die Unterschriftenliste liegt ab 19. Dezember im Rathaus aus. Sie sind als Mobilfunk-Gegner engagiert. Ich bin kein Gegner, sondern für eine sinnvolle Nutzung dieser Technik. Deshalb haben wir auf der Webseite der Werte Partei das Thema auch ausgespart.

Was ist Ihr Ziel als Bürgermeister? Mehr Transparenz. Die Sache mit den Mobilfunkmasten ist nicht optimal gelaufen. Auch würde ich die Pro-Kopf-Verschuldung nicht so ausbauen wie derzeit geplant. Es ist auch an mich herangetragen worden, dass die kleinen Ortschaften wohl stiefmütterlich behandelt werden, was Wegepflege und Winterdienst angeht. Es sollen sich wieder mehr Bürger für Politik interessieren. Die Gemeinderäte sind schon zu lange allein gelassen worden, haben nicht gewusst, was die Bürger wollen und nach bestem Wissen und Gewissen abgestimmt. Jetzt sind die Bürger aber soweit, sich einzubringen und ihre Stimme zu erheben. Aber in den großen Parteien mit Fraktionszwang finden sie nicht das Sprachrohr, das sie suchen. Ihre Nominierung zum Mainleuser Bürgermeister-Kandidaten findet am kommenden Samstag nicht in Mainleus, sondern im "Gründla" in Kulmbach statt. Warum denn das? Das könnte daran liegen, dass ich einen Anteil gezeichnet habe (schmunzelt). Und dass dort auch die Werte Partei gegründet wurde. Das hat sich einfach so ergeben. Sie haben zugegeben, dass Sie früher als Reichsbürger aktiv waren. Inzwischen distanzieren Sie sich. Ich habe nie zugegeben, als Reichsbürger aktiv gewesen zu sein. Das wurde von einem Journalisten so ausgelegt. Ich wurde mit der Szene in Verbindung gebracht, weil ich einen Antrag auf einen Staatsangehörigkeitsausweis ausgefüllt habe, was auch viele Reichsbürger machen. Ich dachte damals, der Ausweis wäre als Nachweis, der urkundlichen Charakter hat, zur Gründung einer Partei nötig. Das war ein Fehler. Reichsbürger lehnen die BRD ab und halten sich nicht an Gesetze. Mit so etwas kann ich mich nicht in Verbindung bringen. Es ist schwierig, sich von etwas zu distanzieren, mit dem man keine Berührungspunkte hat.

Steckbrief Marco Oettinghaus

Alter 47

Beruf Feinwerkmechanikermeister (Oberlokführer a.D., Reservist)

Familienstand ledig, aber seit 28 Jahren in einer Beziehung

Hobbys Sportschütze, Oldtimer, Biker

Wer tritt noch in Mainleus an? Wir haben bei den anderen im Gemeinderat bereits vertretenen Parteien und Gruppierungen nachgefragt.

CSU: Amtsinhaber Robert Bosch wird wieder antreten.

SPD: Die Sozialdemokraten stellen einen Bewerber: Jürgen Karg, schon Gegenkandidat von Bosch bei der letzten Wahl, will es noch einmal wissen.

ABL: Bei der Alternativen Bürgerliste ist man noch nicht sicher. Möglicherweise fällt in dieser Woche eine Entscheidung über einen Kandidaten.

Freie Wähler: Hier ist noch nichts entschieden.

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