Kulmbach
Natur

Am Kulmbacher CV-Gymnasium wird so richtig geackert

In der "GemüseAckerdemie" lernen die Schüler, wieviel Arbeit, aber auch Freude hinter der Produktion gesunder Lebensmittel steckt.
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Sehr fleißig sind die Garten-Kids des Caspar-Vischer-Gymnasium. Davon überzeugten sich (im Hintergrund, von links) Bürgermeister Ralf Hartnack, Schulleiterin Ulrike Endres und Projektleiterin Kathrin Faßold sowie AOK-Bereichsleiter Werner Böhner (Zweiter von rechts) und Koordinatorin Margot Schmitt (links daneben). Werner Reißaus
Sehr fleißig sind die Garten-Kids des Caspar-Vischer-Gymnasium. Davon überzeugten sich (im Hintergrund, von links) Bürgermeister Ralf Hartnack, Schulleiterin Ulrike Endres und Projektleiterin Kathrin Faßold sowie AOK-Bereichsleiter Werner Böhner (Zweiter von rechts) und Koordinatorin Margot Schmitt (links daneben). Werner Reißaus
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Unter dem Namen "GemüseAckerdemie" läuft derzeit ein innovatives Projekt am Caspar-Vischer-Gymnasium. Die Kinder der Garten AG verbringen mit ihrer Biologielehrerin Kathrin Faßold einen Teil ihrer Unterrichtszeit im Freien. Im Schulgarten bewirtschaften sie ihr eigenes Feld und bauen darauf über 25 verschiedene Gemüsearten an.

30 Prozent der Lebensmittel werden weggeworfen

Ziel ist es, den Schülern nicht nur die Natur, sondern auch die gesunde Ernährung nahezubringen. Die AOK Bayreuth-Kulmbach unterstützt die Umsetzung des ausgezeichneten Programms des Vereins Ackerdemia finanziell, dem CVG entstehen dadurch keine Kosten.

Hintergrund ist, dass immer weniger Kinder wissen, wo die Lebensmittel herkommen, noch weniger haben selbst schon einmal Gemüse angebaut. Hinzu kommt, dass in Deutschland über 30 Prozent der Lebensmittel weggeworfen werden und Übergewicht und Diabetes bei Kindern kontinuierlich zunehmen. Dazu hat die AOK Bayern eine Vision entwickelt, wie Bereichsleiter Werner Böhner bei einem Ortstermin feststellte: "Wir möchten eine Generation junger Konsumenten ausbilden, die sich durch ein grundlegendes Verständnis der natürlichen Prozesse und ein bewusstes Konsumverhalten auszeichnet."

Eltern als Abnehmer

Die Gymnasiasten pflegen nicht nur die Beete, sondern ernten, vermarkten und verarbeiten das Gemüse auch. Wie die AOK-Koordinatorin für Gesundheitsförderung an den Schulen, Margot Schmitt, erklärte, sollen die Schüler von ihrer Ernte profitieren, folglich würden die Eltern als Abnehmer in das Programm mit eingebunden. "Die Schüler erleben unmittelbar, wie schmackhaft und gesund frisches Gemüse ist."

Betreut wird das CVG-Team von Antonia Mehnert vom Verein Ackerdemia aus Potsdam. "Wir schulen die Lehrer intensiv und unterstützen sie in der kompletten Ackersaison. Zusätzlich stellen wir umfangreiches Bildungsmaterial für den Unterricht zur Verfügung", sagte sie.

20 Bildungsbausteine vermitteln Wissen rund um das Ackern und über weiterführende Themen der Nachhaltigkeit. So behandelt ein Baustein zum Beispiel die Wachstumsphasen zwischen Aussaat und Ernte.

Sie jäten und sie gießen

Die Garten-Kids jäten das Unkraut zwischen den frisch gesäten Radieschen, in den Schulferien kümmern sich die beiden Schüler Leonard Münch und Anar Taghiyer darum, dass die jungen Pflanzen auch regelmäßig Wasser bekommen.

Schulleiterin Ulrike Endres freute sich über das Engagement und dankte besonders Projektleiterin Kathrin Faßold: "Sie betreibt wirklich mit unglaublich viel Liebe und Energie das Garteln in einem sehr umfassenden Sinne. Es ist nicht nur einfach ein Gemüsegarten, sondern auch eine Zone zum Entspannen, zum Ausruhen und zur Naturbeobachtung."

"Wahnsinnig entspannend"

Bürgermeister Ralf Hartnack sprach von einer wunderbaren Geschicht. Die jungen Leute würden an das Thema Garten und an die gesunde Ernährung herangeführt. "Ich finde es wahnsinnig entspannend, im Garten zu arbeiten, man kann abschalten, man kann mal die Seele baumeln lassen und man ist trotzdem beschäftigt und sieht am Ende des Tages den Erfolg."

Als Dankeschön für die Unterstützung verteilten die Schüler an alle Gäste selbst gezogene Auberginenpflanzen.

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