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Verkehr

Am Flutmuldendamm in Kulmbach werden Radfahrer ausgebremst: Wo ist die Umleitung?

In Kulmbach ist ein Teilstück des Flutmuldendamms für Radfahrer nicht befahrbar. Eine Umleitungsempfehlung gibt es aber nicht.
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Radfahrer, die aus Richtung Untersteinach kommen, werden unterhalb der Berliner Brücke ausgebremst: Ein Teilstück des Flutmuldendamms ist nicht befahrbar.Foto: Katrin Geyer
Radfahrer, die aus Richtung Untersteinach kommen, werden unterhalb der Berliner Brücke ausgebremst: Ein Teilstück des Flutmuldendamms ist nicht befahrbar.Foto: Katrin Geyer
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Der Frühling lockt sie alle nach draußen: Die Gartenbesitzer, die Spaziergänger, die Vor-dem-Café-Sitzer - und natürlich auch die Radfahrer. In zunehmender Zahl sind sie auf den beliebten Routen anzutreffen. Zum Beispiel auf der, die entlang der Bahnlinie von Untersteinach nach Kulmbach führt und von dort auf dem Flutmuldendamm weiter Richtung Burghaig und Mainleus. Angenehm rollt es sich dort: keine Steigungen, kaum einmal Kontakt mit dem Autoverkehr, schöne Aussichten auf Wiesen, Gärten und die Flutmulde, die nach der Renaturierung zum kleinen Paradies geworden ist.

Allein: Unter der Berliner Brücke werden die Radler derzeit ausgebremst. Weil am Flutmuldendamm gebaut wird, ist ein Teilstück des auf dem Damm verlaufenden Weges für Radfahrer und Fußgänger gesperrt. Wie berichtet, erneuert die Stadt Kulmbach in der Hofer Straße den Kanal, durch den bei Regen das Oberflächenwasser aus Richtung Unterpurbach abließt. Ziel der Bauarbeiten ist ein verbesserter Hochwasserschutz für die Anwohner. Zeitgleich ist westlich der Auffahrt von der Hofer Straße zur Berliner Brücke das Wasserwirtschaftsamt am Werk und erstellt die Anbindung vom großen, unterirdischen Regenüberlaufbecken, das 2012 errichtet worden ist, zur Flutmulde.

Es ist eine gewaltige Baustelle, auf der da seit Monaten gearbeitet wird. Weil Teile der Straße nicht befahrbar sind, hat man für Autofahrer eine Umleitungsstrecke eingerichtet, die bestens beschildert ist.

An die Radfahrer (und Fußgänger) hat hingegen niemand gedacht. Nur Ortskundige sind wohl in der Lage, die Baustelle weiträumig zu umfahren. Andere haben ein Problem. Weit und breit findet sich nämlich kein Hinweis auf eine mögliche Umleitungsstrecke - Ratlosigkeit ist da vorprogrammiert.

Warum ist das so? Das wollten wir von der Stadt Kulmbach wissen. Die freilich erklärt sich, was das betrifft, für nicht zuständig. "Die dortige Maßnahme liegt in der Zuständigkeit des Wasserwirtschaftsamtes", sagt Pressesprecherin Ulrike Braun.

Beim Wasserwirtschaftsamt in Hof spricht man von einem bedauerlichen Versäumnis. Natürlich hätte zu Beginn der Bauarbeiten auch gleich eine Umleitung für die Radfahrer mit ausgeschildert werden müssen, räumt die Leiterin des Amtes, Gabriele März, ein. "Dies wurde tatsächlich von uns übersehen und ist auch bei der verkehrsrechtlichen Anordnung durch die Stadt ist es zunächst nicht aufgefallen."

Mittlerweile sei das Problem allerdings bekannt und man arbeite an einer Lösung. Eine Umleitungsstrecke über den Radweg entlang des Mains im Stadtgebiet (des ehemaligen Mühlkanals) und über den Pörbitscher Weg sei mit der Stadt bereits abgestimmt worden, so Gabriele Merz. Derzeit werde ein Beschilderungsplan erarbeitet. "Mit der Ausführung der Umleitungsbeschilderung ist noch im April zu rechnen. Im nächsten Jahr sollte der Damm wieder befahrbar sein."

Um zumindest unseren Lesern auf den rechten Weg zu helfen, haben wir uns schon einmal Gedanken über mögliche Umleitungen gemacht. Die kürzere Variante ist die über die Berliner Brücke ins Ängerlein und von dort auf dem Fußweg beim Umspannwerk auf den Flutmuldendamm. Der Nachteil: Im Bereich der Berliner Brücke und der Baustelle in der Hofer Straße sollte man sein Rad aus Sicherheitsgründen besser schieben. Die längere, aber sicherere Variante ist die auf dem Radweg entlang des Schwedenstegs bis zum Mainpark, durch die Unterführung in den Pörbitscher Weg und von dort nach der Brücke zurück auf den Flutmuldendamm.

Es ist übrigens nicht zum ersten Mal, dass man bei Bauarbeiten die Radfahrer und Fußgänger einfach vergessen hat: Als im Jahr 2015 der Flutmuldendamm zwischen der Berliner Brücke und dem Pörbitscher Weg nicht befahrbar war, gab es füpr Radfahrer und Fußgänger ebenfalls keine Hilfe bei der Suche nach einer Umleitung. Damals war der Kulmbacher Theatermacher Rüdiger Baumann aktiv geworden und hatte mithilfe eines am Bauzaun angebrachten sogenannten QR-Codes und detaillierten Informationen auf seiner Homepage ratlosen Radfahrern weitergeholfen - solange, bis dann irgendwann doch noch eine "offizielle" Umleitung ausgeschildert wurde.

Lesen Sie hierzu auch unseren Kommentar.