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Gemeinderat

Am Belag scheiden sich in Presseck die Geister

Im Februar hatten Pressecker Bürger die Asphaltierung des Wegs zwischen Oberehesberg und Mittelberg gefordert. Jetzt meldeten sich die Gegner zu Wort.
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Der Verbindungsweg zwischen Oberehesberg und Mittelberg ist "zwar keine Freude", soll aber nicht asphaltiert werden, sondern als Forstweg für schweres Gerät und für Wanderer naturnah bleiben, argumentieren Ausbaugegner und Frankenwaldverein.Klaus Klaschka
Der Verbindungsweg zwischen Oberehesberg und Mittelberg ist "zwar keine Freude", soll aber nicht asphaltiert werden, sondern als Forstweg für schweres Gerät und für Wanderer naturnah bleiben, argumentieren Ausbaugegner und Frankenwaldverein.Klaus Klaschka
Schon vor der Februarsitzung des Pressecker Marktgemeinderats war eine lange Unterschriftenliste im Rathaus eingegangen. Darin wurde der Ausbau der Straße zwischen dem Ortsteil Oberehesberg und dem Nachbarort Mittelberg gefordert, der zu Marktrodach im Landkreis Kronach gehört. Marktrodach hatte im Herbst die Straße von Seibelsdorf hoch nach Mittelberg neu asphaltieren lassen und einen Wanderparkplatz angelegt. Die Bürger forderten damals eine Verlängerung der Asphaltierung bis nach Oberehesberg.


Aus Gerüchten wurde Realität


Dass der Weg zwischen den beiden Nachbarorten an der jeweiligen Landkreisgrenze in durchaus schlechtem Zustand ist, war und ist dem Pressecker Gemeinderat bekannt. Zur Februarsitzung ging jedoch auch das Gerücht um, dass es auch Gegner eines Ausbaus gibt. Deren Schreiben lag nun dem Gemeinderat am Montag vor.

Sie plädieren für "eine Beibehaltung der Wegbeschaffenheit." Die Fahrbahn mache zwar keine Freude, so deren Argumentation, doch die Kosten für einen Ausbau wären unverhältnismäßig hoch und würden auch "keine Verbesserung der Nutzbarkeit" bringen. Der Weg würde nämlich stark von der Forstwirtschaft genutzt und mit schwerenm Gerät befahren. Zudem würde eine "gute Straße" Autofahrer zu schnellerem Fahren verleiten - und dies auf einer gut besuchten Strecke im Netz der Frankenwald-Wanderwege.


Noch keine Entscheidung


In die gleiche Kerbe schlug ein weiteres Schreiben, das Bürgermeister Siegfried Beyer dem Gemeinderat verlas. Dieter Frank, Vorsitzender des Frankenwald-Hauptvereins, würde einen Ausbau des Weges bedauern. Für Wanderer fordert er einen möglichst naturnahen Untergrund. "Eine asphaltierte Teilstrecke würde sich durchaus negativ auf die Bewertung der Qualitätswanderwege im Frankenwald auswirken."

Für den Frankenwaldverein müsse er sich folglich gegen einen Ausbau der Straße aussprechen, so Dieter Frank. Der Pressecker Gemeinderat nahm nun auch die Gegenargumente zum Straßenausbau zur Kenntnis und fuhr ohne weitere Diskussion in der Tagesordnung fort.

Der Landkreis, so die weitere Mitteilung von Bürgermeister Beyer, wird auf dem Gelände der Pressecker Kläranlage eine Konfiskatsammelstelle einrichten. Konfiskat ist laut Duden Schlachtabfall. In Presseck würden allerdings nur Abfälle gesammelt, die bei der Jagd entstehen. Bislang habe ein Jäger stets nach Leuchau zur Tierkörperbeseitigungsstelle fahren müssen. Der Landkreis wird nun für das Oberland entsprechende Sammelcontainer aufstellen und diese bei Bedarf dann abholen und nach Leuchau bringen.


Container für Jagdabfälle


Die Container werden in einem umzäunten Areal aufgestellt, zu dem nur Jäger einen Schlüssel bekommen. Der Landkreis trägt alle Kosten, teilte Beyer mit, und sobald die Anlage fertig ist, würden Jäger und Jagdgenossenschaften entsprechend informiert.

Klar ist nun auch, dass die Wand-E-Ladestelle (Wallbox) zum Laden von Eletrofahrzeugen, die der Markt Presseck bei der Eröffnung der Stadtsteinacher Ladestelle gewonnen hatte, wie gedacht am Buswendeplatz in Wartenfels montiert werden kann. Gemeinderat Raimund Graß als Mann vom Fach hatte sich mit dem Bayernwerk in Verbindung gesetzt, das dort bereits einen Stromanschluss mit Zähler vorhält. Früher war dort das Karrussell angeschlossen. Damit entstünden der Kommune nur sehr überschaubare Kosten für den Anschluss. Die Montage soll sehr zeitnah erfolgen.

Keine Einwände hatte der Gemeinderat gegen die Kandidaten für die Schöffenwahl aus der Gemeinde: Rosemarie Goth und Brigitte Hebentanz. Für die Jugendschöffenwahl bereits fest gemeldet ist Daniela Gahn.

Festgelegt hat der Gemeinderat auch den Termin für die Bürgerversammlung. Sie findet am Dienstag, 3. April, um 19.30 Uhr im Burschenheim in Reichenbach statt. Neben dem Bericht des Bürgermeisters wird vor allem die Neugestaltung des Friedhos in Reichenbach ein Thema sein.


Vorfahrt wird geändert


Mit der Polizei bereits besprochen und auch befürwortet wurde laut Geschäftsstellenleiter Frank Wunner eine Änderung der Vorfahrtsregelung an der Einmündung der Industriestraße in den Kirchbergweg. Der Kirchbergweg wird dann vorfahrtsberechtigt sein, so dass Autofahrer nicht mehr gymnastische Übungen machen müssen, um zu sehen, ob jemand aus der Industriestraße kommt.
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