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Stadtsteinach
Caritas

Altenheim Stadtsteinach in Finanznöten

Das Caritas-Altenheim in Stadtsteinach ist finanziell in Schieflage geraten und wird deshalb zum 1. Juli 2013 den Träger wechseln. Der Diözesan-Caritas-Verband Bamberg übernimmt das Haus und die Sozialstation vom Kreisverband Kulmbach.
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Der Träger wechselt Caritas-intern. Veränderungen an Mitarbeiterzahl, Gehaltsgefüge oder Bettenkapazität sind im Alten- und Pflegeheim St. Marien Stadtsteinach vorerst nicht zu erwarten. Foto: Archiv/Matthias Beetz
Der Träger wechselt Caritas-intern. Veränderungen an Mitarbeiterzahl, Gehaltsgefüge oder Bettenkapazität sind im Alten- und Pflegeheim St. Marien Stadtsteinach vorerst nicht zu erwarten. Foto: Archiv/Matthias Beetz
Ja, der Caritas-Kreisverband Kulmbach ist bei der Finanzierung von Altenheim und Sozialstation in Stadtsteinach mit einem Betrag von rund 150 000 Euro in Schieflage geraten und gibt beide Einrichtungen an den Dachverband, den Diözesanverband Bamberg, ab. Aber: Nein, das wird keine Auswirkungen auf Mitarbeiterzahl (80), Pflegeplätze (80) oder Tarifgefüge haben. Zumindest vorerst nicht.

Wie Caritas-Kreisvorsitzender Oswald Purucker auf Anfrage von infranken.de erläutert, hätte der Caritasverband Kulmbach sein 30-jähriges Bestehen am Sonntag in St. Hedwig in Kulmbach gerne mit einer durchweg positiven Bilanz gefeiert. Die Entwicklungen auf dem Finanzsektor im Zeitraum des vergangenen Jahres hätten das aber nicht zugelassen.

Bezirk deckelt Ausgaben

Hauptursache für die negative Entwicklung war laut Purucker das Ergebnis der Pflegesatzverhandlungen.
Denn der Bezirk ziehe dafür alle Personalkosten von Altenheimträgern heran und errechne daraus einen Schnitt, der zum hohen Lohnniveau der Caritas nicht mehr gepasst habe. Bis 2011 habe man das noch ausgleichen können. 2012 sei dann aber eine tarifliche Lohnerhöhung von 7,6 Prozent eingetreten, während der Bezirk seine Erhöhung auf 3,5 Prozent gedeckelt habe, um wieder eine Erhöhung der Bezirksumlage für die Kreise vermeiden zu könne.

Allein aus dieser Unterdeckung sind laut Purucker 120 000 Euro Defizit entstanden, zumal die Anhebung um 3,5 Prozent seitens des Bezirkes erst im Herbst umgesetzt worden sei. Weitere Kostenstellungen durch Gebäudeunterhalt für Altenheim und Sozialstation hätten letztlich dazu geführt, dass die "Situation nicht mehr tragbar" war.

Alle Möglichkeiten geprüft

Laut Purucker wurden selbstverständlich alle Möglichkeiten geprüft, um Kosteneinsparungen vorzunehmen. An den wichtigsten "Stellschrauben" - dem Tariflohn, der Personalstruktur, den Pflegeleistungen und den Einnahmen - könne man aber nicht drehen, weil sie strikt geregelt sind. Selbst der freiwillige Lohnverzicht, für den sich ein Teil der Mitarbeiter in Personalversammlungen ausgesprochen habe, wäre wirkungslos geblieben, weil die rechtliche Genehmigung zu lange gedauert hätte. "Jeder hat sein volles Gehalt bekommen, auch das Weihnachtsgeld." Sogar die Übergabe der Trägerschaft an das BRK sei angedacht worden.

Der Caritas-Kreisverband habe sich schließlich an den Diözesanverband Bamberg als Dachverband mit dem Vorschlag der Übernahme gewandt und sei sogar mit einem separaten Darlehen unterstützt worden. Ende Dezember habe sich der Diözesanverband dann "schweren Herzens", wie es Purucker formuliert, entschlossen, das Seniorenheim in Stadtsteinach als 16. Haus seiner Art in die eigene Trägerschaft zu übernehmen. Die Übertragung der Trägerschaft für die Sozialstation mit ihren 20 Arbeitsplätzen, so der Kreisvorsitzende, sei erst Freitag vergangener Woche entschieden worden.

Übernahme am 1. Juli

Wie es in Stadtsteinach nun weitergeht? "Unverändert", sagt Oswald Purucker und macht deutlich, dass die Übernahme offiziell zum 1. Juli erfolgen wird. Und auch danach wird es mindestens ein Jahr keine Veränderungen geben, wie er mit Hinweis auf tarifliche Bindungen feststellt.

Für die Zeit danach hofft Purucker auf das Know-How des Diözesanverbandes, der schon 15 derartige Einrichtungen betreibt ("Er hat ganz andere Möglichkeiten der Finanzierung und sicher bei den Pflegesatzverhandlungen ein anderes Gewicht"), und auf die Anpassung der Lohnstrukturen bei anderen Trägern, so dass der Bezirksanteil weiter steigt.

Nach dem Ausscheiden von Isabella Pühlhorn wird das Wohn- und Pflegeheim derzeit kommissarisch von Soraya Hebentanz geleitet. Dieser Posten wird ebenso wie die Stelle der Pflegedienstleitung neu vergeben.

Erleichtert über Lösung

Bürgermeister Roland Wolfrum bezeichnete Seniorenheim und Sozialstation als wichtige Bestandteile des Sozialzentrums. "Es wäre jammerschade, wenn die Caritas als Gründerin nicht mehr dabei gewesen wäre", kommentiert er einen möglichen Trägerwechsel und zeigt sich erleichtert über die Caritas-interne Lösung. Sie sei auch im Sinne aller Mitarbeiter und der Familien im Stadtsteinacher Land, die der Einrichtung Angehörige anvertrauen, so der Bürgermeister.

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