Kulmbach
Projekt

Alles smart: Kulmbacher Schüler stellen ihre Zukunfstvisionen

Jugendliche aus fünf Kulmbacher Schulen machten sich darüber Gedanken, wie die Stadt im Jahr 2020 einmal aussehen könnte.
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So könnte eine smarte Parkbank aussehen, wenn es nach den Schülern der Kulmbacher Carl-von-Linde-Realschule geht. Uschi Prawitz
So könnte eine smarte Parkbank aussehen, wenn es nach den Schülern der Kulmbacher Carl-von-Linde-Realschule geht. Uschi Prawitz
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Wie könnte Kulmbach im Jahr 2040 aussehen? Diese Frage stellten sich Jugendliche aus fünf Kulmbacher Schulen bei einem besonderen Projekt. Beteiligt waren das Caspar-Vischer-Gymnasium, die Carl-von-Linde-Realschule, die Hans-Edelmann-Schule, die Max-Hundt-Schule und die Adalbert-Raps-Schule.

Motto: "Smart City - Zukunft mitdenken!"

Die Ergebnisse präsentierten die Schüler bei einer Bürgerversammlung am Donnerstagvormittag in der Stadthalle. "Smart City - Zukunft mitdenken!" lautete das Thema, bei dem Visionen durchaus erwünscht waren.

"Normalerweise geben wir einzelne Themenbereiche vor, doch die Kulmbacher Schüler wollten selbst ihre Themen aussuchen", sagte Projektleiterin Heike Pfeffer. Die jungen Leute haben die Themen in Workshops unter Anleitung eines Experten eigenständig bearbeitet und wurden ermutigt, "visionär und weiter zu denken".

In der Adalbert-Raps-Schule beschäftigten sich die Teilnehmer beispielsweise mit dem Thema "Smart Mobility". "Wie wird unser Arbeitsweg in 20 Jahren aussehen?", fragten sich Maximilian Berger und Katharina Schmidt bei ihrer Präsentation. Nach ihrer Vorstellung soll es viele E-Bikes mit eigens dafür vorgesehen Stellplätzen geben und Car-Sharing für den Transport von Waren.

Autonom fahrende Busse

"Man kann die E-Bikes und Autos über eine App abrufen", sagte die beiden. Auch sollte der öffentliche Nahverkehr flexibel ausgebaut werden, so dass "autonom fahrende Busse nach Bedarf auch kleine Dörfer anfahren" können. Dazu müssten Straßen umgebaut, Ladestationen installiert und das Radwegenetz ausgebaut werden.

"Euer Projekt geht in die Richtung, in die wir auch gehen wollen", sagte stellvertretender Landrat Jörg Kunstmann, der mit Drittem Bürgermeister Frank Wilzok und Michael Pfitzner vom Arbeitskreis Schule-Wirtschaft ("Euer Konzept darf durchaus um das altmodische Laufen ergänzt werden") auf dem Podium saß.

Wohntürme für Studenten

In großen Visionen dachten die Gymnasiasten des CVG. "In einem Brainstorming haben wir uns damit beschäftigt, wie man künftig Studenten in Kulmbach unterbringen könnte", sagte Lehrer Markus Lagnier. "Smart Living" hieß das Stichwort, unter dem die Fläche des Kaufplatzes für den Bau von Wohntürme für Studenten verplant wurde. "Wir sehen vier Tower mit je 20 Stockwerken", erklärten Saskia Phillip und Hannes Kieslich. Diese Türme seien mit vertikalen Windkraftanlagen versehen, es gebe einen smarten Supermarkt, eine Gemeinschaftsküche - und alles mittels künstlicher Intelligenz gesteuert.

Die politische Referentin Simona Muß fand das Konzept für Studenten toll, jedoch könnte sie sich auch eine andere Zielgruppe vorstellen, nämlich Senioren.

Kulmbach braucht mehr Action

Dem Tourismus in Kulmbach wollen die Max-Hundt-Schüler auf die Sprünge helfen. "Warum nicht Geschichte mit Spaß verbinden?", fragten Laura Zenk, Lilly Haas und Kevin Müller. "Kulmbach braucht mehr Action!" Mit einer interaktiven, digitalen Stadtführung, Hoverboards, einer Seilbahn oder Taxidrohnen wollen sie Schwung in den Tourismus bringen. Ein Hologramm der Weißen Frau könnte Geschichten erzählen, QR-Codes für eine individuelle Stadtführung sorgen.

"Es ist toll, dass sich junge Leute mit der Geschichte der Stadt befassen, viele eurer Ideen wären zeitnah umsetzbar", sagte Michael Pfitzner und regte ein Pilotprojekt der Schulen an, das der Arbeitskreis Schule-Wirtschaft unterstützen würde.

Mit ihrer Smart-Park-Bank stießen die Realschüler auf gespaltene Meinungen. Einerseits kam das Sitzmöbel, bei dem man allerlei Informationen über die Stadt abrufen könne, gut beim restlichen Publikum an, aber als es um das Thema "Chipimplantate zum Abrufen von Gesundheitsinformationen" ging, war man doch geteilter Auffassung. "Mir gefällt an eurem Konzept, dass man sich auch noch mit jemand anderem unterhalten kann", sagte Jörg Kunstmann.

Auch Jugendzentrum war ein Thema

Als letztes waren die Schüler der Hans-Edelmann-Schule an der Reihe, die sich um die Zukunft des Jugendzentrums Sorgen machten. "Im ,Bockerla' steht künftig nur noch ein Drittel der bisherigen Fläche zur Verfügung", sagten Lars Müller und Silke Hermann, "hier müssen wir künftig vernetzen." Ihre Vision für 2040 sieht allerdings mehr persönliche Interaktion vor, mehr Austausch und kein Technikprojekt. "Wir wollen die Menschlichkeit auch in 20 Jahren nicht verlieren", sagten sie.

Frank Wilzok hob abschließend die Bedeutung der Jugendarbeit in der Stadt hervor.

"Smart City - Zukunft mitdenken!" ist ein Projekt des Vereins "Wirtschaft im Dialog im Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft". An zwei Tagen finden Workshops statt, in denen sich die Jugendlichen mit Urbanisierung, Digitalisierung oder Mobilität beschäftigen und es wagen, visionär zu denken.

In einem Zukunftscheck prüfen Experten, ob die Ideen wirklich nachhaltig und zukunftstauglich sind.



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