Kulmbach

Akademie für Ernährung geht neue Wege

Vor 27 Jahren wurde in Kulmbach die Akademie für Ernährung gegründet. Als Lotse im Informationsdschungel hat sie sich über viele Jahre verstanden und sich vor allem mit Vortragsveranstaltungen einen Namen gemacht. Jetzt möchte das Vorstandsteam um Vorsitzenden Markus Ewald neue Wege gehen.
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Markus Ewald, Vorsitzender der Kulmbacher Akademie für Ernährung. Foto: Archiv
Markus Ewald, Vorsitzender der Kulmbacher Akademie für Ernährung. Foto: Archiv
Warum funktioniert das altbewährte Konzept heute nicht mehr?
Markus Ewald: Einmal ist das Angebot zum Thema "Ernährung" sehr breit geworden. Die Akademie war da sicher zur Zeit der Gründer sehr fortschrittlich und wach, was die Thematisierung an sich angeht. Dadurch hatte sie lange Alleinstellungsmerkmale. Nicht nur durch das Kompetenzzentrum (KErn) in Kulmbach ist aber diese Situation jetzt verändert - zum Positiven wohlgemerkt: Es wird insgesamt mehr "rund um Ernährung" gemacht. Aber auch die Art der Informationsweitergabe hat sich geändert. Gerade beim Thema Ernährung bietet sich handlungsorientiertes Lernen an - Lernen durch Tun.

Eine inhaltliche und strukturelle Neuausrichtung soll den neuen Anforderungen gerecht werden.
Welche Aufgaben und Themen sehen Sie für die Zukunft als wichtig an?

Wir, der ganze Vorstand der Akademie, denken dass genau das handlungsorientierte Lernen auch immer wieder gut verknüpft werden kann mit grundsätzlichem, theoretischem Wissen. Zum Beispiel könnte ich bei einem "Reste- Kochen", also einem bewussten Anleiten dazu, was man noch aus dem Übriggebliebenem machen kann, auch das Thema "Essensverschwendung" ansprechen, ohne dass daraus ein trockener, langweiliger Vortrag wird. Denn natürlich schafft nicht nur das (neu erlernte) Tun sondern auch das Wissen eine Erweiterung des eigenen Horizonts.

Dafür sind auch neue Kooperationen im Gespräch. Mit wem?
Mit dem museumspädagogischen Zentrum im Mönchshof ist eine exzellente Anlaufstation zum praktischen Lernen entstanden, und auch die dort entstehende Junior-Akademie - schon der Name verrät parallele Ansätze - wird hoffentlich zu einem guten Partner werden. Und auch das KErn hat viele potenzielle Anknüpfungspunkte

Als eines der ersten gemeinsamen Projekte mit maßgeblicher Beteiligung der Akademie ist ein Famili en-Kochduell geplant. Wer kann da mitmachen?
Vier Mitglieder einer Familie, mindestens zwei Generationen und mindestens ein Kind, das ist kurz gefasst die Zielgruppe. Die Botschaft soll sein: Auch das gemeinsame Kochen macht Spaß. Gemeinsame Zeit ist in zerfaserten Tagesplänen von Schul- und Dienstzeiten etwas Wertvolles geworden. Wenn zu Hause nur einer in der Küche arbeiten muss, macht es demjenigen (oder wohl häufigre: derjenigen) auch weniger Freude, als wenn dies "gemeinsame Zeit" wird. Allerdings muss man da auch etwas lächelnd sagen: Ein eventueller "Hoheitsbereich" in der Küche ist dann für alle da!

Selbst machen statt zuschauen oder zuhören - ist das der Weg, um zu zeigen, dass gesunde Ernährung Spaß und glücklich machen kann?
Auf jeden Fall wollen wir den Weg probieren!

Fertigprodukte sind billig, selbst aus frischen Zutaten kochen teuer, argumentiert mancher, der beim knappen Haushaltsgeld auf jeden Euro schauen muss. Stimmt das?
Auch das wäre eines der Vorurteile, die wir ausräumen möchten. Im Vergleich zur exklusiven Frischetheke mag es ja auch vielleicht stimmen. Aber denken Sie mal, was man aus so was Billigem wie einem Sack voller Kartoffeln alles machen kann...

Das Gespräch führte
Dagmar Besand

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