Kulmbach
Natur

Afrikanischen Schweinepest: Aus dem Osten naht Gefahr

Die Kulmbacher Jäger sehen sich als Bewahrer der Natur. Große Sorge haben sie, dass sich die Afrikanische Schweinpest nach Bayern ausbreiten könnte.
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In jüngster Zeit sind so viele Sauen erlegt worden wie noch nie, um die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern. fotolia
In jüngster Zeit sind so viele Sauen erlegt worden wie noch nie, um die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern. fotolia
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Ist der Jäger ein kaltherziger Mensch, der aus reiner Mordlust tötet? Dieses Klischee war weder in der Vergangenheit zutreffend, noch ist es in der Gegenwart. Der Waidmann sieht sich vielmehr als Bewahrer der Natur. Heutzutage aber kommt ihm eine noch weitreichendere Bedeutung zu: Er erfüllt eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe. Das wurde deutlich bei der Hauptversammlung des Jagdschutz- und Jägervereins Kulmbach.


In Tschechien schon angekommen


Die Grünröcke sind mehr und mehr für die Schadensabwehr verantwortlich. Die Afrikanische Schweinepest, die bereits vor den Toren Bayerns in Tschechien festgestellt wurde, bedroht nicht nur die heimischen Wildschweine. Wenn sie dann auch noch Einzug hält in den Ställen der Bauern, kommt dies einer Katastrophe gleich. Der gesamte Bestand müsste gekeult werden.
"Die Afrikanische Schweinepest macht uns große Sorgen. Sie ist eine immense Gefahr für die Landwirtschaft", konstatierte Landtagsabgeordneter Ludwig von Lerchenfeld (CSU) bei dem Treffen im Brauereimuseum.

Der Heinersreuther Baron ("Ich bin einer von euch") gab sich zuversichtlich, dass die hiesigen Waidmänner die Situation im Griff haben. In jüngster Zeit seien so viele Sauen wie noch nie erlegt worden, um der Seuche, aber auch dem Schwarzwildproblem zu begegnen. Und dennoch lege die Population der Schwarzkittel immer weiter zu.


Keiner will den Wolf


Lebhaften Beifall erhielt der Redner für die Aussage, dass der Wolf in der bayerischen Kulturlandschaft nichts verloren habe. Im Freistaat seien drei Pärchen bekannt: "Wenn die sich vermehren, dann schauen wir arm aus." Der CSU-Politiker warnte vor Zuständen wie beispielsweise in Niedersachsen, wo rund 160 Wölfe leben und Jagd auf Rinder machen, die sie "bei lebendigem Leib auffressen". An die Worte seines Vorredners knüpfte Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU) an.

Bezüglich der Unterschutzstellung von Meister Isegrim durch die EU kritisierte er: "Brüssel hat nicht immer Recht." Er unterstrich wie wenig später auch Landrat Klaus Peter Söllner den Stellenwert der Jäger: "Ohne Jagd geht es nicht."


Kulturträger und Naturschützer


Der Landrat maß den Waidmännern eine wichtige gesellschaftliche Bedeutung bei: Sie seien Kulturträger, Naturschützer, träten der Afrikansichen Schweinepest entgegen und nähmen sich der Schwarzwildproblematik an. Eine potenzielle Ausbreitung der Seuche nannte Söllner eine "Katastrophe für unser Land und die Landwirtschaft".

Ähnliche Gedanken formulierte Peter Müller, der Vorsitzende des Jagschutz- und Jägervereins. Der Waidmann sehe sich als anwaltschaftlicher Vertreter der Tierwelt und trage große Verantwortung für den Lebensraum.

Hinzu komme seine Funktion als Krisenmanager, wenn es - wie jetzt - um die Abwehr relevanter Gefahren geht.

Die Finanzen des Vereins sind solide, wie sich aus dem Rechenschaftsbericht des Kassiers Andreas Schmidt ergab.

Den Geschäftsbericht legte stellvertretender Vorsitzender Otto Kreil vor. Besonders erfreulich: Der Verein konnte seine Mitgliederzahl nicht nur halten, sondern steigern. Aktuell gehören dem Zusammenschluss 327 Frauen und Männer an, davon 28 Aktive der beiden Bläsergruppen.


Hilfe für Hundebesitzer


Eine Besonderheit ist die finanzielle Hilfe für Hundebesitzer, deren Tiere bei der Jagd verletzt wurden oder umkommen. In Presseck entsteht eine Abgabestelle für tierischen Jagd-Abfall, wofür der Redner allen Beteiligten dankbar war.

Darüber hinaus ergab sich aus dem Rechenschaftsbericht eine Fülle von Veranstaltungen, die der Verein durchgeführt hat. Dazu zählten unter anderem die Infoveranstaltung "bjv digital", die Hegeschau im Schützenhaus Stadtsteinach, der Besuch diverser Hegeringversammlungen oder auch die Fahrt zur Schießanlage Bockenberg. Diese wird heuer erneut durchgeführt.


Die Ehrungen


Bläser Jürgen Weißmann, verantwortlich für das Bläserwesen, ehrte Holger Christiansen für 25-jähriges Engagement mit der Treuenadel in Gold; Heinz Josef Vinders erhielt das Pendant mit Eichenkranz in Silber.

25 Jahre Peter Korpilla, Heinrich Rauh, Manfred Werner, Klaus Dieter Escher, Karl-Heinz Hasenfuß, Roland Scherm

40 Jahre Hubert Heerwagen, Bernd Eberhard Knetsch, Holger Lutz

50 Jahre Hans Welzbacher, Theo Reuschel, Rudi Eber, Adolf Pfeiffer, Hans Reich

75 Jahre Eine besondere Würdigung wurde Karl-Ludwig Freiherr von Künßberg zuteil. Er engagiert sich seit 75 Jahren im Jagdwesen und erhielt dafür die Treuenadel des Landesjagdverbands.


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