Neudrossenfeld
Sitzung

Abwassergebühren in Neudrossenfeld und Heinersreuth werden 2020 leicht steigen

Der Abwasserzweckverband Rotmaintal beschließt, einige Eckdaten für die Gebührenberechnung zu ändern.
Artikel drucken Artikel einbetten
Foto: Guido Grochowski/otolia
Foto: Guido Grochowski/otolia

Der Abwasserzweckverband Rotmaintal mit Sitz in Neudrossenfeld ist für die heimische Gemeinde und die benachbarte Kommune Heinersreuth für Beseitigung und Regulierung des Abwassers zuständig. Er betreut seit über 40 Jahren die jetzt knapp 8000 Einwohner, seine Rohrleitungen von 100 Kilometern Gesamtlänge liegen auf einem Gebiet von nahezu 60 Quadratkilometern. Er sei eine Erfolgsgeschichte, drückte sich die Heinersreuther Bürgermeisterin Simone Kirschner bei der Verbandsversammlung aus. "Wir sind auf dem Stand moderner Technik, 96 Prozent der Anwesen beider Gemeinden sind an eine zentrale Kläranlage angeschlossen, genau so wie die Regenbecken und Pumpwerke." Nun gelte es in Zeiten des spürbaren Klimawandels, noch sorgsamer mit Wasser und Abwasser umzugehen.

Die Verbandsräte genehmigten den Haushalt 2019 einstimmig. Er schließt mit einem Gesamtvolumen von 1,869 Millionen Euro ab. Verbandsgeschäftsführer Christopher Schröder sagte, die Schulden hätten sich auf 837 000 Euro verringert. "Dabei hilft uns das derzeitige Zinstief", freute sich der kommissarische Geschäftsführer als Nachfolger des langjährig Tätigen Rainer Schimpf, der zu gegebener Zeit noch verabschiedet wird. Schröder bezeichnete die Finanzlage des Zweckverbandes wegen der üppigen Rücklage als gut. Man habe ein Polster für Investitionen. Sanierungen für 200 000 Euro, die Erschließung des Gewerbegebietes Unterbrücklein für 150 000 Euro und der Kanalkataster mit 100 000 Euro seien die größten Ausgabeposten.

Gängige Berechnungsmethode in Bayern

Einen wichtigen Beschluss fassten die Verbandsräte: Künftig sollen die Niederschlagswasser-Gebühren nach der gängigen Berechnungsmethode in Bayern festgesetzt werden. Nach der neuen Variante sind nur die tatsächlich überbauten und befestigten Flächen auf den Grundstücken maßgeblich, also die Niederschlagsmenge, die von dort in die Entwässerungsanlage gelangt. "Wer viel versiegelt, muss mehr zahlen, wer viel versickern lässt oder sein Regenwasser zur Gartenbewässerung oder für die Toilettenspülung nutzt, kommt günstiger weg." Der Umweltgedanke werde damit gestärkt, so Schröder. Für die Datenerhebung werden in nächster Zeit die Grundstückseigentümer für eine entsprechende Selbsteinschätzung angeschrieben. Der Neudrossenfelder Bürgermeister Harald Hübner und der Heinersreuther Verbandsrat Hans Dötsch meinten zu dieser Vorgehensweise: "Ein solches System ist eine gute Alternative für die Umwelt und eine gerechte Abrechnung für die Bürger". Die Schmutzwassergebühr beträgt momentan 1,58 Euro pro Kubikmeter, die Gebühr für Niederschlagswasser 0,68 Euro pro Kubikmeter. Ab Januar 2020 wird eine Neukalkulation erfolgen, es muss mit geringfügigen Erhöhungen gerechnet werden.

Verbandsrat Werner Kauper schlug vor, mal einen "Tag der offenen Tür" in der zentralen Kläranlage anzubieten. Die gute Zusammenarbeit zwischen den beiden Gemeinden in Sachen Abwasser veranlasste die Verbandsvorsitzende zu der Überlegung, dass das auch auf andere Aufgabenbereiche ausgedehnt werden könnte.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren