Marktleugast
Abwasserbeseitigung

Abwasser fließt, aber kein Zuschuss

Das Pumpwerk Neuensorg und die Druckleitung nach Marienweiher wurden offiziell ihrer Bestimmung übergeben.
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Durch die Pumpstation Neuensorg wird das gesamte Abwasser aus der Kanalisation Neuensorg in die Hauptkläranlage Marienweiher geleitet.  Foto: Archiv/Jürgen Gärtner
Durch die Pumpstation Neuensorg wird das gesamte Abwasser aus der Kanalisation Neuensorg in die Hauptkläranlage Marienweiher geleitet. Foto: Archiv/Jürgen Gärtner
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Marktleugasts Bürgermeister Franz Uome freute sich am Mittwoch an der Pumpstation über eine illustre Gästeschar bei der Weihe und offiziellen Übergabe des Pumpwerkes und der Druckleitung. Die kirchliche Weihe übernahmen Pfarrerin Heidrun Hemme und Pfarrer Pater Adrian Manderla.

Uome warf zunächst einen Blick zurück in die Geschichte der Abwasserentsorgung des Ortsteiles Neuensorg. Das Klärwerk hier wurde 1967 in Betrieb genommen. Es behielt seine Betriebserlaubnis bis Ende 2005. Da aber bereits Anfang der Jahrtausendwende klar wurde, dass eine weitere Genehmigung, aufgrund wasserrechtlich höherer Anforderungen, über 2005 hinaus nicht mehr erteilt werden würde, beauftragte der Marktgemeinderat bereits im Jahr 2001 ein Ingenieurbüro mit der Überprüfung und Ausarbeitung verschiedener Varianten zur Ertüchtigung und Modernisierung der Anlage.

Das beauftragte Ingenieurbüro Miller aus Nürnberg bot hierzu vier Varianten an. Drei Vorschläge betrafen die Modernisierung und Erweiterung der bestehenden Kläranlage. Die vierte Variante, also der Anschluss an die Gesamtkläranlage Marienweiher, die als die sinnvollste und wirtschaftlichste erachtet wurde, auch hinsichtlich der künftigen Betriebskosten und weil damit die Einleitung des Kläranlagenablaufes von Neuensorg in den nur gering wasserführenden Rehbach entfallen würde, wurde dann weiterverfolgt.

2002 war Zuschuss noch möglich

Diese Lösung wurde auch dem Marktgemeinderat in seiner Sitzung am 28. Januar 2002 vorgestellt. Das Wasserwirtschaftsamt Hof machte den Vorschlag, eine Gesamtsanierungsplanung aller anzuschließenden Kanäle des Ortsteiles Neuensorg mit in die Planung aufzunehmen. Aufgrund der damals geltenden staatlichen Förderrichtlinien wäre eine 60-prozentige Förderung möglich gewesen. Allerdings wurde die Planung des Projektes nicht weiterverfolgt.

2005 stellte die Marktgemeinde Marktleugast den Antrag auf Verlängerung des bestehenden wasserrechtlichen Bescheides an das Landratsamt Kulmbach und das Wasserwirtschaftsamt Hof. Unter weiteren Auflagen gaben diese der Marktgemeinde bis Ende 2010 die Möglichkeit, die Anlage zu modernisieren oder den Anschluss nach Marienweiher herzustellen. Im Jahr 2009 beschloss der Gemeinderat endgültig den Anschluss der Kanalisation Neuensorg an das Hauptklärwerk in Marienweiher. Mit der Planung wurde das Ingenieurbüro IBP aus Kulmbach beauftragt.

Im Jahr 2015 wurden dann Gespräche mit dem Landratsamt Kulmbach zwecks Verlängerung der Übergangserlaubnis und dem Wasserwirtschaftsamt Hof über mögliche Förderungen geführt. Mit erhöhten Auflagen hinsichtlich Überprüfung der Wasserwerte am Auslauf, in Verbindung mit täglicher visueller Kontrolle der Anlage und dem Bau eines zusätzlichen Nachklärteiches für circa 25 000 Euro erwirkte die Verwaltung eine letztmalige Verlängerung des Wasserrechtsbescheides bis zum 31. Dezember 2017. Bis dahin musste die Kläranlage Neuensorg mittels Druckleitung am Klärwerk Marienweiher angeschlossen sein. Das Wasserwirtschaftsamt erklärte allerdings, eine Förderung sei nicht möglich. Die Gemeinde müsse die Herstellung der Neuanlage komplett selbst finanzieren.

Am 29. März 2017 vergab der Marktgemeinderat den Gesamtauftrag an die Firma Günther-Bau aus Stadtsteinach. Baubeginn war am 11. Mai 2017. Seit Ende Dezember 2017 fließt nun sämtliches Abwasser aus der Kanalisation Neuensorg in die Hauptkläranlage Marienweiher.

Trotzdem war das Gesamtprojekt damit noch nicht abgeschlossen: Die Erstellung der Außenanlagen, der Rückbau des zusätzlichen Teiches, die Sanierung vorhandener Regenbauwerke usw. dauerten noch bis Anfang 2019 an. Schließlich sprach sich der Marktgemeinderat im Juni 2018 auch noch für die Asphaltierung der Zufahrt zur Kläranlage aus.

Noch besteht Hoffnung

In Sachen Förderung machte Landrat Klaus Peter Söllner den Verantwortlichen um Bürgermeister Uome Hoffnung, doch noch eine staatliche Bezuschussung zu bekommen, und sagte aufgrund eines Schreibens des bayerischen Staatsministers für Umwelt und Verbraucherschutz, Thorsten Glauber: "Die Regierungsfraktionen haben inzwischen den gemeinsamen Antrag gestellt, dass für Maßnahmen für Trink- und Abwasseranlagen, die seit Einführung der Härtefallregelung im Jahr 2016 begonnen und noch nicht abgerechnet wurden, die günstigen Bedingungen der geänderten Richtlinie RZWas 2018 Anwendung finden." Es gehe um circa 15 vergleichbare Vorgänge.

Der Umweltausschuss habe diesem Antrag bereits zugestimmt. Wenn der Antrag im Plenum des Bayerischen Landtages angenommen wird und das Finanzministerium zustimmt, könnte neben dem Markt Marktleugast auch der Markt Wonsees doch noch eine Härtefallförderung für den Bau des Verbundkanals erhalten.

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