Wirsberg
Beerdigung

Oma von Starkoch Alexander Herrmann gestorben: So bewegend trauern die Wirsberger um ihre Herta

Viele Wirsberger und Gäste begleiteten die Beisetzung der Bürgermedaillenträgerin Herta Herrmann, die kurz vor ihrem 104. Geburtstag verstarb.
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Beim Auszug aus der Johanniskirche spielte der Posaunenchor unter der Leitung von Andreas Dietz Reinhard Mays "Über den Wolken", eines der Lieblingslieder von Herta Hermann. Foto: Werner Reißaus
Beim Auszug aus der Johanniskirche spielte der Posaunenchor unter der Leitung von Andreas Dietz Reinhard Mays "Über den Wolken", eines der Lieblingslieder von Herta Hermann. Foto: Werner Reißaus
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Unter anderem nahmen Landrat Klaus Peter Söllner, Vorstandssprecher Markus Stodden von der Kulmbacher Brauerei und Martin Rassau, ein enger Freund der Familie Herrmann, Abschied von der Grande Dame des Posthotels. Herta Herrmann ist die Großmutter des Starkochs Alexander Herrmann. Über Facebook hatte er vom Tod seiner Oma berichtet.

Pfarrer und Bürgermeister mit bewegenden Worten

Pfarrer Peter Brünnhäußer hielt den Trauergottesdienst in der Johanniskirche und würdigte die Verstorbene als eine gläubige und lebensbejahende Frau. In einer sehr bewegenden Rede ging Bürgermeister Hermann Anselstetter (SPD) auf das Leben und Wirken der hochgeschätzten Bürgermedaillenträgerin der Marktgemeinde Wirsberg ein: "Wir verneigen uns vor ihrem vorbildlichen beruflichen und sozialen Lebenswerk." In einer Traueranzeige schreibt die Gemeinde einen rührenden Nachruf.

Herta Herrmann hat Außergewöhnliches geleistet

In der Stunde des Abschieds bewegten Anselstetter gleich mehrere Fragen: "Wie schaffte es Herta Herrmann, die das Kaiserreich, zwei Weltkriege, die Nazidiktatur, das geteilte Deutschland, die Wiedervereinigung und das Vereinte Europa erlebte, in das gesegnete Alter von 104 Jahren hochzuklettern? Wie schaffte sie es, bis ins hohe Alter als Chefin eines Spitzenhotels zu wirken? Wie schaffte sie es, an ihrem 103. Geburtstag als Facebook-Omi fast 10.000 Gefällt-mir-Klicks auszulösen? Eine Antwort lautet schon jetzt: Sie war von menschlicher Größe und kostete ihre ureigene Lebensphilosophie aus."

Blieb Wirsberg immer treu

In Wirsberg standen Herta Herrmanns Wiege und Bahre. Sie erblickte am 27. Januar 1915, morgens um 3.30 Uhr, am Marktplatz 11, Zimmer Nr. 2, das Licht der Welt. Eigentlich war es ihr Wunsch, Medizin zu studieren, doch Herta Herrmann blieb ihrem geliebten Wirsberg treu. "Als Hoteliere brillierte sie mit Herzlichkeit, Kessheit und ihrem gewinnendem Charme. Bis ins hohe Alter schwebte sie abends von Tisch zu Tisch, um ihren Gästen ein Lächeln und einen Gruß zu schenken."

Ihre Suche nach dem Außergewöhnlichen kannte kaum Grenzen. Sie lief über glühende Kohlen, sprang mit dem Fallschirm vom Himmel, besuchte mit dem Bürgermeister das Finale von "Germany's Next Topmodel", tanzte ihren Enkel Alexander mit 80 noch in der Disco müde und wünschte sich nach ihrer Wiedergeburt einen Flug ins All. Die letzte Ehre erwiesen Herta Herrmann "ihre Kinder", die Mitarbeiter der Posthotels, in einem Spalier an der Kirchentreppe stehend.

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