Kulmbach
Abitur

Abitur am Caspar-Vischer-Gymnasium: Ein außergewöhnlicher Jahrgang

Gleich drei Abiturienten schafften am Caspar-Vischer-Gymnasium die Traumnote 1,0.
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Die Einser-Absolventen des Caspar-Vischer-Gymnasiums. Foto: Werner Reißaus
Die Einser-Absolventen des Caspar-Vischer-Gymnasiums. Foto: Werner Reißaus
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Gleich drei Abiturienten schafften am Caspar-Vischer-Gymnasium die Traumnote 1,0: Sarah Oberkofler, Jule Spindler und Georg Stumpf, der sogar den Rekord der "Biggest Wave ever surfed" am CVG aufgestellt hat. Rechnet man seine unglaubliche Gesamtpunktzahl von 887 - es fehlten also nur 13 Punkte auf die maximal erreichbare Punktzahl von 900 - auf einen Dezimalschnitt um, so würde das der Note 0,74 entsprechen.

Für ihre exzellente Seminararbeit auf mathematisch-naturwissenschaftlichem Gebiet, "Tornados in Europa", erhielt Sarah Oberkofler von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg den 2. Preis, der mit 400 Euro dotiert ist.

Damit noch nicht genug: Weitere 25 Abiturienten hatten eine 1 vor dem Komma. Sowohl Schulleiterin und Oberstudiendirektorin Ulrike Endres als auch Oberstufenkoordinator Erhard Körber sprachen deshalb bei der Verabschiedung des Abiturjahrgangs 2019 am Freitag in der Dr.-Erich-Stammberger-Halle völlig zu Recht von einem außergewöhnlichen Jahrgang.

Und das passte auch zu dem Jahrgang: Für die musikalische Umrahmung der Abifeier wurde selbst gesorgt: Die Abiturientinnen Franziska Sittig am Flügel und Luise Heckel an der Trompete sowie der Abi-Chor gestalteten das Programm. Schulleiterin Ulrike Endres bezeichnete die Abifeier als einen Höhepunkt für die Schule und für die ganze Schulfamilie in jedem Schuljahr. Der Schulabschluss sei ein Ereignis für die ganze Region Kulmbach. Und an die frisch gebackenen Abiturienten gewandt, sagte sie: "Ihr könnt stolz sein auf das, was ihr erreicht habt. Wir sind stolz auf euch, wir freuen uns darüber, was jeder einzelne von euch geschafft hat."

Die Schulleiterin ging dann auch auf das Motto der Abiturienten ein: "Abikini - knapp, aber passt schon!" Das klang für Ulrike Endres nach "Hauptsache bestanden": "Wenn man die Abiturergebnisse anschaut, ist man allerdings geneigt, dieses Motto doch eher als massive Tiefstapelei, quasi als Tarnung für die eigenen Ambitionen und Anstrengungen zu sehen - auch wenn einige von euch - freiwillig oder unfreiwillig - das Adjektiv "knapp" zunächst recht wörtlich genommen und es auf der Zielgerade nochmals spannend gemacht haben. Aber die Leistungen in all den Prüfungen, die guten Ergebnisse unterm Strich kommen nicht von allein."

Von wegen knapper Bikini, da war nach Ansicht von Schulleiterin Endres schon eher ein Ganzkörperanzug für den vollen Einsatz notwendig: "Die Resultate zeigen, dass ihr durchaus bereit wart, euch anzustrengen, euren Teil an Verantwortung dafür zu übernehmen, wie ihr in den Prüfungen abschneidet. Und Verantwortung übernehmen, das ist etwas, was euch euer Leben lang begleiten wird."

Neben der Verantwortung ist aber auch die Fähigkeit notwendig, sich ein Urteil zu bilden: "Ich bin mir sicher, dass ihr eure Urteilsfähigkeit über die Schuljahre entwickelt habt. Ich denke und hoffe, ihr habt die Erfahrung am CVG gemacht, dass Lehrer nicht nur Stoffvermittler waren, sondern es auch als ihre Verantwortung gesehen haben, Denkanstöße zu geben, das Denken zu lehren, euer Urteilsvermögen, euer Verantwortungsbewusstsein und auch euren Widerspruchsgeist zu wecken. Damit ihr euch mit den Dingen auseinandersetzt und Argumente kritisch hinterfragt, bevor ihr euch eine Meinung bildet." Es fehle aber noch ein weiterer, wichtiger Schritt, und hier verwies die Schulleiterin auf ein Zitat von Johann Wolfgang von Goethe: "Es ist nicht genug, zu wissen - man muss es auch anwenden Es ist nicht genug, zu wollen - man muss es auch tun." Und für dieses Tun bot die Schule Spielräume, individuelle Möglichkeiten für jeden, Verantwortung auszuprobieren, zu übernehmen.

Schließlich verwies Oberstudiendirektorin Ulrike Endres abschließend noch auf die Teilnahme an "Fridays for Future": "Das mit euch eine Generation heranwächst, die von den Älteren unterschätzt wurde, freut mich. Ihr macht euch Gedanken - darum, wie unsere Zukunft aussehen wird. Geht auf die Straße. Erinnert die Politiker, erinnert uns alle an die Verantwortung, die wir für die Zukunft dieser Welt tragen."

Die Verantwortung für die Zukunft schließe den Spaß am Leben nicht aus, ganz im Gegenteil und deshalb schloss die Schulleiterin mit den Worten: "In diesem Sinn wäre dieser Tag heute, an dem ihr in die Welt hinein entlassen werdet, wirklich ein "Friday for Future"."

Wie Studiendirektor Erhard Körber als Oberstufenkoordinator feststellte, haben 70 Schülerinnen und 42 Schüler, also insgesamt 112 junge Damen und Herren, in Anspielung auf ihr Abizeitungsmotto "Abikini 2019" die "Surf Academy" am Caspar-Vischer-Gymnasium erfolgreich absolviert und ihr Sommermärschen wahr gemacht. Körber verstand es witzig und dennoch auch angemessen ernst, das CVG mit einem Surfcamp und das Abitur mit dem Final Surfcontest zu vergleichen. Seinen Abiturienten rief Körber zu: "Ihr seid mir über die vielen Jahre hinweg ans Herz gewachsen, schön war`s mit euch!"

In seinem Grußwort band Landrat Klaus Peter Söllner (FW) auch Bürgermeister Ralf Hartnack (WGK) von der Stadt Kulmbach mit ein. Er gewann den Eindruck, dass mit dem Abiturjahrgang 2019 eine tolle Truppe die Hochschulreife schaffte, und mit Studiendirektor Erhard Körber ein großartiger Oberstufenkoordinator an der Spitze war, der seine Aufgabe sehr euphorisch und emotional wahrnahm. Landrat Söllner: "Es sind großartige Ergebnisse erzielt worden und das zeigt, dass wir heute ambitionierte Abiturienten auf die Reise ins Leben schicken. Es ist ein großer Tag und für sie, die heute im Mittelpunkt stehen, auch ein Tag des Feierns."

Katharina Naser und Pascal Früchtel ließen für die Abiturienten die Schulzeit Revue passieren. Vorsitzende Uschi Prawitz und Dagmar Keis-Lechner sprachen für den Elternbeirat und wünschten: "Dass ihr euren passenden Platz findet, dass ihr eure Träume verwirklichen könnt, dass ihr den Mut habt, neue Pfade zu beschreiten, denn der Weg kann das Ziel sein."

Im Anschluss luden die Abiturienten zu einem Sektempfang in das Foyer der Stadthalle ein und bei dem auch Wunschballons in den Himmel der Bierstadt losgelassen wurden.

Die besten Abiturienten: Sarah Oberkofler, Jule Spindler, Georg Stumpf (alle 1,0); Luise Heckel, Eva Neumann, Anna Raab, Dario Rosenbusch (alle 1,2); Amelie Festag, Arno Kache, Jonas Preußinger, Franziska Sittig (alle 1,3); Selina Arendt, Lena Orleth, Ida Popp (alle 1,4); Gregor Götz, Christin Hombach, Sophia Schmidt (alle 1,5). Ebenfalls eine Eins vor dem Komma: Sarah Schilge, Mia Söllner, Julia Stodden (alle 1,6); Yusuf Ersoy, Pascal Früchtel, Nadine Ploebsch, Isabella Seitter (alle 1,7); Charlotte Friedrich, Adrian Kern, Laura Tremer, Dana Trotta (alle 1,8). Besondere Ehrungen:

Ehrennadel des Deutschen Altphilologenverbandes für besondere Leistungen im Fach Latein sowie den Abiturpreis im Fach Mathematik für Georg Stumpf. Für ein Jahr kostenlos die Mitgliedschaft in der Deutschen Phsykalischen Gesellschaft für Leistungen im Fach Physik an Jonas Preußinger, Georg Stumpf und Sophia Schmidt. Für hervorragende Leistungen erhielt Jonas Preußinger zusätzlich einen Physikbuchpreis. E-fellows sind Arno Kache, Amelie Festag, Jonas Preußinger, Dario Rosenbusch, Eva Neumann, Luise Heckel, Anna Raab, Sarah Oberkofler, Jule Spindler und Georg Stumpf.

Lea Münch wurde für ihre Seminararbeit im Fach Wirtschaft/Recht ausgezeichnet. Für hervorragende Leistungen im Fach Biologie erhielt Ida Popp den Biologie-Zukunftspreis übereicht. Weiter wurde das ausgeprägte sportliche, soziale und kulturelle Engagement des Jahrgangs hervorgehoben. Zahlreiche Abiturientinnen und Abiturienten haben sich als Jahrgangsstufensprecher und Tutoren , als Medienscouts oder im Schulsanitätsdienst, in den verschiedenen Theatergruppen, Sportmannschaften und Musikensembles der Schule oder in der Schülerzeitung über Jahre hinweg engagiert und erhielten dafür einen Büchergutschein aus der Hand von Vorsitzender Susanne Illigmann vom Förderverein des CVG. Der Förderverein überreichte auch die Buchpreise an die Schulbesten.

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