Kulmbach
Auftritt

Zirkus Althoff: Gelungene Premiere, aber weiter Kritik

Der Zirkus Althoff feierte am Freitag eine gelungene Premiere. Die Kritik an der Tierhaltung in den sozialen Medien hält an.
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Ein Höhepunkt der Show ist der Auftritt von Francisco Hernandez mit seinen Löwen. Foto: Sonny Adam
Ein Höhepunkt der Show ist der Auftritt von Francisco Hernandez mit seinen Löwen. Foto: Sonny Adam
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Micky Maus und ihre Freunde laden zu einer Zirkusshow der Extraklasse ein. Der Zirkus Althoff, einer der großen Traditionszirkusse, begeisterte gestern zum Auftakt mit einer bemerkenswerten Show. Micky Maus war nicht die einzige Disney-Figur, die in der Manege lebendig wurde - auch Schneemann Olaf war mit von der Partie, und die zauberhafte Elsa. Sie präsentierten eine drollige Nummer mit Ponys.

Die kleine Meerjungfrau Arielle entstieg einer Muschel. Schlangengleich bewegte sie sich zu traumhafter Musik, vor der Kulisse aufsteigender Blasen in unglaublichen Formationen. Selbst Nicht-Disney-Fans zeigten sich begeistert.


Löwen als Höhepunkte

Höhepunkt des Gastspiels in Kulmbach allerdings war das Treffen mit den Königen der Tiere: Francisco Hernandez aus Venezuela trat als "Löwenflüsterer" in die Manege und hatte mit seinen fünf stolzen Tieren beachtliche Kunststücke einstudiert. "Francisco Hernandez arbeitet schon seit mehr als 20 Jahren mit den Tieren. Wir haben ihn für diese Saison verpflichten können. Und die Löwen ziehen die Menschen an. Viele kommen vor allem wegen der Löwen", sagt die Pressesprecherin des Zirkus Althoff, Joanna Weisheit.

Natürlich dürfen bei der Show auch Clownereien nicht fehlen. Der Zirkus Althoff präsentiert eine Hunderevue. Unter der Zirkuskuppel sorgt Senorita Elis Togni für atemberaubende Turnkunststücke.


Einzigartiger Auftritt

Einzigartig war der Auftritt von Geißen-Peter: Er brachte drei Ziegen dazu, auf einer Wippe zu balancieren. Sie balancierten sogar auf einem Brett, das von zwei Pferden getragen wurde.

Doch auch das Dressurpotpourri mit nordamerikanischen Pintopferden von Carl Althoff und der Auftritt von Marcel Frank begeisterten. Beim Zirkus Althoff bekommt das Publikum Akrobatik auf einer Stuhlpyramide zu sehen, Handstände in allen Variationen oder eine Akrobatin, die nahezu "ohne Schwerkraft" am sich drehenden Kronleuchter hoch unter der Zirkuskuppel turnt.

Der Zirkus betont, dass die Anforderungen für die Tierhaltung allesamt erfüllt sind. "Keine andere Tierhaltung wird in Deutschland so regelmäßig durch die Veterinärämter kontrolliert wie die im Zirkus", sagt die Pressesprecherin. Der Zirkus unterstreicht, dass sich die Tierhaltung im Zirkus an die Bedingungen in zoologischen Gärten anlehnt.


Ort Der Zirkus gastiert noch bis Sonntag 9. Juli, in Kulmbach auf dem Platz bei der Polizei (gegenüber dem Einkaufszentrum Fritz).

Zeiten Vorstellungen sind jeweils samstags, 15 Uhr und 19 Uhr, sowie sonntags um 15 Uhr. Am Montag ist um 17 Uhr großer Familientag.

Ruhetag Dienstag, Mittwoch und Donnerstag sind beim Zirkus Ruhetage!

Kontroverse Debatte in den sozialen Medien

Unsere Berichterstattung über die Unterbringung der fünf Zirkuslöwen, deren Käfig an der Kreuzung Hans-Hacker-Straße/Heinrich-von-Stephan-Straße direkt neben der Straße steht, sorgte auf unserer Facebook-Seite am Freitag für eine kontroverse Debatte. Daran änderte auch nichts, dass die Zirkuscrew eine der Auflagen der Stadt umgesetzt und die der Straße zugewandte Seite des Käfigs mit einer großen Plane verhüllt hat.

Der Kommentatorin L. Lammfromm geht es zu wenig um das Wohl der Tiere: "Dreh- und Angelpunkt ist einzig und allein das Leid und die unnatürliche Lebensweise dieser armen Tiere! Die Sicherheit der Bevölkerung ist das geringste Problem. Ein Problem stellen all jene dar, die eine solche Form von Tierquälerei unterstützen."

N. Frank argumentiert ähnlich: "JEDER, der sich eine Zirkusshow mit Tieren ansieht, ist genauso schuld an dieser Tierquälerei wie die Veranstalter. Sowas darf einfach nicht mehr unterstützt werden! Man kann auch eine tolle Show ohne Tiere auf die Beine stellen!"

Einen anderen Aspekt greift U. Fischer auf, die der Stadt Vorwürfe macht: "Werden denn nicht alle Auflagen im Vorfeld abgeklärt? Warum reagiert denn die Stadt erst dann, wenn sich Bürger Gedanken um Tier und Mensch machen?"

A. Haderdauer meint, dass es vielen Nutztieren noch schlechter gehe. "Denkt Ihr mal nach, wie es hier Kühen, Kälbern, Ferkeln, Hühnern, Geflügel geht? Ich finde es auch schlimm, aber diese Zirkusfamilie bietet ihnen zumindest ein Außengehege mit Zugang zum Stall! Viel mehr als andere haben. Und es ist die Existenz dieser Menschen. Kommt mal runter von Eurer Überheblichkeit und lasst die Zirkusleute leben!"

N. Passing widerspricht: "Fahrenden Zirkus sollte man echt verbieten, diese Tiere können einem in der Seele leidtun, mal abgesehen davon, dass man keinen Tiger neben einer Straße nur mit Halsband angepflockt ablegt." - Und E. Dönmez schreibt: "Hab doch gesagt, Tierquälerei! Dass so ne Sauerei hier überhaupt geduldet wird. Unfassbar!"
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