Kulmbach
Wettbewerb

Zentralparkplatz: Architekt legt sich mit Jury an

Eckart Kudlich kritisiert die Entscheidung der Baufachleute im Preisgericht des Wettbewerbs.
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So könnte der Zentralparkplatz künftig aussehen: Nach dem Entwurf des Wettbewerbssiegers Architekturbüro H2M stellt sich eine Plaza Cervisia (Platz des Bieres) vor mit einer Baumarkade im Bereich der "Feuerwache". Zu- und Abfahrt der Tiefgarage würden an die Nordostecke des Platzes (Sutte/Webergasse - nicht im Bild) verlegt.  Repro: BR
So könnte der Zentralparkplatz künftig aussehen: Nach dem Entwurf des Wettbewerbssiegers Architekturbüro H2M stellt sich eine Plaza Cervisia (Platz des Bieres) vor mit einer Baumarkade im Bereich der "Feuerwache". Zu- und Abfahrt der Tiefgarage würden an die Nordostecke des Platzes (Sutte/Webergasse - nicht im Bild) verlegt. Repro: BR
In der Diskussion um die Neugestaltung des Zentralparkplatzes meldet sich erneut der Architekt Eckart Kudlich aus Mannsflur zu Wort. Er hat vor kurzem der neuen Plaza Cervisia (Platz des Bieres) sein Placet nicht erteilt. Er kann sich mit dem Siegerentwurf des Kulmbacher Architekturbüros H 2 M nicht anfreunden, das den von der Stadt ausgechriebenen Wettbewerb zur Sanierung der maorden Tiefgarage und des Parkplatzes gewonnen hat.


Resch-Heckel: dreimal Qualität

Auf seine Kritik ("Ich finde den Siegerentwurf am schwächsten") ist Kudlich von Jurymitglied Marion Resch-Heckel kritisiert worden. Die Bau abteilungsleite- rin der Regie rung von Ober- franken betont, dass die Jury die drei ersten Preise einstimmig vergeben und dreimal Qualität ausgezeichnet habe. In die Entscheidung seien auch die Stellungnahmen von beteiligten Statiker und Verkehrsplaner sowie die Einschätzung der Kulm bacher Brauerei eingeflossen. Bei dem Wettbewerbsergebnis, so Resch-Heckel weiter, handle es sich aber "um einen Vorentwurf, der weiter entwickelt werden kann und muss".

Kudlich geht zunächst mit dem Preisgericht ins Gericht. In seiner Meinungsäußerung zum Architektenwettbewerb für den Zentralparkplatz habe er, so der Architekt, nicht den "Strauß guter Entwürfe" (Zitat Resch-Heckel) von Kollegen kritisiert, sondern "die Entscheidung des Preisgerichts und vor allem der ,hochkarätigen' Baufachleute im Preisgericht", was den ersten Preis angeht". In der Sache hält Kudlich an seinen Einwänden fest. "Eine Baumarkade vor dem ehema ligen Luitpoldmuseum in der Grabenstraße, jetzt ,Alte Feuerwache', bringt für die aktuelle triste Platzgestaltung gar nichts. Eine punktuelle Begrünung an diversen Standorten, wie es in den meisten anderen Entwürfen vorgeschlagen wurde, würde den Zentralparkplatz in seiner Umgebung wesentlich aufwerten." Im Übrigen sei bereits im Zuge des Baues der ursprünglichen Tiefgarage eine Baumreihe vor dem Luitpold-Museum gepflanzt, später jedoch wieder gefällt worden. Die Baumarkade würde den Gesamtbereich des Parkplatzes nur unwesentlich verändern.


Engpass bei Ein- und Ausfahrt

Die Überlegung, die Ein- und Ausfahrt der Tiefgarage an die Ecke Sutte/Webergasse zu verlegen, würde die Platzgestaltung nicht verändern, aber am dort entstehenden Verkehrsknotenpunkt zu erheblicher Belastung führen. Dadurch würde die Zufahrt zum Zentralparkplatz erschwert oder gar blockiert.

Durch die geplante Überdachung der Ein- und Ausfahrt sieht der Architekt eine erheb liche Störung der Blickbeziehungen von Stadthalle/Sutte zum Zentralparkplatz und umgekehrt. "Die meisten Wettbewerbsteilnehmer verzichten deshalb zu Recht auf diese Verkehrsanbindung."

Kudlich zufolge kann man sich, "sollte dieser erste Preis in der vorliegenden Form zum Tragen kommen", aus verkehrstechnischen und Kostengründen auf eine unter irdische Verbindung der zwei Tiefgaragen unter dem Zentralparkplatz und unter der Stadthalle verzichten. Aber, so der Architekt, "OB Henry Schramm hat laut Bayerische Rundschau ja bereits Änderungsbedarf angemeldet".
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