Kulmbach

Wo versteckt sich die Tatwaffe?

Taucher der Polizei suchen seit 9 Uhr beim Wehr hinter der Stadthalle nach einem Messer. Damit war am Sonntag ein Mann im Stadtpark bedroht worden.
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Zusammen mit Beamten der Kulmbacher Inspektion beobachten die Taucher der Nürnberger Bereitschaftspolizei (mit schwarzen T-Shirts) die Arbeit ihrer Kollegen im Weißen Main hinter der Stadthalle. Im Lauf des Tages gesellen sich immer wieder Schaulustige hinzu. Fotos: Peter Müller
Zusammen mit Beamten der Kulmbacher Inspektion beobachten die Taucher der Nürnberger Bereitschaftspolizei (mit schwarzen T-Shirts) die Arbeit ihrer Kollegen im Weißen Main hinter der Stadthalle. Im Lauf des Tages gesellen sich immer wieder Schaulustige hinzu. Fotos: Peter Müller
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Bereits um 10 Uhr säumen schon einige Schaulustige den Uferbereich des Weißen Mains hinter der Stadthalle. Bei der dortigen Wehranlage suchen Taucher der Nürnberger Bereitschaftspolizei seit einer Stunde den Grund des trüben Gewässers ab. Es geht um eine Tatwaffe - das Messer, mit dem am Sonntagabend zwei Jugendlichen einen 37-jährigen Kulmbacher bedroht haben.

Wie berichtet, wollten die beiden 16 und 17 Jahre alten Teenager den Mann um sein Bargeld erleichtern. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, zückten sie ein Küchenmesser. Als weitere Personen hinzukamen, flüchteten die Burschen unerkannt. Nachdem Zeugen eine gute Personenbeschreibung abgeben konnten, wurden die beiden von Beamten der Kulmbacher Polizeiinspektion wenig später in Fassoldshof festgenommen. Die Jugendlichen waren auch für zwei Handtaschendiebstähle am Nachmittag im Kulmbacher Freibad verantwortlich.


16-Jähriger sitzt in U-Haft

Gegen den 16-jährigen Haupttäter wurde am Montag auf Antrag der Bayreuther Staatsanwaltschaft Haftbefehl erlassen. Er sitzt nun in einer Jugendhaftanstalt ein. Bei seiner Vernehmung hatte er angegeben, die Tatwaffe hinter der Stadthalle in den Main geworfen zu haben.

Ob diese Behauptung zutreffend ist, was nicht zuletzt für eine spätere Gerichtsverhandlung relevant wäre, wird nun überprüft. Die Nürnberger Bereitschaftspolizei mit Einsatzleiter Wolfgang Nickel an der Spitze rückt mit sechs Tauchern und einem Sanitäter an.


Einsatzbereich: rund 100 Meter

Die Arbeit der Experten, die vom Wehr bis zur Brücke eine Strecke von rund hundert Metern absuchen sollen, wird zumindest dadurch begünstigt, dass strahlender Sonnenschein herrscht. "Wir haben noch 20 Zentimeter über Grund Sicht", freut sich Wolfgang Nickel, der allerdings keine Schätzung abgeben will, wie viel Zeit die Aktion in Anspruch nehmen wird. "Das hängt immer von den Bedingungen ab. Wir haben teilweise relativ festen Boden, am Ufer ist aber schon sehr schlammig."

Der Taucher, der das Messer am Boden sucht, wird von seinen Kollegen ständig gesichert. Als Orientierungshilfe, damit kein Quadratzentimeter vergessen wird, dienen ihm zwei mit einer Leine verbundene Bojen. Neben Unterwasserlampen werden auch Metalldetektoren verwendet, die im Bereich der aus stählernen Elementen bestehenden Wehranlagen freilich nutzlos sind: "Die Geräte würden hier ständig ausschlagen", so der Einsatzleiter.

"Wenn der Täter das Messer tatsächlich in den Main geworfen hat, dann werden wir es finden", verspricht Nickel am Vormittag. Doch die Suche ist ebenso schwierig wie zeitraubend. Auch um 15 Uhr gibt es noch keine Spur von der Tatwaffe. Die Taucher entdecken dafür zahlreiche andere Gegenstände, darunter mehrere Handys.

Der Einsatz in dem Gewässer, im Volksmund auch Mühlkanal genannt, erinnert an ein ähnliches Szenario vor knapp sechs Jahren. Damals, im Oktober 2010, galt der Einsatz von THW-Tauchern Thomas Fuchsberger. Die Leiche des prominenten Münchners und Sohn von Schauspieler "Blacky" Fuchsberger, der am Abend zuvor in der Akademie für Neue Medien zu Gast war, wurde an der Brücke zwischen "Kaufland" und "Fritz"-Einkaufszentrum gefunden. Die Umstände, die zu seinem Tod geführt haben, sind bis heute rätselhaft.

Diesmal geht es zum Glück nicht um einen Menschen, sondern nur um ein Messer. Das bleibt übrigens vorerst verschwunden. Gegen 15. 30 Uhr haben die Taucher den Einsatz abgebrochen. Der Tatverdächtige wird sich nun wohl einer erneuten Vernehmung unterziehen müssen.

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