Kulmbach
Medienbericht

Hat Karl-Theodor zu Guttenberg auch beim Namen geschummelt?

Namens-Wirrwarr um Karl-Theodor zu Guttenberg: Eine Zeitschrift schreibt jetzt von einem vermeintlich neuen Schummel-Skandal um den oberfränkischen Adligen.
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Karl-Theodor zu Guttenberg: Eine Zeitschrift schreibt jetzt von einem vermeintlich neuen Schummel-Skandal um den oberfränkischen Adligen. Foto: Jochen Lübke/dpa -Archiv
Karl-Theodor zu Guttenberg: Eine Zeitschrift schreibt jetzt von einem vermeintlich neuen Schummel-Skandal um den oberfränkischen Adligen. Foto: Jochen Lübke/dpa -Archiv
Auf dem politischen Parkett ist er zur Zeit ein seltener Gast. Hin und wieder aber besucht der frühere CSU-Star Karl-Theodor zu Guttenberg seine alte Heimat, um dort Vorträge zu halten. Wie etwa Ende September, wo er auf einer Veranstaltung der Alfred-Herrhausen-Gesellschaft sprach. Freimütig gestand er dort ein: Ja, sein Sturz nach der Plagiatsaffäre sei "abgründig selbst verschuldet" gewesen.

Er habe lange gebraucht, um seine Eitelkeit nach seinem Sturz zu überwinden, fügt der Oberfranke dann an. "Ich sah ein Land der maßlosen Kritiker und der Selbstgerechtigkeit, aber ich schämte mich auch und hatte plötzlich Angst, auch vor mir selbst. Heute weiß ich: Die Kritik war mehr als berechtigt."

Und jetzt? Jetzt kommen plötzlich Gerüchte auf, nach denen der frühere Wirtschafts- und Verteidigungsminister geschummelt haben soll. Das zumindest schreibt die Frauen-Zeitschrift "Bunte" in ihrer aktuellen Ausgabe.


Ur-Urgroßvater wurde adoptiert

Hintergrund dieser Vorwürfe: Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg soll einen anderen Namen tragen. Sein Hauptname laute demnach Buhl. Das belege unter anderem ein Flugticket, das dem Magazin vorliege. Darauf stehe, dass der Adlige aus dem Landkreis Kulmbach eigentlich Karl-Theodor Buhl-Freiherr von und zu Guttenberg heiße. Als Belege wird auch das Standesamt Kulmbach als Quelle genannt, die diese Informationen bestätigt. Der Name Buhl stammt übrigens von einer Adoption von Guttenbergs Ur-Urgroßvater durch den kinderlosen Politiker Franz von Buhl.


Anwalt: "Das ist legal"

Schummelt er nun bei seinem Namen, weil Buhl einfach in der Öffentlichkeit unterschlagen wird? Ein Anwalt sieht das gelassen, wird mit folgenden Worten zitiert: "Das ist legal, denn seinen wahren Namen muss man in Deutschland nur gegenüber Behördenvertretern wie z.B. Polizeibeamten nennen."

Aber was hat die "Bunte" da gelandet? Viel Lärm um nichts? Anscheinend ja... Ein wirkliches Geheimnis ist der vollständige Name des Politikers nämlich nicht.

Eine Nachrichtenagentur berichtete schon im Jahr 2008, dass das zuständige Standesamt den vollen Namen preisgegeben habe. Anfang 2011 legte der Oberfranken seine politischen Ämter nieder, nachdem ihm die Universität Bayreuth im Zuge einer Plagiatsaffäre den Doktortitel aberkannt hatte.

Wahrscheinlich ist es rein praktischer Natur, dass der Adlige sich nur zu Guttenberg nennt. "Es gibt eine nicht unerhebliche Anzahl an Vornamen, die erspare ich Ihnen", erklärte der Politiker früher vor der Bundespressekonferenz. Und er fügte an: "Ich glaube, der Ansatz, es auf zu Guttenberg herunterzukürzen, hat sich bewährt in den letzten Jahren. Auch im Interesse des Schreibens."


Kritik an Bericht

Wolfgang Protzner aus Neufang (Landkreis Kulmbach), ein Vertrauter der Guttenbergs, kritisiert den Artikel in der Zeitschrift: "Er hat nie ein Geheimnis daraus gemacht. Das ist doch Quatsch. Die sollen ihn endlich in Ruhe lassen."

Im Internet-Lexikon Wikipedia gibt es übrigens beide Versionen - in der Überschrift steht die kurze Ausführung und im Haupttext der volle Name. Bei soviel Namens-Wirrwarr soll einer behaupten, dass ein Adelstitel ein richtiges Privileg sei...


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