Stadtsteinach
Interview

"Wir sind die Konjunkturlokomotive in Europa"

Während des politischen Sommerabends des CSU-Ortsverbandes Stadtsteinach stellte sich Innenminister Hans-Peter Friedrich den Fragen unseres Reporters. Was Friedrich über die momentane Stimmung im Landkreis Kulmbach denkt, erfahren Sie im Interview.
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Hans-Peter Friedrich. Foto: Reißaus
Hans-Peter Friedrich. Foto: Reißaus
Herr Minister, es ist wohl nichts mit der Sommerpause, denn Sie sind im Wahlkampf ganz schön unterwegs?
Hans-Peter Friedrich: Ja, aber das sind wir ja gewöhnt. Wir haben in den letzten Jahrzehnten nur Sommerwahlkämpfe und das ist auch nicht so ganz einfach, weil die Leute ja Anfang August eigentlich ihre Ruhe haben und auch von Politik nicht allzu viel hören wollen und einfach mal ihren verdienten Urlaub genießen wollen. Andererseits geht es um sehr viel: Es geht am 15. September um Bayern und am 22. September um Deutschland und wir müssen mobilisieren und insofern ist es auch sehr wichtig und da können wir uns auch nicht schonen. Nach dem 22.
wird es dann hoffentlich ein bisschen entspannter.

Wie beurteilen Sie die derzeitige Stimmung der CSU im Landkreis Kulmbach und in der Region?
Also ich bin ja viel unterwegs, die Stimmung ist überall gut. Man merkt bei uns in Oberfranken auch die wirtschaftlichen Erfolge der letzten Jahre, und dass wir vor allem gespürt haben, dass nach 2008, als ganz Europa tief in der Wirtschaftskrise war, wie toll unsere mittelständisch strukturierte oberfränkische Wirtschaft aufgestellt ist. Die Finanzkrise ist auch nicht spurlos an unseren Unternehmen vorbei gegangen ist, aber diese mittelständischen Unternehmen haben einfach eine so unglaubliche Substanz, diese Treue der Arbeitnehmer auch zu ihren Unternehmen und umgekehrt der Unternehmer zu seinen Arbeitnehmern, das ist ein unglaublicher stabiler Vorteil für die Menschen und das spürt jeder. Also, die Stimmung ist gut, wir stehen gut da in Deutschland, in Bayern und das muss so bleiben.

Wie beurteilen Sie die Aussichten der oberfränkischen CSU-Kandidaten für den Bundes- und Landtag?
Ja, ich bin als Bezirksvorsitzender der CSU wirklich ganz, ganz stolz, dass ich mit der Emmi Zeulner das erste Mal eine Frau als Direktkandidatin schon beim Parteitag präsentieren konnte und die tun ja im Süden so, als ob wir ein bisschen hinterwäldlerisch wären. Nein, wir sind in der Lage auch moderne junge Frauen aufzustellen und zu gewinnen. Emmi Zeilner ist eine ganz tolle Frau und wer sie kennenlernt, der spürt, dass sie trotz ihrer jungen Jahre einfach eine Frau ist, die sich sehr bewusst für die Politik interessiert und entschieden hat, weil sie auch für die Menschen was erreichen will. Den Menschen, denen sie als Krankenschwester gedient hat und das ist ja auch eine Entscheidung, Krankenschwester zu lernen, das ist eine Entscheidung für die Menschen, denn man muss eine gewisse Empathie für die Menschen haben. Dass sie das mitnimmt und mitträgt in die Politik, das ist eine ganz tolle Geschichte und da freue ich mich drüber. Und den Martin Schöffel kenne ich ja seit vielen, vielen Jahren noch als jungen JU-Vorsitzenden in Wunsiedel und der ist Vollblutpolitiker. Ich glaube, das merkt man auch und insofern bin ich froh, dass mit Ludwig von Lerchenfeld und auch unserem Henry Schramm haben wir natürlich noch Zwei, der eine für den Landtag und der andere für den Bezirkstag, die glaube ich, auch die Leute begeistern können.

Herr Minister, Sie haben sich eben bei Ihrer Politrede ganz stark für den Verbleib von Angela Merkel als Bundeskanzlerin ausgesprochen. Warum muss sie nach Ihrer Meinung Kanzlerin bleiben?
Also ich glaube, dass es ganz wichtig ist, zu erkennen, dass Angela Merkel momentan die wichtigste Führungspersönlichkeit in ganz Europa ist. Dass dieses Europa eine gute Chance hat, sich aus der Staats- und Schuldenkrise zu befreien und wettbewerbs- und zukunftsfähig zu werden, wenn Angela Merkel weiterhin auf ihrem Kurs fahren kann. Und deswegen ist sie so unendlich wichtig, nicht nur für Deutschland, sondern für ganz Europa. Ich glaube man spürt, dass sie mit einer Politik der klugen Abwägung und nicht mit irgendwelchen ideologischen Vorgaben versucht, den Menschen aufzuschwätzen, sondern das Ohr bei der Bevölkerung hat und mit einem guten Abwägen auch einen Reformschritt nach dem anderen macht. Wir stehen gut da, wir sind die Konjunkturlokomotive in Europa. Ganz Europa hofft auf uns und viele unserer Kollegen - selbst aus anderen Parteien in Europa - sagen uns hinter vorgehaltener Hand, ihr müsst diese Wahlen gewinnen. Ich glaube, wir Bayern, wir Frankenwäldler wissen, was wir an unserer Bundeskanzlerin haben und das müssen wir jetzt noch mehr nach draußen tragen und die Wähler mobilisieren, dass sie am 22. September auch zur Wahl gehen.

Wie schaffen Sie es, sich von den Wahlkampfstrapazen quer durch die Bundesrepublik immer wieder zu erholen?
Ja, es ist deswegen für mich nicht einfach, weil ich ja ein leidenschaftlicher Langstreckenläufer und Jogger war und ich muss bewusst "war" sagen, weil ich seit Monaten leider nicht mehr dazu komme, denn ich bin wirklich sehr eingespannt. Man braucht auch ein bisschen Muse dazu für so einen Lauf und das kann nicht unter Stress und Terminzwang stattfinden. Das fällt mir momentan ein bisschen schwer, aber man hat einfach diese Regenerationskräfte im Lauf der Zeit aufgebaut und die braucht man auch in der Politik. Ich bin viel in ganz Deutschland unterwegs, es sind immer wieder andere Themen, vom Sportminister, Verfassungsminister und Ehrenamtsminister bis hin zum Wahlkampf und das kann man auch nur dann machen, wenn man auch eine gute, physische Konstitution hat.

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