Kulmbach
Beschäftigung

Wintereinbruch auf dem Kulmbacher Arbeitsmarkt

Erste Schneeflocken und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt ließen im Januar erwartungsgemäß die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Bayreuth-Hof, zu dem auch der Landkreis Kulmbach gehört, stark ansteigen. 14.178 Menschen waren im vergangenen Monat arbeitslos gemeldet.
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Foto: Frank Leonhardt dpa
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Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat über die Weihnachts- und Neujahrsfeiertage nachgelassen. Nach Ende der Ferien zog die Suche nach Personal jedoch wieder an. Im Januar waren knapp 20 Prozent mehr Stellen im Bestand als im vergangenen Jahr. "Das lässt mich hoffen, dass die Unternehmen in der Region auch bereit sind, Menschen, die schon länger arbeitslos sind, eine Chance in Ihrem Betrieb zu geben. Denn in diesem Jahr wird es unter anderem eine unserer Schwerpunktaufgaben sein, die Langzeitarbeitslosigkeit in der Region zu senken", so Sebastian Peine, Leiter der Agentur für Arbeit Bayreuth-Hof, zu den Herausforderungen in diesem Jahr.


Arbeitslosenquote auf 5,7 Prozent gestiegen


Die Arbeitslosenquote im Januar 2015 stieg um 1,1 Prozentpunkte auf 5,7 Prozent an.
Sie lag jedoch 0,2 Prozentpunkte unter dem Wert des Januar 2014.

Die Zahl der Arbeitslosen stieg im ersten Monat dieses Jahres um 2.733 auf 14.178 an. Der Januar ist saisonbedingt einer der Monate mit der höchsten Arbeitslosigkeit im Jahr und zudem ist die Entwicklung in den Wintermonaten stark witterungsabhängig. Jedoch waren 553 Menschen weniger arbeitslos gemeldet als im Januar des Vorjahres.


Gemäßigter Zuwachs bei den Frauen


Jahreszeitlich üblich waren vom Anstieg vor allem männliche Arbeitnehmer betroffen. 8.567 Männer waren im Januar arbeitslos gemeldet, über 36 Prozent mehr als im Dezember, jedoch 2,4 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Bei den Frauen hingegen fiel der Zuwachs gemäßigter aus. Die Zahl der weiblichen Arbeitslosen stieg um 422 oder 8,1 Prozent an, lag aber mit einem Minus von 5,8 Prozent deutlich unter dem Wert des Januar 2014.

Der stärkere Anstieg an Arbeitslosen wurde saisontypisch im Rechtskreis des Sozialgesetzbuches (SGB) III registriert. Die Agenturen für Arbeit Bayreuth-Hof betreute in ihren Dienststellen im vergangenen Monat 7.768 Menschen, 2.264 mehr als im Dezember. Bei den Jobcentern in der Region waren 6.410 Personen arbeitslos gemeldet, 469 mehr als im Vormonat.

In beiden Rechtskreisen war jedoch ein Rückgang der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen (SGB III: minus 369, SGB II: minus 184).


Unterbeschäftigung leicht rückläufig


Die Unterbeschäftigung erfasst zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus, wie zum Beispiel der kurzfristigen Arbeitsunfähigkeit, sind.

Im Januar lag die Zahl der sich in Unterbeschäftigung befindenden Personen bei 18.432, das entspricht einem Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat um 589 Personen oder 3,1 Prozent.


Knapp 2800 offene Stellen


Mit knapp 2800 offenen Stellen im Bestand verfügen die Arbeitgeberservices der Arbeitsagentur Bayreuth-Hof über eine für diese Jahreszeit außergewöhnlich gute Auftragslage. Die meisten Stellenmeldungen kamen hierbei von Unternehmen der Zeitarbeit. Aber auch das verarbeitende Gewerbe suchte Mitarbeiter vor allem für die Lebensmittelherstellung im Bereich der Fleisch- und Backwaren sowie für die Herstellung von Metallerzeugnissen und für den Maschinenbau. Zudem wurde Personal für den Einzelhandel gebraucht. Nachgefragt wurden außerdem Fachkräfte für das Gesundheits- und Sozialwesen, hier vorranging von Krankenhäusern, Arztpraxen und Alten- und Pflegeheimen.

Die Unternehmen in der Region meldeten im Laufe des Januars 762 neue Arbeitsstellen, was in etwa dem Vorjahreswert entsprach.


Die Zahlen im Landkreis Kulmbach


Eis und Schnee ließen im vergangenen Monat die Zahl der arbeitslosen Menschen im Landkreis Kulmbach ansteigen. 2.242 Männer und Frauen waren arbeitslos gemeldet, 389 mehr als im Dezember aber 100 weniger als im vergangenen Jahr.

Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um einen Prozentpunkt auf 5,5 Prozent. Sie lag somit 0,2 Prozentpunkte unter dem Januar-Wert des Jahres 2014. Es wurden 102 freie Arbeitsplätze von den Unternehmen aus der Region Kulmbach gemeldet, 6 Prozent mehr als im Vorjahr.

Der Auftragsbestand lag mit 343 offenen Stellen sogar 22 Prozent über dem Vorjahreswert. Von den Firmen aus dem Kulmbacher Land wurde qualifiziertes Personal für die Maschinen- und Fahrzeugtechnik, Mechatronik, Energie- und Elektrotechnik sowie für den Verkauf benötigt. Aber auch Kraftfahrer waren gefragt.
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