Reisebusse, die immer höher und breiter geworden sind, können das Burgtor ohnehin nicht mehr passieren. Und 1995 hat die Schlösserverwaltung die Zufahrt zum Kasernenhof für Pkw gesperrt. Seither verkehrt ein Pendelbus zwischen Zentralparkplatz und Burg, der aber für Bustouristen wie für Individualreisende offenbar unattraktiv ist. Die Folge: Seit Jahren gehen die Besucherzahlen in den Keller - von einstmals über 65.000 auf gerade noch 33.000 im vergangenen Jahr.

Das Problem ist bekannt. Seit vielen Jahren. Der Kulmbacher Stadtrat hat sich mehrfach für eine Verbesserung der Verkehrserschließung ausgesprochen. Ein Staatssekretär nach dem anderen gibt sich auf der Plassenburg die Klinke in die Hand. Es wird stets von einer "schnellen Lösung" gesprochen - aber es tut sich nichts.

"Die Zahlen sind eingebrochen, als die Burg für Busse und Individualtouristen nicht mehr erreichbar war", sagt Plassenburg-Experte Holger Peilnsteiner, der sich wie kaum ein anderer mit dem Kulmbacher Wahrzeichen beschäftigt. "An der besseren Erreichbarkeit hängt das Schicksal der Burg", glaubt das Beiratsmitglied vom Verein Freunde der Plassenburg.


Burg soll besser vermarktet werden



"Grundsätz lich", so der OB weiter, "sind wir sind uns als Stadt mit der Schlösserverwaltung einig, dass wir die Burg besser vermarkten müssen." Gegenüber dem Finanzministerium und der Schlösserverwaltung, so Schramm, hat die Stadt konkrete Vorschläge zur Verkehrserschließung gemacht. Zum Beispiel: Pkw-Parkplätze im Flohgraben auf der Nordseite der Burg. Oder: Öffnung des Kasernenhofs für den Individualverkehr und Durchfahrt zur Langen Batterie, wo Platz für über 100 Autos wäre.

Schwieriger gestaltet sich eine Lösung für Reisebusse. "Es scheitert daran, dass das Tor nur eine gewisse Breite und Durchfahrtshöhe hat", sagt Schramm. "Deshalb wird geprüft, ob man die Straße absenken kann." Außerdem kommt eine Wendemöglichkeit für Busse im Nussgarten unterhalb des Rondells der "Burgschänke" in Betracht: "Rückwärts reinstoßen, Passagiere aussteigen lassen und wieder runterfahren." Der Schatzparkplatz dagegen ist zu eng und scheidet nach seinen Worten deshalb aus.

Schramm: "Wir warten darauf, dass uns der neue Präsident Bernd Schreiber weiterhilft." Beim Chef der Schlösserverwaltung in München trifft die Stadt offenbar auf offene Ohren. Ein Treffen in Kulmbach soll demnächst stattfinden. Vorher schon kommt nun ein positives Signal aus München. Schreiber: "Der Schlösserverwaltung liegt sehr viel an einer verbesserten Verkehrserschließung der Plassenburg."

Den ganzen Bericht über die Probleme der Plassenburg, über Lösungsvorschläge und über Visionen lesen Sie am Wochenende in der Bayerischen Rundschau.