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Kulmbach
Bierfest

Wie Ravioli ins Zelt kommen

Das Kulmbacher Bierfest hat viele Stammgäste aus dem In- und Ausland. Auch ein Verein aus Ansbach kommt seit Mitte der neunziger Jahre regelmäßig und sorgt beim Anstich mit seinen rot-gelben Trikots für Aufsehen
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Ravioli Ansbach   heißt  der Verein, der seit  Mitte der neunziger Jahre  das Bierfest besucht.  Unser Bild zeigt  (von links) Marc Behringer, Christian Balzer,  Andreas Güthner, Andreas Kammerer, Dominic Behringer und Manfred  Groß  im  rot-gelben Ravioli-Trikot vor dem Stadel. Foto: privat
Ravioli Ansbach heißt der Verein, der seit Mitte der neunziger Jahre das Bierfest besucht. Unser Bild zeigt (von links) Marc Behringer, Christian Balzer, Andreas Güthner, Andreas Kammerer, Dominic Behringer und Manfred Groß im rot-gelben Ravioli-Trikot vor dem Stadel. Foto: privat
Die Kulmbacher Bierwoche, die am heutigen Samstag in die 63. Auflage startet, steht für süffiges Bier und eine deftige Kost. Schweinshaxe, Grillhaxe, Bratwürste mit Kraut oder auch ein knuspriges Hähnchen werden zur Maß im Zelt serviert. Für italienische Nudeln ist da eigentlich kein Platz. Seit Mitte der neunziger Jahre gibt es sie dennoch: Ravioli im Stadel. Die landen aber nicht auf dem Teller, sondern feiern fröhlich auf Tischen und Bänken.

Aus der Dose


"Für uns ist das Kulmbacher Bierfest Jahr für Jahr ein Pflichttermin", sagt Marc Behringer, der Präsident des mittelfränkischen Vereins Ravioli Ansbach ist, einer Vereinigung, die sogar auf der Bierwoche begründet wurde. Seit 1994 kommt der trinkfreudige Haufen schon nach Kulmbach - war anfangs aber noch namenslos. Bis er Ravioli getauft wurde. "Weil wir uns in den Anfangsjahren immer nur mit Ravioli aus den Dosen ernährt haben", sagt Marc Behringer, der es war, der seinen Ansbacher Kumpels die Bierwoche schmackhaft gemacht hat. Der heute 42-Jährige ist in Kulmbach aufgewachsen, mit seiner Familie 1986 dann aber nach Mittelfranken umgezogen.

Anstich ist Pflichttermin


Auch am heutigen Samstag werden er und seine Ravioli-Freunde wieder nach Kulmbach kommen und mit ihren rot-gelben Trikots für Aufsehen sorgen.
"Wir sind mittlerweile beruflich in ganz Deutschland verstreut, am Samstag zum Auftakt der Kulmbacher Bierwoche aber immer alle punkt 10 Uhr im Stadel", erklärt Marc Behringer, der seit vielen Jahren keinen Anstich verpasst hat.

Besser als Oktoberfest


Er schwärmt von der tollen Atmosphäre auf dem Zentralparkplatz, die ihresgleichen suche. Selbst das Münchner Oktoberfest ziehe im Vergleich dazu den Kürzeren. "Dort ist es hektisch und es geht mitunter wild zu. Die Kulmbacher feiern das viel gemütlicher. Ich habe auf der Bierwoche auch noch nie ein Schlägerei gesehen", urteilt Behringer.

Bis Montag bleiben viele der Ansbacher Ravioli wieder in Kulmbach. Sie übernachten nicht in einem Hotel, sondern wie immer am Schwimmbad. "Einige zelten dort, andere schlafen im Auto. Im Freibad frischen wir uns dann immer auf", sagt Marc Behringer, der weiß, dass die meisten Vereinsmitglieder heute Nacht wohl erst wieder weit nach Ausschankschluss zur Ruhe kommen.

Der Ravioli-Präsident freut sich auch schon auf das Frühstück am morgigen Sonntag. Das werde wie immer nach der ersten Bierfestnacht vom Kiosk-Team des Kulmbacher Freibads serviert.

Currywurst beim Katerfrühstück


"Es ist ein Spezialfrühstück", sagt Marc Behringer. Ravioli gibt es aber nicht, sondern - man höre und staune - eine scharfe Currywurst. Die ist für ein Katerfrühstück nach einer durchzechten Nacht auf der Kulmbacher Bierwoche zumindest aber doch ebenso ungewöhnlich wie Ravioli im Stadel.

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