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Ein Smartphone zu verkaufen, ist gar nicht so einfach. Mit den Tücken eines solchen Geschäftes befasst sich unsere Autorin Roswitha Engelen.
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Symbolfoto: Sebastian Gollnow/dpa
Symbolfoto: Sebastian Gollnow/dpa
Ein neues Handy muss her. Natürlich funktioniert das alte noch einwandfrei, aber mir reicht die Qualität der Kamera nicht mehr aus. Also stelle ich das ausrangierte Handy zum Verkauf ins Internet. Es geht ganz schnell, bis sich der erste Interessent meldet: "Wolle kaufen Handy, isch dir geben 15 Euros". Trotz des überaus verlockenden Angebots schlage ich nicht zu. Mein Handy ist noch ungefähr 100 Euro wert, da kann ich doch wohl noch mehr rausholen.
Der nächste Interessent lässt nicht lange auf sich warten. Er wirft die Zahl 65 in den virtuellen Raum. Ohne Hallo oder sonstige soziale Umgangsformen. Ich interpretiere in seine Nachricht, dass er gerne mein Handy für 65 Euro kaufen möchte. Weil sich sonst keiner gemeldet hat, verkaufe ich dem Herren mit dem unaussprechlichen Namen mein Handy.
Die Kommunikation gestaltet sich recht schwierig, weil der Mann der deutschen Sprache nicht ganz mächtig ist.
Also schicke ich ihm detaillierte Fotos von den äußerlichen Gebrauchsspuren. Nach dem Motto "Bilder sagen mehr als tausend Worte". Er macht deutlich, dass er die Kratzer zur Kenntnis genommen hat.
Als das Handy über den Postweg bei ihm angekommen ist, bekomme ich eine äußerst böse E-Mail. Ich hätte ihn belogen, ich gehöre ins Gefängnis und er fordere einen Rabatt. Der Grund: Das Handy hat Kratzer.
Ich habe den Verdacht, dass es seine Taktik ist, um noch einen Rabatt rauszuschlagen. Darauf lasse ich mich nicht ein und fordere mein Handy zurück. Nach einigen weiteren Beleidigungen seinerseits klappt die Rücksendung problemlos. Also stelle ich mein altes Smartphone wieder ins Netz. Kurz darauf bekomme ich eine diesmal wirklich nette Nachricht.
Mir wird sogar der doppelte Preis wie von dem Herrn mit dem unaussprechlichen Namen geboten.

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