Kulmbach
Kunstausstellung

Wer gewinnt den Kulmbacher Publikumspreis?

Noch bis 2. November läuft die Ausstellung "Netzwerk-Network" des Kulmbacher Kunstvereins. Die Besucher haben noch bis dahin die Möglichkeit darüber abzustimmen, wer den Publikumspreis erhält. Der Clou: Unter den Teilnehmern werden drei attraktive Bilder verlost.
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Zu gewinnen: Cornelia Morschs Buntstiftzeichnung eines putzigen Amseljunges. Mit kindlichem Staunen blickt es in die Welt. Foto: Wolfgang Schoberth
Zu gewinnen: Cornelia Morschs Buntstiftzeichnung eines putzigen Amseljunges. Mit kindlichem Staunen blickt es in die Welt. Foto: Wolfgang Schoberth
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Der Kunstverein macht mobil. Um für die letzten Tage der Ausstellung "Netzwerk-Network" noch möglichst viele Besucher auf die Plassenburg, in die Galerie in der Oberen Stadt und in die Hauptstelle der Sparkasse zu locken, hat sich der Vorstand etwas Reizvolles ausgedacht. Die Betrachter können über die Vergabe des mit 300 Euro dotierten "Publikumspreises" abstimmen.
Damit sich möglichst viele an der Aktion beteiligen, lockt ein besonderes Schmankerl: Unter den Teilnehmern werden drei attraktive Bilder verlost, die Mitglieder gespendet haben. Sie werden bei der Finissage am 2. November nach der Bekanntgabe des Preisträgers gezogen.

Kindliches Staunen

2. Vorsitzende Cornelia Morsch hat eine niedliche Zeichnung gesponsert: ein Amselbaby aus dem eigenen Garten. Das Kleine ist noch nicht ganz flügge und hat noch die typischen Federbüschel am Kopf.

Die Künstlerin hält den Fund spontan, mit raschem Strich fest. So raffiniert wie virtuos ist die Kolorierung: Mit Bunt- und Bleistift taucht sie ihn in tiefes Blau, zeigt ihn als Ankömmling aus einer anderen Welt. Seine Augen sie übergroß - ein kindliches Staunen über die Welt um ihn herum.

Schafskrimi visualisiert

Technisch bravourös ist auch der Lichtdruck, den Barbara Mäder-Ruff zur Verfügung gestellt hat. Inspiriert worden ist sie von der Bestsellerautorin Leonie Swanns und ihren "Schafskrimis", in denen Schafe zu handelnden und ermittelnden Personen werden. Die Grafikerin setzt die bizarre Welt der Schriftstellerin in eine Collage aus lichtdurchlässiger Gaze um: Auf dem Bild tummeln sich Wesen mit Schafs-, Hasen- und Hundeköpfen. Rätselhafte Tiermasken liegen auf dem Boden. Felsbrocken wirbeln wie nach einer Explosion umher - eine surreale Welt, die typisch ist für die gebürtige Zwickauerin.

Sturz eines Engels

Stephan Klenner-Otto, der sich als versierter und sensibler Illustrator von Literatur einen Namen gemacht hat, spendiert eine Radierung zu Rainer Maria Rilkes "Duineser Elegien". Sie zeigt den Dichter im Halbprofil in Denkerpose. Sein Blick ist halb noch unten gerichtet, in sich gekehrt. Der besondere Clou des Bildes ist jedoch der kleine barfüßige Engel mit fliegenden Haaren und Gewändern rechts von seiner Stirn. Er spielt auf Rilkes tiefer, lebenslanger Auseinandersetzung mit Engeln an. Engel sind für Rilke nicht selbstverständliche Boten des Himmels wie in der christlichen Tradition.
Rilke nennt in seinen "Duineser Elegien" Engel "Vögel der Seele". Stephan Klenner-Otto findet einen radikalen Bildausdruck: Bei ihm stürzt der Engel vom Himmel auf die Erde. Haarscharf an Rilke vorbei stürzt er in die Tiefe.
Die Finissage der Ausstellung Netzwerk-Network findet am 2. November in der Großen Hofstube der Plassenburg statt. Bis 14 Uhr können dort die Stimmzettel für den "Publikumspreis" abgegeben werden. Danach beginnt die Auszählung. Die Bekanntgabe des Preisträgers und der Gewinner der drei Bilder erfolgt um 15 Uhr.



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