Zwei Tage lang testen das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit, die Regierung von Oberfranken und die Kreisverwaltungsbehörden das Zusammenspiel, Kommunikationwege und Strategien für die Öffentlichkeitsarbeit.

Vieles davon bleibt theoretisch: Der Krisenstab im Landratsamt, rund 30 Personen stark, fordert beim Ministerium und bei der Regierung von Oberfranken personelle Verstärkung an, ordnet Straßensperren an, ordert Transportfahrzeuge, verfügt die Tötung von Hunderten von Tieren.

Vieles aber wird auch praktisch umgesetzt: Zwei Tage lang ist der Bauernhof der Familie Grampp am Ortsrand von Melkendorf Schauplatz eines recht realistischen Geschehens. Absperrtafeln werden aufgehängt, Amtstierärzte in Schutzanzügen simulieren die Probenentnahme im Stall. Eine Dekontaminations-Schleuse wird aufgebaut.


Wie können 400 Tiere getötet werden?



Intensiv wird vom Krisenstab die Frage erörtert, wie die Tötung von insgesamt fast 400 Tieren bewerkstelligt werden kann. Selbst wenn so etwas im Ernstfall nötig sein sollte, gilt es dabei, die Grundsätze des Tierschutzes zu beachten. Ungeklärt bleibt die Frage, ob die Tierkörperbeseitigungsanlage in Walsdorf im Landkreis Bamberg genug Kapazitäten hat, um solche Mengen an Kadavern zu entsorgen.

Am frühen Freitagnachmittag trifft sich der Krisenstab zur letzten "Lage": Die Beobachter von Polizei, Feuerwehr und THW, von der Regierung und von der Feuerwehrschule Geretsried stellen dem Krisenteam ein gutes Zeugnis aus, loben vor allem das harmonische Zusammenspiel der Einheiten.

"Natürlich gab es Kleinigkeiten, die noch verbessert werden können", resümmiert Rüdiger Köhler, Sprecher des Kulmbacher Landratsamtes. "Aber genau deswegen macht man ja eine solche Übung - damit es im Ernstfall optimal klappt."