Kulmbach
Silvestergala

Wenn Stille und Triumph sich treffen

Wenn das Jahr so fröhlich und aufmunternd wird, wie die Silvester-Gala in Kulmbach, dann darf man sich auf 2014 freuen. Draußen krachten schon die ersten Böller, drinnen in St. Petri erwärmten Saxophonist Clemens R. Hoffmann und Stadtkantor Ingo Hahn die Herzen der Besucher.
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Klassik und Moderne vereinten Clemens R. Hoffmann (rechts) und Stadtkantor Ingo Hahn zu einem musikalischen Fest.
Klassik und Moderne vereinten Clemens R. Hoffmann (rechts) und Stadtkantor Ingo Hahn zu einem musikalischen Fest.
Und sorgten für einen weiten, melodisch glänzenden Sternenhimmel - die Konzerte zum Jahresende haben schon Tradition und leben von hohem Niveau.
Es war in den klassischen Kompositionen von Johann Sebastian Bach, Georg Philipp Thelemann und den moderneren Stücken wie im Negro Spiritual "Swing low, sweet chariot" diese gewisse Leichtigkeit und Eleganz zu spüren, die einen unbeschwert genießen lässt. Beide Interpreten ergänzten sich großartig, Ingo Hahn als subtiler Virtuose am Spieltisch und Hoffmann mit einer lupenreinen Intonierung, für den selbst schwierigste, kaskadenreiche Läufe keine Probleme bereiteten.
Zuweilen wurde die ganze Machtfülle der Orgel hörbar, eingebettet in lässigen Aufheiterungen, die beiden wirkten wie ein Salonorchester, man glaubte Barmusik mit Klavier zu hören. Geistliche und weltliche Elemente wurden gut vereint, die Stille und der Triumph feierten eine gelungene Liaison.


Herrlich inspirierend

Herrlich inspirierend und in die Tiefe gehend das wunderschön meditative "Ave Marie" in einer ungewohnten Bearbeitung aus der Feder von Astor Piazolla, eine fast göttliche Widerspiegelung, die einen wegtrug. Und als ob es nicht schon genügend Glanzpunkte gegeben hätte, machte "The Entertainer" von Scott Joplin noch einen Höhensprung, Ragtime in der besten Form präsentierten Hahn und Hoffmann unisono. Das hätte auch auf einer Silvesterparty für Furore gesorgt.
Jazzig und bluesig verabschiedeten sich beide, doch vorher brillierte der studierte Saxophonist improvisationsreich in trillierender Behändigkeit, jeden Ton nahezu bis zum Exzess ausformulierend. Die Akkorde hallten in klarster Reinheit, man hätte dazu tanzen können, was aber die Pietät verhinderte.
Beschwingt und ein bisschen glückselig ging das euphorisierte Publikum in die Silvesternacht, spendete stehend Beifall, der nicht enden wollte.
Der Kulmbacher Organist weiß eben, wie man musikalische Geschenke verteilt. Gott sei Dank wird es auch 2014 wieder eine Silvester-Gala geben, wir freuen uns schon darauf.
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